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Thailand genehmigt 37,5 Milliarden Dollar Kreditaufnahme für 2027

Das thailändische Kabinett bewilligt neue Kredite von 1,26 Billionen Baht für das Haushaltsjahr 2027.

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Thailand genehmigt 37,5 Milliarden Dollar Kreditaufnahme für 2027

BANGKOK – Das thailändische Kabinett hat für das im Oktober beginnende Haushaltsjahr 2027 neue Kredite in Höhe von 1,26 Billionen Baht (rund 37,5 Milliarden US-Dollar) genehmigt. Das teilte das Finanzministerium am Dienstag mit. Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem der südostasiatische Staat seine Verschuldung nahe an die gesetzlich festgelegte Obergrenze heranführt.

Wie das Ministerium in einer Mitteilung weiter erklärte, dürfte die Staatsverschuldungsquote bis zum Ende des im September 2027 auslaufenden Geschäftsjahres voraussichtlich 69,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen. Damit nähert sich die Quote der offiziellen Obergrenze von 70 Prozent. Für Anleger und Beobachter der thailändischen Staatsfinanzen ist dies ein wichtiger Indikator für den fiskalischen Spielraum der Regierung.

Der neue Kreditplan umfasst nach Angaben des Ministeriums 200 Milliarden Baht für Projekte im Bereich des Energieübergangs. Diese Mittel sind Teil eines umfassenderen Kreditdekrets. Thailand treibt damit den Umbau seiner Energieversorgung voran, ein Vorhaben, das auch international zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Anleiheemissionen und kurzfristige Strategie

Jindarat Viriyataveekul, Leiterin des Büros für Staatsschuldenmanagement, sagte gegenüber Reportern, die Regierung plane, während des Geschäftsjahres Staatsanleihen in einem Volumen von bis zu 1,28 Billionen Baht auszugeben. Dieser Betrag war zuvor bereits von Reuters gemeldet worden. Angesichts weiterhin hoher Renditen bei langfristigen Anleihen wolle man die kurzfristige Verschuldung erhöhen und Instrumente wie Schatzwechsel und Terminkredite einsetzen.

Sobald die Renditen bei langfristigen Anleihen sinken, werde man kurzfristigere Kredite in langfristige Schulden umstrukturieren. Jindarat betonte dabei, dass höhere Renditen die Kreditkosten der Regierung nicht beeinflussen würden. Die durchschnittlichen Kreditkosten der Regierung lägen derzeit bei rund 2,6 Prozent und sollten im kommenden Geschäftsjahr unverändert bleiben. Diese vergleichsweise niedrigen Finanzierungskosten gelten als Puffer für den thailändischen Haushalt.

Die Strategie, kurzfristige Instrumente zu bevorzugen, solange das Zinsniveau am langen Ende hoch ist, ist ein gängiges Mittel des Schuldenmanagements. Sie erlaubt es dem Staat, sich flexibel zu refinanzieren, ohne sich über Jahrzehnte an hohe Zinssätze zu binden. Sobald sich das Zinsumfeld entspannt, kann die Regierung die Laufzeiten wieder strecken.

Wachstumsprognose und Kontext

Finanzminister Ekniti Nitithanprapas hatte Reuters in der vergangenen Woche erklärt, er erwarte ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent im Jahr 2027. Dieses Wachstum solle durch investitionsorientierte Politiken getrieben werden. Die Regierung setzt damit auf staatliche Impulse, um die Konjunktur zu stützen.

Für deutsche Privatanleger und Investoren in Schwellenländeranleihen sind die Zahlen aus Bangkok von Interesse. Thailand zählt zu den größeren Volkswirtschaften Südostasiens und ist ein bedeutender Akteur an den asiatischen Kapitalmärkten. Eine Verschuldungsquote nahe der Obergrenze kann den Spielraum für künftige Ausgaben einschränken, während die niedrigen Finanzierungskosten von 2,6 Prozent zugleich Stabilität signalisieren.

Die Kombination aus genehmigten Neuverschuldungen, geplanten Anleiheemissionen und der flexiblen Laufzeitenstrategie zeigt, wie Thailand versucht, fiskalische Handlungsfähigkeit und Marktdisziplin in Einklang zu bringen. Ob die prognostizierte Wachstumsrate von 2,5 Prozent erreicht wird, hängt maßgeblich davon ab, wie die angekündigten investitionsorientierten Politiken tatsächlich umgesetzt werden.

Für die kommenden Monate bleibt entscheidend, wie sich die Renditen am langfristigen Ende der thailändischen Anleihekurve entwickeln. Sinken sie, dürfte die Regierung ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten in längerfristige Schulden umwandeln. Bleiben sie hoch, wird die kurzfristige Finanzierung vorerst das Mittel der Wahl bleiben.

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