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Tesla-Bremsprobleme: Kunden zahlen drauf

Interne Warnungen ignoriert, Model X mit kritischen Mängeln

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Tesla-Bremsprobleme: Kunden zahlen drauf

Tesla steht wegen Problemen mit den Bremsen seines SUV-Modells, dem Model X, in der Kritik. Interne Dokumente und Mitarbeiteraussagen legen nahe, dass das Unternehmen bereits seit Jahren von der übermäßigen Abnutzung der Bremsbeläge wusste, jedoch keine effektiven Maßnahmen ergriffen hat. Dies führt dazu, dass Kunden für Reparaturen aufkommen müssen, die möglicherweise auf Konstruktionsfehler zurückzuführen sind.

Die Problematik konzentriert sich auf ein spezifisches Bauteil: den Staubschutz für die Vorderradbremse. Insbesondere in Nordeuropa stellten Tesla-Mitarbeiter fest, dass sich Schmutz an der Innenseite der Bremsscheibe des Model X ansammelte. Die Folgen waren Vibrationen, unangenehme Fahrgeräusche und ein vorzeitiger Verschleiß der inneren Bremsbeläge. Trotz der Warnungen von Mitarbeitern und der offensichtlichen Gefahren, die abgenutzte Bremsbeläge mit sich bringen, blieb Tesla bei der Verwendung des gleichen Bauteils in Fahrzeugen, die bis 2021 gebaut wurden.

Die sogenannten Tesla-Files, eine Sammlung interner Dokumente, enthüllen das Ausmaß des Problems. Lukasz Krupski, ein ehemaliger Mitarbeiter im norwegischen Werk von Tesla, kopierte diese Dokumente, nachdem seine internen Warnungen ignoriert wurden. Er informierte sogar die norwegischen Behörden über das Bremsproblem. Die Dokumente zeigen, dass in Ländern wie Norwegen, Kanada, Deutschland, der Schweiz, Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten die Austauschquote der vorderen Bremsbeläge beim Model X und Model S ungewöhnlich hoch war.

Ein Ingenieur aus den USA wies darauf hin, dass wiederkehrende Fälle von Schmutzablagerungen eine Überprüfung des Luftstroms und möglicherweise Änderungen an den Bauteilen erfordern würden. Ein finnischer Servicetechniker berichtete, dass in Helsinki wöchentlich zwei bis drei Vorderradbremssätze, meist aufgrund von Schmutzablagerungen und nicht normaler Abnutzung, auf Kosten der Kunden ersetzt wurden. Dies deutet darauf hin, dass das Problem weitreichender ist als zunächst angenommen.

Interessanterweise hatte ein Ingenieur aus den Niederlanden auf ein ähnliches Problem beim schwedischen Autobauer Volvo hingewiesen, das durch eine Überarbeitung des Staubschutzes gelöst wurde. Trotz dieser Erkenntnis und der offensichtlichen Dringlichkeit des Problems schien Tesla zögerlich zu sein, eine umfassende Lösung zu implementieren. Stattdessen führte das Unternehmen Tests unter extremen Wetterbedingungen durch und analysierte die chemische Zusammensetzung der Ablagerungen, ohne jedoch eine sofortige Änderung am Design des Staubschutzes vorzunehmen.

In einer internen Präsentation von Januar 2021 wurde festgehalten, dass Teile der Bremsscheiben bei betroffenen Autos vollständig mit Ablagerungen verstopft waren und die inneren Bremsbeläge vollständig abgenutzt waren. Die Mitarbeiter warnten, dass dieses Problem innerhalb eines Winters auftreten und jedes Modell betreffen könnte. Trotz dieser Warnungen mussten Tesla-Kunden weiterhin für den Austausch der Bremsbeläge zahlen, was zu Unmut und Beschwerden führte.

Ein niederländischer Ingenieur schlug vor, den Schmutz mithilfe eines überarbeiteten Schutzes von der Scheibe wegzuleiten, um sowohl den übermäßigen Verschleiß als auch die Schmutzablagerungen zu bekämpfen. Diese Lösung schien jedoch bei Tesla auf taube Ohren zu stoßen. In einer internen Präsentation mit dem Titel „Die schlimmsten Dinge, die wir unseren Kunden antun“, wurde das Problem als eine der häufigsten Ursachen für Kundenbeschwerden bezüglich der Bremsen identifiziert. Die Präsentation wies darauf hin, dass das Problem zu Geräuschen, Vibrationen und Rauheit (NVH) führen könne, da der Bremsbelag bis auf das blanke Metall abgenutzt werde.

Trotz der offensichtlichen Dringlichkeit und der Empfehlungen der Ingenieure, den Staubschutz zu überarbeiten, schien Tesla zögerlich, eine umfassende Lösung umzusetzen. Der letzte Eintrag unter dem relevanten Jira-Ticket aus den Tesla-Files datiert auf den 2. März 2022. Ein Service-Manager aus Großbritannien berichtete von einem Aluminiumband, das beschafft werden müsse, bevor weitere Schritte unternommen werden könnten. Bis dahin wurde der Arbeitsauftrag auf Eis gelegt.

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