Swiss Prime Site hebt FFO-Prognose 2026 an und setzt 2030-Wachstumsziel
Der Schweizer Immobilienkonzern erhöht die FFO-I-Prognose je Aktie für 2026 auf 4,30 bis 4,35 CHF und peilt bis 2030 mehr als 15% Wachstum an.

Die Schweizer Immobilienfirma Swiss Prime Site hat am Montag ihre Prognose für den Funds from Operations (FFO I) je Aktie für das Jahr 2026 angehoben. Die neue Spanne liegt bei 4,30 bis 4,35 CHF. Zuvor hatte das Unternehmen im August eine Spanne von 4,25 bis 4,30 CHF bestätigt. Als Gründe für die Anhebung nennt Swiss Prime Site ein starkes drittes Quartal sowie einen positiven Markt an ihren Premium-Standorten.
Zugleich hat der Konzern ein Wachstumsziel für die kommenden Jahre formuliert. Bis 2030 soll der FFO I je Aktie um mehr als 15% zulegen. Dieses Ziel bezieht sich auf die Prognose für 2026 und setzt die aktuellen Erwartungen des Finanzmarkts sowie keine Änderungen in der Regulierung voraus, so das Unternehmen. Damit untermauert Swiss Prime Site ihren Anspruch, das operative Ergebnis je Aktie über mehrere Jahre hinweg deutlich zu steigern.
Die Anhebung fällt in eine Phase, in der sich das Unternehmen strategisch neu ausrichtet. Im Zentrum stehen der Ausbau des Gesundheitsimmobilienbereichs und der vollständige Ausstieg aus dem Co-Working-Anbieter FlexOffice. Beide Schritte sollen das Portfolio langfristig stabilisieren und neue Ertragsquellen erschließen.
Die Details
Neben der FFO-Prognose hat Swiss Prime Site auch ihre Erwartungen an die Leerstandsquote und das Wachstum der verwalteten Vermögenswerte präzisiert. Für Ende 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einer Leerstandsquote von rund 3,5%. Die vorherige Guidance lag bei unter 3,7%. Das Wachstum der verwalteten Vermögenswerte soll rund CHF 1,2 Milliarden betragen, gegenüber einem vorherigen Ziel von CHF 1,0 Milliarden.
Für das Jahr 2030 hat der Konzern konkrete Zielmarken gesetzt. Die Mieteinnahmen sollen auf mehr als CHF 530 Millionen steigen, ausgehend von CHF 456,8 Millionen im Jahr 2025. Bei den Gebühreneinnahmen peilt das Unternehmen mehr als CHF 130 Millionen an, nach CHF 83,6 Millionen im Jahr 2025. Die verwalteten Vermögenswerte sollen bis 2030 auf mehr als CHF 23 Milliarden wachsen, ausgehend von CHF 14,3 Milliarden Ende 2025.
Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist der Gesundheitssektor. Dessen Anteil am Portfolio soll bis 2030 auf rund 10% steigen, von derzeit 7%. In diesem Zusammenhang hat Swiss Prime Site eine vermietete Immobilie in Basel erworben, die zu 40% von Gesundheitsmietern belegt ist. Die jährlichen Mieteinnahmen dieser Liegenschaft belaufen sich auf etwa CHF 1,6 Millionen, die Nettoausbeute liegt bei mehr als 4%. Der Abschluss des Geschäfts wird voraussichtlich am 1. Dezember erfolgen.
Auch bei FlexOffice hat das Unternehmen einen wichtigen Schritt vollzogen. Swiss Prime Site hat die restlichen Anteile an dem Anbieter erworben und damit seinen Beteiligungswert von 33% auf 100% erhöht. Der Abschluss der Transaktion wird im vierten Quartal erwartet. FlexOffice hält einen geschätzten Marktanteil von 20% am Schweizer Markt für verwaltete Büros und flexibles Coworking und soll im Jahr 2027 Umsatzerlöse von mehr als CHF 20 Millionen generieren. An der Dividendenpolitik ändert sich nichts: Das Ausschüttungsziel bleibt bei 80-90% des FFO I.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die aktuelle Meldung reiht sich in eine Serie von Berichten ein, mit denen aktien.news die Entwicklung des europäischen Immobiliensektors begleitet. Bereits am 23.02.2026 berichtete aktien.news, dass die Hamborner REIT AG eine strategische Neuausrichtung ihres Portfolios angekündigt hat. Im Kern steht eine deutliche Reduzierung des Büroimmobilienanteils auf künftig nur noch 10 bis 20 Prozent des Gesamtportfolios. Das Duisburger Unternehmen signalisierte damit eine klare Abkehr vom Bürosektor, der seit der Pandemie unter strukturellem Druck steht. Gleichzeitig veröffentlichte Hamborner REIT seine FFO-Prognose für 2026.
Am 18.03.2026 meldete aktien.news, dass der Schweizer Wohnimmobilienbesitzer Investis für das Geschäftsjahr 2025 ein Wachstum der Mieterträge um 24% verzeichnete. Treiber waren die Erweiterung des Immobilienportfolios sowie höhere Soll-Mietzinse und verbesserte Vermietungsquoten. Der Reingewinn fiel im Jahresvergleich hingegen schwächer aus, was Investis auf das Fehlen von Veräußerungsgewinnen zurückführte. Zugleich konnte das Unternehmen eine Aufwertung seines Immobilienbestands um 113,5 Millionen Schweizer Franken verbuchen.
Auch abseits der reinen Immobilienbewirtschaftung gab es Bewegung. Am 26.01.2026 berichtete aktien.news, dass der dänische Facility-Management-Konzern ISS A/S einen umfassenden Vertrag mit einem großen Life-Science- und Pharmaunternehmen in der Schweiz abgeschlossen hat. Der Auftrag umfasst integrierte Facility Services mit einem jährlichen Volumen von knapp 300 Millionen Dänischen Kronen. Am 11.02.2026 schließlich stufte die US-Investmentbank Jefferies Retail-REITs als einen der aussichtsreichsten Immobiliensektoren für das kommende Jahr ein und verwies auf attraktive Bewertungen sowie niedrige Leerstandsquoten bei Einzelhandelsflächen.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem wegen der Kennzahl FFO I von Interesse. Sie gilt als zentrale operative Steuerungsgröße für Immobilienunternehmen und zeigt, wie viel Mittel aus dem laufenden Betrieb zur Verfügung stehen. Die Anhebung der Prognose für 2026 und das Wachstumsziel bis 2030 geben einen Rahmen für die künftige Ertragsentwicklung vor. Wichtig ist dabei, dass das 2030-Ziel ausdrücklich unter der Annahme unveränderter regulatorischer Rahmenbedingungen und der aktuellen Markterwartungen formuliert ist.
Die unveränderte Dividendenpolitik mit einem Ausschüttungsziel von 80-90% des FFO I dürfte für einkommensorientierte Anleger relevant sein. Sie signalisiert Kontinuität bei der Gewinnbeteiligung. Gleichzeitig zeigt der Ausbau des Gesundheitssektors und der vollständige Erwerb von FlexOffice, dass Swiss Prime Site ihr Portfolio breiter aufstellt und sich von einzelnen Segmenten weniger abhängig machen will. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Für die kommenden Monate stehen konkrete Termine fest. Der Abschluss des Erwerbs der Basler Immobilie wird voraussichtlich am 1. Dezember erfolgen. Die vollständige Übernahme von FlexOffice soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Swiss Prime Site eine Leerstandsquote von rund 3,5% und ein Wachstum der verwalteten Vermögenswerte um rund CHF 1,2 Milliarden. Bis 2030 sollen die Mieteinnahmen auf mehr als CHF 530 Millionen, die Gebühreneinnahmen auf mehr als CHF 130 Millionen und die verwalteten Vermögenswerte auf mehr als CHF 23 Milliarden steigen. Der Anteil des Gesundheitssektors soll dann bei rund 10% liegen.
Kurz erklärt
- Funds from Operations (FFO): Operative Kennzahl für Immobilienunternehmen, die den Mittelzufluss aus dem laufenden Betrieb abbildet.
- Verwaltete Vermögenswerte: Gesamtwert der Immobilien und Vermögen, die ein Unternehmen für sich und Dritte bewirtschaftet.
- Nettoausbeute: Renditekennzahl, die das Verhältnis der Mieteinnahmen zum Kaufpreis einer Immobilie beschreibt.
- Leerstandsquote: Anteil der nicht vermieteten Flächen am gesamten Immobilienbestand eines Unternehmens.
