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Südkorea öffnet Won-Devisenmarkt für ausländische Investoren

Seoul kündigt umfassende Liberalisierung des Won-Handels an – der bisher mutigste Schritt zur Devisenmarktöffnung.

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Südkorea öffnet Won-Devisenmarkt für ausländische Investoren

Südkorea hat einen detaillierten Plan zur Liberalisierung seines Devisenmarktes vorgestellt. Das Finanzministerium gab den Schritt gemeinsam mit der Zentralbank und den Regulierungsbehörden bekannt. Es handelt sich dabei um den bisher weitreichendsten Versuch, den südkoreanischen Won für ausländische Investoren frei handelbar zu machen und die Währung näher an eine vollständige Konvertierbarkeit zu bringen.

Konkret werden ausländische Investoren künftig unbegrenzte Won-Transaktionen über vorregistrierte ausländische Unternehmen abwickeln können. Ab Januar 2027 entfällt dabei die bislang notwendige Pflicht, Won-Konten in Südkorea zu eröffnen. Dies senkt die Einstiegshürde für internationale Marktteilnehmer erheblich und dürfte die Attraktivität des südkoreanischen Kapitalmarkts deutlich steigern.

Won-Überweisungen zwischen Ausländern über den neuen Kanal werden bei den meisten Kapitaltransaktionen von der Vorab-Meldepflicht befreit – mit Ausnahme von Transaktionen im Zusammenhang mit inländischen Immobilien. Die Banken sind ab September lediglich verpflichtet, grundlegende Kontoinformationen zu überprüfen, was den bürokratischen Aufwand spürbar reduziert.

Neues 24-Stunden-Netzwerk der Bank of Korea

Ein zentrales Element der Reform ist ein neues 24-Stunden-Abwicklungsnetzwerk der Bank of Korea. Dieses soll im September den Pilotbetrieb aufnehmen und bis 2027 vollständig implementiert werden. Südkorea prüft zudem Möglichkeiten, lokale Niederlassungen ausländischer Banken bei der Durchführung von Nachtgeschäften zu unterstützen.

Ebenfalls ab September werden Anreize eingeführt, um den Handel von Non-Deliverable Forwards (NDF) hin zu Deliverable Forwards zu verlagern. NDF sind Terminkontrakte, die außerhalb Südkoreas in Fremdwährung abgerechnet werden – ein Mechanismus, der bislang entstand, weil der Won nicht frei handelbar war. Die geplante Verlagerung hin zu Deliverable Forwards würde die Abwicklung direkt in Won ermöglichen und den Offshore-Markt stärken.

Die regulatorischen Lockerungen umfassen außerdem eine mehr als Verdoppelung der Meldeschwellen für Kapitaltransaktionen wie Won-Kredite an Ausländer sowie vereinfachte Verifizierungsverfahren bei Devisenbanken. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den administrativen Aufwand für internationale Marktteilnehmer deutlich zu verringern.

Stärkung der Offshore-Nachfrage nach dem Won

Die Regierung stellte zudem Maßnahmen vor, die die Offshore-Nachfrage nach dem Won vertiefen sollen. So wird die Wertpapierleihe von südkoreanischen Staatsanleihen und Währungsstabilisierungsanleihen zwischen ausländischen Investoren über internationale Zentralverwahrer wie Euroclear und Clearstream gestattet. Für deutsche und europäische Investoren sind diese Namen bestens bekannt – Euroclear und Clearstream gehören zu den wichtigsten Wertpapierabwicklungssystemen weltweit.

Darüber hinaus wird der Zugang ausländischer Zentralbanken und internationaler Institutionen zum südkoreanischen Interbanken-Repo-Markt erweitert. Gebietsfremden wird es zudem ermöglicht, nicht genutzte Won-Bestände in kurzfristige Instrumente zu investieren, und es werden Anreize für die Abwicklung des Handels in Won geprüft.

Zur Absicherung der Marktliquidität plant Südkorea eine zweistufige Sicherung für Overnight-Märkte: Zunächst stellen Devisenbanken Überziehungskredite für ausländische Investoren bereit, bevor die Bank of Korea zusätzliche Unterstützung in Betracht zieht. Auch der Devisenstabilisierungsfonds könnte in Anspruch genommen werden, bis das Abwicklungsnetzwerk der Zentralbank vollständig modernisiert ist. Die Reform markiert einen bedeutenden Schritt in Südkoreas Bemühungen, seinen Kapitalmarkt international wettbewerbsfähiger zu gestalten.

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