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Strategy verkauft Bitcoin mit Verlust – Was Anleger wissen müssen

Der weltgrößte unternehmerische Bitcoin-Halter trennte sich von 3.588 Coins – deutlich unter seiner eigenen Kostenbasis.

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Strategy verkauft Bitcoin mit Verlust – Was Anleger wissen müssen

Strategy (Ticker: MSTR), der weltweit größte unternehmerische Halter von Bitcoin, hat zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli insgesamt 3.588 Bitcoins verkauft. Der Erlös belief sich auf rund 216 Millionen US-Dollar. Dies geht aus einer Offenlegung vom 6. Juli hervor und stellt den bisher größten Bitcoin-Verkauf des Unternehmens dar.

Besonders auffällig: Der Verkauf erfolgte zu einem Kurs von rund 62.000 US-Dollar je Bitcoin – und damit deutlich unterhalb der durchschnittlichen Kostenbasis des Unternehmens von 75.700 US-Dollar. Strategy realisierte damit einen Verlust auf seine Investition. Der Grund für den Verkauf: Das Unternehmen benötigt Barmittel, um Dividenden für einige seiner Aktienklassen zu bedienen.

Zum Vergleich: Einen Monat zuvor hatte Unternehmensgründer Michael Saylor einen Verkauf von lediglich 32 Bitcoins noch als „Impfung" für den Markt bezeichnet. Der aktuelle Verkauf ist mehr als 100-mal größer.

Warum Strategy nun Bitcoins verkauft

Strategy verfügt über mehrere verschiedene Aktienklassen, darunter STRF, STRK, STRD und STRC, die allesamt Bardividenden ausschütten. Der jährliche Aufwand für diese Dividendenzahlungen beläuft sich auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar – eine erhebliche finanzielle Verpflichtung.

Jahrelang finanzierte das Unternehmen seinen Bitcoin-Kauf durch die Ausgabe neuer Stammaktien (MSTR), die mit einem deutlichen Aufschlag auf den Nettoinventarwert gehandelt wurden. Die Erlöse flossen direkt in den Erwerb weiterer Bitcoins. Dieses Modell funktionierte gut, solange der Bitcoin-Kurs stieg: Höhere Preise steigerten den Wert der Aktien, was Investoren bereit machte, eine Verwässerung durch Neuemissionen zu akzeptieren.

Dieser positive Kreislauf ist nun ins Stocken geraten. Der Aufschlag auf den MSTR-Kurs ist eingebrochen, und Ende Juni notierte die Aktie kurzzeitig sogar unter dem Wert der gehaltenen Bitcoin-Bestände. Neue Aktien zu diesem reduzierten Kurs auszugeben, würde bestehende Aktionäre erheblich verwässern. Als Reaktion darauf veröffentlichte Strategy am 29. Juni ein neues „Digital Credit Capital Framework", das Bitcoin-Verkäufe im Wert von bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar autorisiert – anstelle weiterer Aktienemissionen.

Was bedeutet das für Bitcoin-Anleger?

Für langfristig orientierte Bitcoin-Halter gibt es laut Analysten mehrere Gründe, die Lage nüchtern zu betrachten. Erstens die Größenordnung: Der Verkauf von 3.588 Coins mag auf den ersten Blick groß wirken, ist jedoch im Verhältnis zum täglichen Handelsvolumen von Bitcoin – das am 7. Juli bei 33,2 Milliarden US-Dollar lag – kaum mehr als eine Randnotiz.

Strategy hält weiterhin rund 4 Prozent aller im Umlauf befindlichen, geminten Bitcoins. Ein quartalsweiser Verkauf von einigen tausend Coins ist weit entfernt von einer vollständigen Auflösung der Bestände.

Das eigentliche Risiko liegt in einem möglichen Teufelskreis: Ein dauerhaft schwacher Bitcoin-Kurs könnte den MSTR-Aufschlag weiter erodieren, was zu noch größeren Coin-Verkäufen zwingen würde, die den Preis wiederum weiter drücken. Dieser Mechanismus könnte jedoch nur dann greifen, wenn der Bitcoin-Kurs über einen längeren Zeitraum unterhalb der Kostenbasis von Strategy verharrt.

Selbst im Extremszenario – einem vollständigen Verkauf aller Bitcoin-Bestände durch Strategy – würden die fundamentalen Eigenschaften von Bitcoin, wie die algorithmisch begrenzte Gesamtmenge und die stetig zunehmende Knappheit, unberührt bleiben. Die aktuellen Maßnahmen von Strategy erscheinen daher als kurzfristiges Marktrauschen, das den langfristigen Wert des Vermögenswerts nicht nachhaltig beeinflussen dürfte.

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