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Spectrum-Rakete stürzt nach Start ins Meer

Erster Flug stärkt Europas Raumfahrt trotz technischer Schwierigkeiten und wachsender Konkurrenz aus dem Ausland

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Spectrum-Rakete stürzt nach Start ins Meer

Die Spectrum-Rakete des bayerischen Unternehmens Isar Aerospace ist kurz nach ihrem Start auf dem norwegischen Weltraumbahnhof Andøya abgestürzt. Nur etwa 30 Sekunden nach dem Abheben geriet die Rakete in eine instabile Fluglage, kippte und stürzte anschließend ins Meer. Trotz dieses Absturzes bewertete Daniel Metzler, Geschäftsführer des Münchner Start-ups, den Flug als Erfolg, da zahlreiche Daten gesammelt wurden. Diese Informationen sollen nun dazu dienen, die nächste Rakete noch besser vorzubereiten.

Dieser Start der Spectrum war der erste Versuch, eine kommerzielle Rakete aus Deutschland von europäischem Boden aus in den Orbit zu schicken. Damit setzte Isar Aerospace einen Meilenstein in der europäischen Raumfahrtindustrie. Wirtschaftsminister Robert Habeck bezeichnete den Start als strategisch bedeutend für die europäische Wettbewerbsfähigkeit. Die Fähigkeit, eigenständig ins Weltall vorzustoßen, sei entscheidend für die Souveränität Europas, insbesondere in sicherheitsrelevanten Bereichen wie der Satellitenkommunikation oder der militärischen Aufklärung aus dem All.

Europas Abhängigkeit von internationalen Partnern, vor allem den USA, gilt inzwischen als problematisch. Während früher Satelliten der Bundeswehr beispielsweise mit SpaceX-Raketen ins All gebracht wurden, erscheint dies heute aufgrund politischer Spannungen als zu riskant. Der Start eigener Raketen könnte somit die sicherheitspolitische Autonomie Europas erhöhen.

Parallel zum sicherheitspolitischen Aspekt boomt der Markt für kommerzielle Raketenstarts. Die Nachfrage nach Satelliten steigt rapide: Neben Kommunikation sollen Satelliten zunehmend Waldbrände erkennen, Methanemissionen messen oder den Schiffsverkehr überwachen. Jeden Tag kommen durchschnittlich zehn neue Satelliten hinzu. Isar Aerospace plant, mit der Spectrum-Rakete einen bedeutenden Anteil dieser Starts durchzuführen, und hat dafür bereits Aufträge bis ins Jahr 2027 gesichert.

Die von Isar Aerospace entwickelte Spectrum-Rakete ist vergleichsweise klein und für den Transport von einzelnen, kleineren Satelliten vorgesehen. Ihr Konzept bietet Kunden eine flexible Alternative zu großen Raketenanbietern wie SpaceX. Allerdings räumen Branchenexperten ein, dass der technologische Vorsprung von SpaceX erheblich bleibt und Isar Aerospace derzeit keine direkte Konkurrenz darstellt. Trotzdem entwickelt das Unternehmen bereits eine Produktionsstätte nahe München, die eine Serienfertigung ermöglichen und Kosten reduzieren soll. Der Startplatz in Nordnorwegen bietet dabei günstige Bedingungen für Starts in polare Umlaufbahnen, die besonders von Erdbeobachtungssatelliten bevorzugt werden.

Weitere Raketen europäischer Start-ups stehen kurz vor ihrem ersten Start. Wettbewerber aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland wollen ebenfalls bald ihre Raketen in den Orbit bringen. Experten sehen daher das Rennen um die europäische Raumfahrtzukunft noch als offen an.

RaumfahrtEuropaDeutschlandIsar Aerospace

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