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Sparkassen senken erneut Tagesgeldzinsen

Kunden erhalten bei anderen Banken deutlich höhere Zinsen für ihr Tagesgeld.

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Sparkassen senken erneut Tagesgeldzinsen

Die Sparkassen haben kürzlich die Zinsen für Tagesgeldeinlagen gesenkt, obwohl diese ohnehin bereits niedrig waren. Eine Analyse von Barkow Consulting zeigt, dass elf Sparkassen in den zwei Wochen nach der Zinssenkung der Europäischen Zentralbank die Zinsen für Tagesgeld reduziert haben. Im Durchschnitt bieten die Sparkassen laut Barkow Consulting 0,53 Prozent Zinsen auf Tagesgeld. Ein Vergleichsportal namens Verivox hat festgestellt, dass öffentlich-rechtliche Geldhäuser einen etwas höheren Durchschnittszins aufweisen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am 6. Juni den Einlagensatz für Geschäftsbanken von 4,0 auf 3,75 Prozent gesenkt. Diese Senkung folgte auf eine Serie von zehn aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen zwischen Mitte 2022 und September 2023. Die Sparkassen stehen aufgrund ihrer niedrigen Tagesgeldzinsen seit Längerem in der Kritik. Im Vergleich zu bundesweit aktiven, meist privaten Banken, die derzeit im Schnitt 1,7 Prozent Zinsen auf Tagesgeld bieten, liegen die Sparkassen und Genossenschaftsbanken deutlich darunter. Verivox hat die Daten von 318 der insgesamt 350 Sparkassen sowie von 370 der rund 700 Genossenschaftsbanken ausgewertet und festgestellt, dass die Sparkassen im Durchschnitt 0,63 Prozent und die Genossenschaftsbanken 0,65 Prozent Zinsen bieten.

Interessanterweise haben mehr bundesweit aktive Banken ihre Tagesgeldzinsen im Juni gesenkt, obwohl sie von einem höheren Ausgangsniveau starteten. Acht von 87 bundesweit aktiven Geldhäusern haben die Zinsen gesenkt. Diese Banken waren im Marktvergleich besonders großzügig mit ihren Zinsen, was laut Oliver Maier, Geschäftsführer bei Verivox Finanzvergleich, eine schnelle Anpassung an veränderte Marktbedingungen erforderlich machte.

Einige Sparkassen und Genossenschaftsbanken zahlten bereits zu Beginn des Monats weniger als ein Prozent Zinsen und haben diese im Juni weiter reduziert. Laut Maier haben diese Institute die hohen Zinsen der letzten Monate kaum an ihre Kunden weitergegeben und sind jetzt bei den Zinssenkungen vorne mit dabei. Trotz hoher Gewinne im vergangenen Jahr haben Sparkassen und Volksbanken im Schnitt niedrige Tagesgeldzinsen gezahlt und gleichzeitig Zertifikate verkauft. Die Sparkassen verdienten 2023 vor Steuern 17 Milliarden Euro, die Genossenschaftsbanken fast elf Milliarden Euro.

Eine Umfrage der Beratungsfirma Investors Marketing zeigt, dass die Kundenzufriedenheit bei den Sparkassen aufgrund der niedrigen Zinsen gesunken ist. Der Lobbyverband der Sparkassen, DSGV, argumentiert, dass die Fokussierung auf Tagesgeldzinsen nicht zielführend sei. Langfristig angelegtes Wertpapiersparen oder Investitionen in Festgeld seien sinnvoller. Der Branchenverband der Volks- und Raiffeisenbanken, BVR, betont ebenfalls den Unterschied zwischen den Laufzeiten kurzfristiger Einlagen und langfristiger Kredite.

Im Vergleich zu Sparkassen und Volksbanken bieten andere Banken deutlich höhere Zinsen auf Tagesgeld. Der deutsche Broker XTB bietet aktuell 4,2 Prozent für drei Monate. Ähnlich hohe Zinsen bieten der Neobroker Trade Republic mit 3,75 Prozent und die spanische Openbank, bei der ein Girokonto eröffnet werden muss. Die niederländische Neobank Bunq verzinst Tagesgeld vier Monate lang mit 4,01 Prozent. Diese Angebote sind jedoch oft an bestimmte Bedingungen geknüpft und die Zinsen sinken nach Ablauf der Zinsbindung.

EZBZinsenPreissenkungen

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