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Spargelbauern unter Druck: Mindestlohn bedroht Wettbewerbsfähigkeit

Steigende Kosten und internationaler Wettbewerb zwingen Brandenburgs Spargelbauern, Ausnahmen beim Mindestlohn zu fordern.

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Die Spargelsaison 2025 hat früh begonnen: Milde Märztemperaturen sorgten dafür, dass Brandenburgs Bauern bereits vor Ostern die ersten Stangen ernten konnten. Vor allem rund um Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark – dem bedeutendsten Spargelanbaugebiet Deutschlands gemessen an der Anbaufläche – herrscht Aufbruchsstimmung. Doch hinter dem saisonalen Optimismus verbergen sich ernste wirtschaftliche Sorgen.

Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins, zeigt sich zwar "grundsätzlich optimistisch", doch die weltpolitische und wirtschaftliche Lage "betrüben uns ein wenig". Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Anbaufläche rund um Beelitz ist seit 2018 um ein Drittel geschrumpft – von 1.800 Hektar auf heute nur noch rund 1.200 Hektar. Ein dramatischer Rückgang, der die strukturellen Probleme der Branche widerspiegelt.

Mindestlohn und Spritpreise als Kostentreiber

Als größte Belastungsfaktoren nennt Jakobs die hohen Kraftstoffpreise sowie die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf aktuell 13,90 Euro pro Stunde. "Das sind enorm steigende Kosten, und wir wollen ja unseren Spargel trotzdem so anbieten, dass die Bürger ihn auch kaufen können und wollen", betont der Vereinsvorsitzende. Um die Betriebskosten zu senken, bündeln die Betriebe beispielsweise Lieferungen an Kunden, um Fahrtwege und damit Spritkosten zu minimieren.

Die Ernte selbst wird traditionell von Saisonarbeitern aus Osteuropa durchgeführt. Auf dem Hof von Jakobs stammen 85 Prozent der Arbeiter aus Rumänien, 15 Prozent aus Polen. Ab 6 Uhr morgens stechen sie den unter Folie gewachsenen Spargel. Sie erhalten den gesetzlichen Mindestlohn – der laut Jakobs nirgendwo sonst in Europa so hoch ist wie in Deutschland. Probleme bei der Rekrutierung von Saisonkräften haben die Brandenburger Betriebe deshalb derzeit nicht: Deutschland gilt als attraktiver Arbeitsmarkt.

Forderung nach differenziertem Mindestlohn

Die Landwirte fordern nun einen sogenannten differenzierten Mindestlohn für Saisonarbeiter – konkret sollen diese nur etwa 80 Prozent des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns erhalten. Jakobs sieht darin eine Notwendigkeit: Eine solche Regelung "würde helfen, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern". Ob die Politik diesen Vorstoß aufgreift, bleibt abzuwarten.

Der Hintergrund: Deutsche Spargelbauern konkurrieren direkt mit Produzenten aus Spanien, Frankreich und Italien. Dort liegen die Lohnkosten deutlich niedriger, was sich unmittelbar im Supermarktregal niederschlägt. "Die Produzenten dort haben enorme Wettbewerbsvorteile gegenüber uns, und sie können natürlich ihr Produkt dann im Supermarkt billiger anbieten", erklärt Jakobs. Für heimische Erzeuger bedeutet das: Entweder höhere Preise – oder rote Zahlen.

Für Anleger mit Interesse am Agrarsektor verdeutlicht die Situation exemplarisch, wie regulatorische Eingriffe wie Mindestlohnerhöhungen direkt die Kostenstruktur arbeitsintensiver Branchen belasten. Ähnliche Debatten werden europaweit in der Landwirtschaft geführt, wo saisonale Arbeitskräfte und internationale Konkurrenz die Margen unter Dauerdruck setzen.

Im vergangenen Jahr ernteten Brandenburgs Bauern rund 19.000 Tonnen Spargel. Wie die Ernte 2025 ausfällt, wird sich erst Ende Juni zeigen – traditionell endet die Saison am 24. Juni. Jakobs appelliert unterdessen an die Verbraucher: Wer regionalen Spargel kaufe, leiste einen direkten Beitrag zur Sicherung der heimischen Landwirtschaft.

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