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SK Hynix beantragt US-Genehmigung für Chip-Ausrüstung nach China

Der südkoreanische Halbleiterhersteller will US-Ausrüstung in Dalian installieren und verknüpft dies mit einer neuen NAND-Fabrik in den USA.

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SK Hynix beantragt US-Genehmigung für Chip-Ausrüstung nach China

Der südkoreanische Halbleiterhersteller SK Hynix Inc (KS: 000660) hat bei den USA die Genehmigung beantragt, zusätzliche in den Vereinigten Staaten hergestellte Ausrüstung zur Chipfertigung an seine Produktionsstätte in China zu liefern. Wie Reuters am Donnerstag berichtete, verknüpft das Unternehmen diesen Schritt mit den Plänen seiner US-Tochter Solidigm, eine neue Fabrik für NAND-Flashspeicher in den USA zu errichten. Damit rückt ein Vorhaben in den Fokus, das die angespannte Lage zwischen Washington und Peking im Halbleitersektor unmittelbar berührt.

Konkret beabsichtigt SK Hynix, Ausrüstung in einem ungenutzten Bereich seiner Dalianer Anlage zu installieren, der als Mod B bekannt ist. Ziel ist es, die NAND-Produktion angesichts eines globalen Mangels an Speicherchips zu steigern, der die Preise deutlich in die Höhe getrieben hat. NAND-Flashspeicher werden in Festplattenlaufwerken eingesetzt, die in Rechenzentren für künstliche Intelligenz und Cloud Computing genutzt werden. Der Bereich Mod B wurde bereits 2023 fertiggestellt, die Installation der Ausrüstung blieb jedoch infolge eines Einbruchs auf dem Speichermarkt unvollständig.

Exportlizenz für Dalian im Zentrum

Solidigm beantragt eine Exportlizenz für zusätzliche Ausrüstung für den Standort Dalian, wo Werkzeuge von US-Unternehmen wie Lam Research, Applied Materials und KLA zum Einsatz kommen. SK Hynix teilte Reuters mit, dass die Installation der Ausrüstung in Mod B in enger Abstimmung mit und unter Genehmigung der US-Regierung erfolgt. Das Unternehmen fügte hinzu, dass es nicht beabsichtige, die Kapazitäten der Anlage auszuweiten. Diese Aussage dürfte auch als Signal an die US-Behörden zu verstehen sein, die auf eine Begrenzung des Technologietransfers nach China achten.

Nach Angaben einer von Reuters zitierten Quelle würde zusätzliche Produktion in China Solidigm dabei helfen, seine vorgeschlagene NAND-Fabrik in den USA zu finanzieren. Sie solle als Brücke dienen, um die Produktion schrittweise ins Inland zu verlagern. Laut dem Bericht prüft Solidigm zudem einen Börsengang (IPO), der bereits nächstes Jahr erfolgen könnte, um die geplante Investition zu finanzieren. Damit verbindet das Unternehmen zwei strategische Ziele: die kurzfristige Nutzung bestehender Kapazitäten in China und den langfristigen Aufbau einer Fertigung auf US-Boden.

Druck aus Washington und Kursverlust in Seoul

Washington übt Druck auf ausländische Chiphersteller aus, mehr Produktionskapazitäten in den USA aufzubauen, während gleichzeitig der Export von Halbleiterausrüstung nach China eingeschränkt wird. Ziel ist es, Pekings Entwicklung fortschrittlicher Chips für Anwendungen in den Bereichen künstliche Intelligenz und Militär zu begrenzen. Das US-Wirtschaftsministerium hat Ausnahmen widerrufen, die SK Hynix und Samsung Electronics zuvor erlaubt hatten, amerikanische Ausrüstung zur Chipfertigung an ihren chinesischen Standorten ohne separate Lizenzen zu erhalten. Für beide Konzerne bedeutet das, dass sie für jeden zusätzlichen Ausrüstungstransfer nun einzeln um Genehmigung ersuchen müssen.

Für Anleger zeigt sich die Unsicherheit auch am Kapitalmarkt. Die an der Börse in Seoul notierten Aktien von SK Hynix fielen am Donnerstag im Zuge einer breiten Ausverkaufswelle im Technologiesektor um etwa 11%. Der Kursrückgang unterstreicht, wie sensibel der Markt auf regulatorische Risiken und die Abhängigkeit von chinesischen Produktionsstandorten reagiert.

Für deutsche Privatanleger ist der Fall vor allem deshalb relevant, weil er die enge Verflechtung der globalen Halbleiterlieferkette verdeutlicht. SK Hynix zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Speicherchips, die in Rechenzentren, Servern und KI-Systemen zum Einsatz kommen. Verschiebungen bei Produktionsstandorten und Exportgenehmigungen können daher die Verfügbarkeit und die Preise von Speicherbausteinen beeinflussen – ein Faktor, der auch für europäische Technologieunternehmen und deren Zulieferer von Bedeutung ist. Der Ausgang des Genehmigungsverfahrens in Washington dürfte damit nicht nur für SK Hynix, sondern für die gesamte Branche richtungsweisend sein.

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