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Siemens bringt KI in Fabriken

Copilot erleichtert Programmierung, Microsoft profitiert durch Azure-Integration

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Siemens bringt KI in Fabriken

Siemens setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI) in der Industrie und führt den "Siemens Industrial Copilot" flächendeckend bei seinen Kunden ein. Diese KI-Copiloten sollen die Programmierung und Kommunikation mit Maschinen erleichtern und werden zunächst als kostenlose Basisversion angeboten. Erst Ende des Jahres wird eine kostenpflichtige Premium-Version mit erweiterten Funktionen folgen. Rainer Brehm, Leiter der Sparte Digitale Fabrik bei Siemens, betont, dass es dem Unternehmen im ersten Schritt nicht darum gehe, mit dem Copiloten Geld zu verdienen, sondern schnell zu lernen und die Technologie zu skalieren.

Der Copilot wird als Baustein der Transformation von Siemens zu einem digitalen Akteur gesehen und nicht als Einzellösung. Der Ansatz, KI-Copiloten auf Produktionsebene anzubieten, wird von Branchenexperten als innovativ eingeschätzt. Vor allem mittelständische Unternehmen könnten von dieser Technologie profitieren, da Programmierer oft schwer zu finden und stark ausgelastet sind. Die Nutzung der KI in der Fabrik lohnt sich besonders, wenn Steuerungen häufig umprogrammiert werden müssen, wie es im Sondermaschinenbau oft der Fall ist.

Microsoft, als Technologiepartner von Siemens, wird unmittelbar von diesem neuen Angebot profitieren, da der Copilot auf der Cloud-Plattform Azure von Microsoft basiert. Unternehmen, die den Siemens Copilot nutzen wollen, müssen Zugang zu Azure haben, was die Zusammenarbeit für bestehende Azure-Kunden besonders attraktiv macht. Die Abrechnung für Azure erfolgt nutzungsbasiert, sodass Microsoft ein erhebliches Interesse daran hat, dass Kunden die Dienste intensiv in ihre Wertschöpfung integrieren.

Das Cloud-Geschäft gewinnt unter Microsoft-CEO Satya Nadella zunehmend an Bedeutung. Im letzten Quartal erzielte die Sparte "Intelligent Cloud" 27 Milliarden Dollar Umsatz, was einem Anstieg von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Künstliche Intelligenz trägt erheblich zu diesem Wachstum bei. Microsoft plant, möglichst viele Industrieunternehmen zu befähigen, eigene Copiloten zu entwickeln, um Effizienzgewinne zu erzielen.

Der Einsatz von KI in den Fabriken zeigt bereits deutliche Vorteile. Bei Schaeffler, einem der Pilotkunden, wurde der Prozess der Maschineninstallation erheblich beschleunigt. Der Siemens-Copilot kann Eingaben in natürlicher Sprache in Codes übersetzen, wobei nur etwa 20 Prozent der Ergebnisse nachbearbeitet werden müssen. Zudem kann der Copilot prüfen, ob eine Maschine rundläuft oder eine Wartung benötigt.

Die Einführung von KI-Copiloten birgt auch Herausforderungen, wie die Sicherstellung der Datensicherheit und die Einhaltung von Urheberrechten. Siemens unterstützt seine Kunden bei der "Daten-Governance", um sicherzustellen, dass der Industrial Copilot skalierbar eingesetzt werden kann. Die generierten Codes werden intern mit durch Prozesse abgesicherter Sorgfalt verwendet. Das Wissen für den Copiloten stammt allein aus den Daten des jeweiligen Unternehmens, um sicherzustellen, dass keine vermeintlichen Fakten erfunden werden.

Siemens plant, den Service auch in China anzubieten, wobei die konkreten Modalitäten noch unklar sind. Der Bereich Digital Industries, zu dem die Digitale Fabrik gehört, hatte zuletzt mit Rückgängen bei Nachfrage und Gewinn zu kämpfen, was die Notwendigkeit für neue Impulse im Automatisierungsgeschäft verdeutlicht.

SiemensKünstliche Intelligenz

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