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Merck stellt Studie zu Krebsmedikament ein

Umsatzverlust droht durch Ablauf wichtiger Patente und gescheiterte Arzneimittel

Merck stellt Studie zu Krebsmedikament ein

Der Pharmakonzern Merck hat die Studien zu einem wichtigen Krebsmittel eingestellt. Diese Entscheidung wurde am Montagabend in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt gegeben. Das Medikament, Xenivapant, war zur Behandlung von Kopf- und Halskrebs vorgesehen und befand sich bereits in der letzten Phase der klinischen Studien, die für die Zulassung notwendig ist. Xenivapant galt bei Merck als potenzieller Umsatzbringer, der den bevorstehenden Ablauf wichtiger Patente kompensieren sollte. Der Abbruch der Studie stellt daher einen erheblichen Rückschlag für das Unternehmen dar.

Laut Merck zeigte eine planmäßige Zwischenanalyse der Studiendaten, dass das Hauptziel der Studie, eine längere Überlebenszeit der Patienten im Vergleich zur Standardtherapie, aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erreicht werden würde. Diese Nachricht führte zu einer deutlichen Reaktion an der Börse: Die Merck-Aktie verlor am Dienstagmorgen über 10 Prozent und war damit der schwächste Wert im Leitindex DAX. Analysten zeigten sich überrascht und bezeichneten den Rückschlag als belastend für die Aktien des Unternehmens.

Dies ist bereits das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass Merck einen Rückschlag bei einem wichtigen Medikament hinnehmen muss. Im Dezember scheiterte das Mittel Evobrutinib gegen Multiple Sklerose in der entscheidenden Phase der klinischen Studien. Auch dieses Medikament wurde als potenzieller Milliardenumsatzbringer betrachtet und galt als ein Hoffnungsträger in der Pipeline des Unternehmens.

Für Merck stellt sich nun die Frage, wie das Unternehmen im Pharmabereich ab 2027 weiter wachsen soll. Dann läuft das Patent für das Multiple-Sklerose-Mittel Mavenclad aus, das zuletzt knapp eine Milliarde Euro Umsatz eingebracht hat. Die Pharmasparte wird von Beobachtern zunehmend als Problembereich angesehen. Ursprünglich hatte Merck geplant, sowohl Evobrutinib als auch Xenivapant ab 2025 auf den Markt zu bringen, doch diese Pläne müssen nun aufgegeben werden. Neue vielversprechende Medikamente sind nicht in unmittelbarer Aussicht, da sich nur ein weiteres Mittel in der zulassungsrelevanten Phase der klinischen Studien befindet.

Neben seinen pharmazeutischen Aktivitäten ist Merck auch in anderen Bereichen tätig, wie dem Laborgeschäft und der Herstellung von Spezialchemikalien für Chips und Displays. Das Jahr 2023 bezeichnete das Unternehmen selbst als „Übergangsjahr“, in dem die Nachfrage aufgrund hoher Lagerbestände bei den Kunden verhalten war. Insgesamt setzte Merck 2023 rund 21 Milliarden Euro um, wobei 38 Prozent davon auf den Pharmabereich entfielen. Für 2024 strebt das Unternehmen wieder Wachstum an.

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