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SEC schafft Pattern-Day-Trader-Regel ab – Robinhood-Aktie springt an

Die US-Börsenaufsicht genehmigt das Ende der umstrittenen $25.000-Mindestkapitalpflicht für häufige Daytrader – Broker-Aktien profitieren sofort.

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SEC schafft Pattern-Day-Trader-Regel ab – Robinhood-Aktie springt an

Die US-Börsenaufsicht SEC hat am Dienstag grünes Licht für die Abschaffung der sogenannten „Pattern Day Trader"-Regelung gegeben. Diese Regel verpflichtete Anleger, die innerhalb von fünf Handelstagen vier oder mehr Daytrades in einem Marginkonto tätigten, ein Mindestguthaben von 25.000 US-Dollar auf ihrem Konto zu halten. Wer diesen Schwellenwert unterschritt, dem wurde die Eröffnung neuer Positionen gesperrt.

Die Nachricht beflügelte umgehend die Aktien von Unternehmen, die als Profiteure der Regeländerung gelten. Robinhood-Aktien (HOOD) zählten am Mittwoch zu den größten Gewinnern im gesamten S&P 500. Die Papiere von Webull (BULL) legten rund 11 Prozent zu. Brokerhäuser und andere Marktteilnehmer begrüßten die Entscheidung einhellig.

Was die Regeländerung konkret bedeutet

Die bisherige Regelung wurde kurz nach dem Platzen der Dotcom-Blase eingeführt und galt seitdem als eine der umstrittensten Vorschriften für Privatanleger im US-Markt. Kritiker bezeichneten die Mindestkapitalanforderung als willkürlich und ungerecht. In Kommentaren an die SEC sprachen Anleger von „diskriminierenden, auf Vermögen basierenden Schwellenwerten", einer „auf Angst basierenden Entscheidungsfindung" und erhöhtem Stress im Handelsalltag.

Anthony Denier, US-Chef von Webull, brachte die Kritik auf den Punkt: „Der Saldo wurde willkürlich auf $25.000 festgelegt", sagte er in einem Interview mit Investopedia. Die Forderung nach einer Geldsumme, über die Privatanleger „meistens nicht verfügen", sorge für eine „sehr schlechte Nutzererfahrung".

Steve Quirk, Chief Brokerage Officer von Robinhood, erklärte in einer Stellungnahme: „Die Aktualisierungen der FINRA zu den Pattern-Day-Trading-Anforderungen sind ein bedeutender Schritt nach vorn zur Stärkung von Privatanlegern."

Neues System: Echtzeit-Überwachung statt starrer Schwellenwerte

An die Stelle der bisherigen Regelung treten Intraday-Margin-Bestimmungen der FINRA – der US-Selbstregulierungsbehörde für Broker. Diese ermöglichen es Broker-Dealern, mittels Echtzeit-Überwachung eigenständig zu entscheiden, wann ein Handelslimit für einen Kunden erreicht ist. Das System ist damit flexibler und individueller als die bisherige Pauschalregel.

Nicht alle Marktteilnehmer sehen die Abschaffung unkritisch. Befürworter der alten Regel argumentierten, sie habe als nützlicher Schutz für weniger erfahrene Anleger gedient, die möglicherweise weniger vorsichtig bei der Eingehung potenziell schädlicher Risiken seien. Diese Schutzfunktion entfällt nun zumindest in ihrer bisherigen Form.

Wann tritt die neue Regelung in Kraft?

Bis die Änderung tatsächlich wirksam wird, sind noch mehrere Schritte erforderlich:

  • Die SEC muss die Regeländerung zunächst offiziell im Federal Register veröffentlichen.
  • Anschließend muss die FINRA eine regulatorische Mitteilung mit einem konkreten Inkrafttretensdatum herausgeben – häufig 30 Tage nach Veröffentlichung der Mitteilung.
  • Broker-Dealer müssen die Änderungen auf ihren Plattformen technisch implementieren, was voraussichtlich kurz nach dem Inkrafttretensdatum erfolgen wird.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung vor allem als Signal relevant: Der Trend zur Deregulierung im US-Retail-Brokerage-Markt stärkt Plattformen wie Robinhood und Webull, die auch international aktiv sind. Anleger mit Marginkonten in den USA, die bisher ihre Trades sorgfältig zählten, um die Kennzeichnung als Pattern Day Trader zu vermeiden, können ihre Handelsaktivitäten künftig deutlich freier gestalten.

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