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Schaeffler stemmt 240 Millionen Euro Sonderabschreibungen im China-Geschäft

Der Zulieferer belastet sein Ergebnis mit Sonderabschreibungen und Rückstellungen von 240 Millionen Euro, bestätigt aber die Jahresprognose.

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Schaeffler stemmt 240 Millionen Euro Sonderabschreibungen im China-Geschäft

Der Automobilzulieferer Schaeffler hat sein Ergebnis mit Sonderabschreibungen und Rückstellungen in Höhe von insgesamt 240 Millionen Euro belastet. Wie das Unternehmen aus Herzogenaurach am Dienstag mitteilte, entfielen allein 220 Millionen Euro auf das Sommerquartal. Hintergrund sind anhaltende Volumenreduzierungen bei Projekten europäischer Automobilhersteller, vor allem in China.

Die Abschreibungen betreffen nach Angaben des Konzerns vor allem Produktionsanlagen, die nicht mehr benötigt werden. Zusätzlich nimmt Schaeffler eine Portfolio-Bereinigung bei spezifischen Thermomanagementsystemen vor. Damit reagiert das Management auf veränderte Marktbedingungen und passt die Kapazitäten an die gesunkene Nachfrage an.

Belastung trifft auf robuste operative Entwicklung

Trotz der milliardenschweren Sonderlast zeigt sich das operative Geschäft von einer stabileren Seite. In den ersten neun Monaten erreichte die bereinigte Gewinnmarge 4,5 Prozent und lag damit 0,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Erlöse gingen im gleichen Zeitraum um 200 Millionen Euro auf 17,5 Milliarden Euro zurück.

Für Privatanleger ist die Unterscheidung zwischen bereinigten und unbereinigten Kennzahlen entscheidend. Die bereinigte Marge blendet Sondereffekte wie die aktuellen Abschreibungen bewusst aus, um das zugrunde liegende Ertragspotenzial sichtbar zu machen. Genau dieser bereinigte Wert hat sich laut Unternehmen verbessert, während die Sonderbelastungen das berichtete Ergebnis drücken.

Konzernchef Klaus Rosenfeld ordnet den Schritt als strategische Bereinigung ein: "Mit den einmaligen Sonderabschreibungen reduzieren wir proaktiv bilanzielle Risiken und verbessern unser Ergebnispotenzial in den Folgejahren." Die Formulierung deutet darauf hin, dass Schaeffler die Last bewusst in einem Schritt verbucht, um die kommenden Geschäftsjahre zu entlasten.

China-Geschäft soll ausgebaut werden

Bemerkenswert ist der scheinbare Widerspruch: Obwohl das China-Geschäft mit europäischen Herstellern schwächelt, will Schaeffler das Geschäft mit chinesischen Autobauern ausweiten. Der Konzern setzt also darauf, die wegfallenden Volumina europäischer Kunden durch Aufträge heimischer chinesischer Hersteller zu kompensieren. Ob dieser Plan aufgeht, dürfte für die künftige Entwicklung des Zulieferers entscheidend sein.

Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen. Anleger reagierten dennoch nervös: Die Schaeffler-Aktie notierte im frühen Handel mehr als drei Prozent im Minus. Der Kursrückgang zeigt, dass der Markt die Sonderbelastung zunächst negativ bewertet, auch wenn die bereinigten Kennzahlen und die bestätigte Prognose für Stabilität sprechen.

Für Anleger lohnt sich der Blick auf zwei Punkte. Erstens: Wie stark belasten weitere Sonderfaktoren künftig das Ergebnis? Zweitens: Wie schnell gelingt der Ausbau des China-Geschäfts mit lokalen Herstellern? Beide Fragen dürften die Kursentwicklung der kommenden Quartale maßgeblich bestimmen. Die aktuelle Mitteilung liefert dazu erste Hinweise, aber noch keine endgültige Antwort.

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