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Stellantis: Q3-Absatz sinkt leicht, USA-Neuausrichtung nimmt Fahrt auf

Der Autokonzern verkauft knapp 1,3 Millionen Fahrzeuge, Europa wächst, Nordamerika schwächelt deutlich.

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Stellantis: Q3-Absatz sinkt leicht, USA-Neuausrichtung nimmt Fahrt auf

Stellantis hat im dritten Quartal etwas weniger Fahrzeuge verkauft. Der Absatz ging um ein Prozent auf knapp 1,3 Millionen Fahrzeuge zurück, wie der Konzern am Dienstag in Amsterdam auf Basis vorläufiger Schätzungen mitteilte. Damit bestätigt sich das Bild eines Autobauers, der vor allem in Übersee unter Druck steht.

Der Rückgang konzentrierte sich auf Nordamerika und die Region Naher Osten/Afrika. In Nordamerika sanken die Auslieferungen um zwölf Prozent. Als Grund nennt das Unternehmen geplante Produktionsunterbrechungen im Sommer. In Europa, dem größten Markt nach Stückzahlen, legte der Absatz dagegen um zehn Prozent zu. Getragen wurde das Plus von einer höheren Nachfrage nach Elektrofahrzeugen.

USA als Sorgenkind

Die Zahlen machen deutlich, wo die Probleme liegen. Nordamerika galt lange als lukrativster Markt für Stellantis, geriet zuletzt aber in schwere Bedrängnis. Zu hohe Produktion und ein Preisverfall setzten das Geschäft unter Druck. Der Konzern mit italienischen, französischen und amerikanischen Wurzeln muss dort gegensteuern.

Ein weiterer Faktor ist die politische Kehrtwende in den USA. Unter Präsident Donald Trump hat sich der Kurs bei Elektroautos verändert. Der neue Chef Antonio Filosa setzt deshalb in den USA wieder stärker auf Verbrenner. Im Mittelpunkt stehen große SUVs und Pickups der Marken Ram und Jeep.

Fokus auf Kernmarken

Die Investitionen bündelt Stellantis auf seine Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat. Gleichzeitig soll die Europasparte schrumpfen, und die Produktionskapazitäten werden gekürzt. Für Anleger ist das ein Signal, dass der Konzern seine Strukturen verschlanken und sich auf die profitabelsten Segmente konzentrieren will.

Der Hintergrund dieser Neuausrichtung ist die Bilanz des vergangenen Jahres. Stellantis verbuchte einen Rekordverlust von 22,3 Milliarden Euro. Ursache waren Abschreibungen auf eingestellte Plattformen und Modelle. Solche Sonderbelastungen zeigen, wie teuer es ist, ein Modellportfolio umzubauen und sich von alten Baureihen zu trennen.

Was das für Anleger bedeutet

Stellantis gilt als Rivale von Volkswagen und gehört zu den größten Autobauern der Welt. Für Privatanleger lohnt sich ein Blick auf mehrere Punkte. Erstens: Die Absatzzahlen sind vorläufige Schätzungen, endgültige Daten können abweichen. Zweitens: Die Entwicklung in Europa und Nordamerika läuft auseinander — der Konzern ist stark vom US-Markt abhängig. Drittens: Die Rückbesinnung auf Verbrenner in den USA ist eine strategische Wette, die von der Politik beeinflusst wird.

Wer in Stellantis investiert, sollte die weitere Entwicklung in Nordamerika genau verfolgen. Dort entscheidet sich, ob die Neuausrichtung greift. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie sich die Nachfrage nach Elektroautos in Europa entwickelt. Klar ist: Der Konzern steckt mitten in einem Umbau, der Zeit braucht und Geduld von den Aktionären verlangt.

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