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SAP überzeugt mit Cloudwachstum: Umsatz erstmals über zehn Milliarden

Europas größter Softwarekonzern meldet ein starkes drittes Quartal und stellt für das Gesamtjahr das obere Ende der Prognose in Aussicht.

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SAP überzeugt mit Cloudwachstum: Umsatz erstmals über zehn Milliarden

SAP hat nach US-Börsenschluss ein erfolgreiches drittes Quartal vorgelegt. Die Cloud-Sparte des Walldorfer Konzerns wächst dank robuster Nachfrage wieder beschleunigt, die Cloudsoftware-Erlöse legten deutlich zu. Konzernchef Christian Klein sprach von einem "ausgezeichneten dritten Quartal". Für Anleger ist vor allem eine Kennziffer entscheidend, die Rückschlüsse auf die künftige Umsatzentwicklung erlaubt.

Der Umsatz kletterte auf 10,3 Milliarden Euro und damit um 13 Prozent. Erstmals in der Unternehmensgeschichte überschritt SAP damit die Marke von zehn Milliarden Euro in einem Quartal. Die Cloudsoftware-Erlöse stiegen um 26 Prozent, die Cloud-Sparte selbst setzte 6,67 Milliarden Euro um, ein Plus von 25 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) legte um 18 Prozent auf 3,03 Milliarden Euro zu und übertraf damit die Erwartungen — ebenfalls ein Rekordwert für ein Quartal. Unter dem Strich wuchs der Gewinn um 11 Prozent auf 2,27 Milliarden Euro.

Auftragsvolumen im Fokus der Analysten

Besonders genau beobachten Kapitalmarkt-Experten das Cloud-Auftragsvolumen, weil es Rückschlüsse auf die künftige Umsatzentwicklung zulässt. Dieses Volumen wuchs währungsbereinigt um 26 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro — und damit im gleichen Tempo wie im Vorquartal. Diese Stabilität dürfte die Zuversicht stützen, dass der Wachstumskurs nicht an Schwung verliert.

Klein zeigte sich für das Gesamtjahr zuversichtlicher bei den Clouderlösen. Er erwartet nun das obere Ende der Prognosespanne, die ein Wachstum von 23 bis 25 Prozent vorsieht. Kunden investieren nach Angaben des Konzerns weiterhin kräftig in KI-Angebote. Neue hauseigene KI-Agenten sollen Kunden durch die Produkte führen und damit die Nachfrage zusätzlich befeuern.

Das Schlussquartal entscheidet

Finanzchef Asam verwies auf die Bedeutung des vierten Quartals. Rund die Hälfte der Jahresbuchungen entfällt üblicherweise auf das Schlussquartal. Eine schlechte Stimmung am Markt könnte daher sowohl die Zahlen als auch den Pfad für das Folgejahr belasten. Für Privatanleger bedeutet das: Die entscheidenden Impulse kommen erst zum Jahresende, das dritte Quartal ist nur ein Zwischenschritt.

Klein hatte vor Jahren den Schwenk zu Cloudsoftware intensiviert und setzt nun auf die Effekte der Künstlichen Intelligenz. Zuletzt gab es die Sorge, hauseigene Software könnte durch frei verfügbare KI-Produkte ersetzt werden. Diese Sorgen verflüchtigen sich zunehmend, da KI zunehmend als Werkzeug statt als Bedrohung gilt. Auch die SpaceX-Milliardengewinne hatten die Sorgen nur vorübergehend gemildert.

Aktie erholt sich vom Julitief

Die SAP-Aktie machte seit Ende Juli wieder Boden gut und überschritt erneut die DAX-Kursmarke von 200 Euro. Im Juli hatte das Papier noch unter 130 Euro notiert. In New York legten die ADS zunächst rund vier Prozent zu. Das Marktumfeld bleibt jedoch angespannt: Der Aktienmarkt gab nach schwachen Tech-Quartalszahlen nach, belastet von Sorgen um hohe Ölpreise und steigende Anleiherenditen. Französische zehnjährige Staatsanleihen tendierten deutlich schwächer und rentierten mit 5,10 Prozent.

Hans Bernecker ordnete die Lage nüchtern ein: "Die Quartalsberichte von Tesla, Meta, IBM und SAP reichen nicht aus, um das Vertrauen in den Technologiesektor und hier insbesondere in den Chip-Sektor zu festigen". Für Anleger heißt das, die guten SAP-Zahlen nicht mit einer allgemeinen Trendwende im Technologiesektor zu verwechseln. Entscheidend bleibt, ob SAP im Schlussquartal die hohen Erwartungen bestätigen kann.

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