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Sanierungsbedarf bei deutschen Autobahnbrücken

Experten warnen vor gefährlichen Schäden und dringendem Handlungsbedarf

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Sanierungsbedarf bei deutschen Autobahnbrücken

Bauexperten stufen zahlreiche Autobahnbrücken in Deutschland als dringend sanierungsbedürftig ein. Nach einer Datenauswertung sind insgesamt 43 Autobahnbrücken mit einer Länge von mehr als 50 Metern in einem "ungenügenden" Zustand. Diese Bewertung bedeutet, dass die Standsicherheit, die Verkehrssicherheit oder beides erheblich beeinträchtigt oder nicht mehr gegeben sind. Die Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken, die die Analyse durchgeführt hat, fordert die Politik und die Autobahngesellschaft des Bundes zum Handeln auf. Besonders Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg sind von diesem Problem betroffen, da sich dort die meisten der am schlechtesten bewerteten Brücken befinden.

Insgesamt gibt es in Deutschland rund 40.000 Autobahn- und Bundesstraßen-Brücken mit etwa 52.000 Teilstücken. Die Untersuchung der Bundesgütegemeinschaft basiert auf Daten von 3.786 Autobahnbrücken mit mindestens 50 Metern Länge. Von diesen Brücken erhielten 1.382 die Bewertung "noch ausreichend", während bei 378 Brücken der Zustand als "nicht ausreichend" eingestuft wird. Jede zehnte Brücke fällt somit in eine kritische Kategorie, und von den 100 am stärksten sanierungsbedürftigen Autobahnbrücken steht jede fünfte in Nordrhein-Westfalen. Die Zustandsnoten beruhen auf akuten Schäden, Abnutzungserscheinungen sowie einem sogenannten Traglastindex, der die Leistungsfähigkeit der Brücke unter Berücksichtigung von Alter und Material bewertet.

Die Autobahn GmbH des Bundes weist darauf hin, dass rund 55 Prozent aller Brückenbauwerke bereits vor 1985 errichtet wurden. Da Brücken eine durchschnittliche Nutzungsdauer von etwa 70 Jahren haben, erreichen viele dieser Bauwerke das Ende ihres Lebenszyklus und müssen ersetzt werden. Gleichzeitig hat der Güter- und Schwerlastverkehr stark zugenommen, was die Belastung der Brücken weiter erhöht. Ein einzelner Lkw beansprucht die Straßen erheblich mehr als viele Tausend Pkw, was besonders auf die Brücken Auswirkungen hat. Der Verband der Bauindustrie gab im Juli bekannt, dass die Güterverkehrsleistung in Deutschland von 1991 bis 2022 um 74 Prozent gestiegen ist. Dies ist auf die wachsende Mobilität, das Wirtschaftswachstum und die zentrale Lage Deutschlands in Europa zurückzuführen.

Der Zustand der Brückeninfrastruktur hat sich aufgrund der erhöhten Belastung und unzureichender Investitionen in den Erhalt deutlich verschlechtert. Um dem entgegenzuwirken, präsentierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing im März 2022 ein Maßnahmenpaket zur schnelleren Brückenmodernisierung. In den kommenden Jahren sollen jährlich 400 Brücken saniert werden. Eine der bekanntesten Maßnahmen war die Sperrung und Sprengung der Autobahnbrücke Rahmede an der Sauerlandlinie (A45) aufgrund schwerer Schäden, gefolgt von einem geplanten Neubau. Ziel ist es, etwa 4.000 Brücken, was einer Fläche von 3,2 Millionen Quadratmetern entspricht, in einem ersten Schritt zu modernisieren. Bis Ende 2024 sollen bereits 980.000 Quadratmeter Brückenfläche saniert sein, was rund 30 Prozent der geplanten Modernisierungsmaßnahmen entspricht.

DeutschlandBrückeSanierungInfrastruktur

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