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Republikaner Hawley warnt vor 300-Millionen-Dollar-KI-Lobby im Kongress

Senator Josh Hawley fordert Parteifreunde auf, Gelder von Pro-KI-Super-PACs abzulehnen und Big Tech endlich zu regulieren.

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Republikaner Hawley warnt vor 300-Millionen-Dollar-KI-Lobby im Kongress

Der republikanische Senator Josh Hawley aus Missouri hat seine Partei öffentlich dazu aufgerufen, Wahlkampfgelder von Pro-KI-Lobbygruppen abzulehnen. In einem Interview mit der Financial Times warnte er vor den Konsequenzen, sollte der Kongress es versäumen, die großen Technologiekonzerne zu regulieren. Die KI-Lobby verfügt dabei über eine Kriegskasse von insgesamt 300 Millionen US-Dollar.

Hawley forderte seine „republikanischen Kollegen" sowie andere Gesetzgeber auf, die Unterstützung von Political Action Committees (PACs) zu meiden. Diese PACs werden unter anderem von den Gründern von OpenAI und Palantir sowie von Unternehmen wie Meta finanziert. Ähnliche Forderungen hatten zuvor bereits einige progressive Demokraten erhoben.

„Diese Leute wollen eine Gegenleistung für ihre finanzielle Unterstützung, und dabei geht es nicht nur um Zugang", warnte Hawley. „Sie wollen, dass man sich ihrer Agenda unterordnet. Sie wollen Narrative spinnen, um Einfluss zu gewinnen. Und ich denke, wir Republikaner müssen uns darauf konzentrieren, die Menschen an erste Stelle zu setzen."

Die Macht der KI-Super-PACs

Im vergangenen Jahr wurden mehrere sogenannte Super-PACs gegründet, die in den USA unbegrenzte Geldsummen sammeln und ausgeben dürfen, um Kandidaten zu unterstützen, die eine lockere Regulierung der KI-Branche befürworten. Der größte dieser Super-PACs, „Leading The Future", hat allein 50 Millionen US-Dollar von der Risikokapitalgesellschaft Andreessen Horowitz erhalten. Weitere 25 Millionen US-Dollar steuerten OpenAI-Präsident Greg Brockman und seine Frau bei. Insgesamt gibt die Organisation an, 140 Millionen US-Dollar gesichert zu haben.

Die schiere Größe dieser Kriegskassen zeigt bereits Wirkung: Die FT berichtete, dass führende demokratische Parteiberater Kandidaten in den gesamten USA geraten hätten, die Pro-KI-Lobby vor den Zwischenwahlen im November nicht gegen sich aufzubringen. Der progressive Senator Bernie Sanders bezeichnete dieses Schweigen der Demokraten als „inakzeptabel" und schrieb auf X: „Die Demokraten müssen Super-PACs aus ihren Vorwahlen heraushalten. Wir müssen den Mut haben, es mit den KI-Oligarchen aufzunehmen." Auch die New Yorker Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez rief Kandidaten dazu auf, jegliche Gelder aus der KI-Branche abzulehnen.

Hawley: Regulierungsversagen hat menschliche und politische Kosten

Hawley, ein überzeugter Unterstützer von Präsident Donald Trump, begründet seine Forderungen nach stärkerer KI-Regulierung auch mit konkreten gesellschaftlichen Schäden. Er warnte, ein Versäumnis bei der Regulierung würde „Kindern schaden, die zu Selbstverletzungen verleitet werden", und zudem wirtschaftlichen Druck durch steigende Stromkosten verursachen. „Wenn es menschliche Kosten gibt, wird es auch politische Kosten geben", so Hawley.

Der Senator gilt als einer der lautesten Kritiker von Big Tech in Washington. Im vergangenen Jahr brach er mit der Trump-Administration, um sich gegen ein geplantes Verbot der KI-Regulierung auf Bundesstaatsebene auszusprechen – ein Vorhaben, für das Industriegruppen und der KI-Berater des Präsidenten, David Sacks, intensiv lobbyiert hatten. Hawley hat zudem mehrere Gesetzentwürfe auf Bundesebene eingebracht, oft gemeinsam mit demokratischen Kollegen, um die aufstrebende Technologie zu regulieren.

Im Oktober legte Hawley einen Gesetzentwurf vor, der Unternehmen untersagen soll, Minderjährigen Chatbots anzubieten. Hintergrund waren Vorfälle, bei denen sich Kinder nach langem Kontakt mit KI-Chatbots selbst verletzt hatten oder durch Suizid gestorben waren. Das Weiße Haus forderte den Kongress im März zwar auf, grundlegende Gesetze zum Kinderschutz zu verabschieden, übte jedoch gleichzeitig Druck auf republikanische Gesetzgeber in Utah und Missouri aus, Regulierungsvorhaben auf Bundesstaatsebene fallen zu lassen – und drohte sogar damit, Bundesmittel zurückzuhalten.

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