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Rentner-Studie: Notfallausgaben verschlingen 10% des Einkommens

Eine aktuelle Studie des Boston College zeigt: 83% aller Rentnerhaushalte müssen jährlich mit ungeplanten Ausgaben rechnen. Im Durchschnitt belaufen sich diese auf 6.000 Dollar – doch viele verfügen nicht über ausreichende Rücklagen.

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Rentner-Studie: Notfallausgaben verschlingen 10% des Einkommens

Mehr als acht von zehn Rentnerhaushalten werden laut einer neuen Untersuchung des Center for Retirement Research am Boston College jährlich mit unerwarteten Ausgaben konfrontiert. Die durchschnittlichen ungeplanten Kosten belaufen sich auf 6.000 Dollar pro Jahr, was etwa 10% des Jahreseinkommens entspricht. Besonders alarmierend: Viele Ruheständler verfügen nicht über ausreichende Notfallreserven.

Nur jeder zweite Haushalt ausreichend vorbereitet

Die Studie, die Daten von 3.427 Rentnerhaushalten aus den Jahren 2000 bis 2020 auswertet, zeigt ein besorgniserregendes Bild: Nur 58% der Haushalte verfügen über genügend Barmittel, um ungeplante Kosten für ein Jahr zu decken. Rund 16% müssten auf ihre Altersvorsorgekonten zurückgreifen, während 27% selbst nach Verwendung aller liquiden Mittel in finanzielle Engpässe geraten würden.

Die unerwarteten Ausgaben verteilen sich auf drei Hauptkategorien: 60% aller Rentnerhaushalte erleben einen Notfall-Schock, 29% haben unerwartete familienbezogene Ausgaben und 58% müssen mit ungeplanten Gesundheitskosten rechnen. Interessanterweise sind Rentner mit höherem Einkommen häufiger betroffen: Während 45% der Haushalte mit Einkommen unter 50.000 Dollar mit Schocks konfrontiert werden, sind es bei Einkommen über 100.000 Dollar etwa 80%.

Wie viel Reserve ist sinnvoll?

Während für Berufstätige oft drei bis sechs Monatsgehälter als Notfallreserve empfohlen werden, gestaltet sich die Situation für Rentner komplexer. Finanzberater empfehlen je nach individueller Situation zwischen drei Monaten und mehreren Jahren an Ausgaben als Reserve. Der richtige Betrag hängt von Gesundheitszustand, Wohnsituation, Einkommensstabilität und der Flexibilität anderer Vermögenswerte ab.

"Selbst kleine Sparbeträge helfen, einen Puffer für unerwartete Ereignisse zu schaffen", betont Studienautorin Chen. Peter Lazaroff, Chief Investment Officer bei Plancorp, warnt jedoch auch vor zu hohen Bargeldreserven: "Das größte Risiko für Ihr Bargeld ist die Inflation." Bei einer aktuellen Inflationsrate von 2,7% empfiehlt er, Notfallreserven auf Hochzins-Sparkonten anzulegen, die derzeit über 3% Zinsen bieten.

Strategische Planung entscheidend

Die Studienergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer durchdachten Finanzplanung im Ruhestand. Wer nicht über ausreichende Barreserven verfügt, könnte gezwungen sein, Investitionen in ungünstigen Marktphasen zu verkaufen. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten wird die Berücksichtigung unerwarteter Ausgaben zu einem entscheidenden Faktor bei der Bewertung der Altersvorsorgebereitschaft.

Experten raten Rentnern, ihre individuelle Situation genau zu analysieren und entsprechende Rücklagen zu bilden. Dabei gilt: Lieber mit kleineren Beträgen beginnen, als ganz auf einen Notfallfonds zu verzichten. Eine ausgewogene Balance zwischen liquiden Reserven und renditeorientierten Anlagen kann helfen, sowohl unerwartete Ausgaben zu bewältigen als auch den Kaufkraftverlust durch Inflation zu minimieren.

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