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Raps-Futures fallen: Iran-Abkommen drückt Rohöl und Pflanzenöle

Ein Interimsabkommen im Iran-Konflikt lässt Rohölpreise einbrechen – und zieht Raps-Futures sowie andere Pflanzenöle mit nach unten.

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Raps-Futures fallen: Iran-Abkommen drückt Rohöl und Pflanzenöle

Die Raps-Futures an der ICE haben am Donnerstag deutlich nachgegeben. Auslöser war ein Interimsabkommen zur Beendigung des von den USA geführten Konflikts mit dem Iran, das die Rohölpreise auf das Niveau von Anfang März drückte. Der Rückgang bei Rohöl belastet direkt die Nachfrage nach Biokraftstoffen – und damit auch die Preise für Pflanzenöle wie Raps und Sojaöl.

Der Juli-Kontrakt für Raps (RSN6) sank um 10,10 US-Dollar und schloss bei 728,90 US-Dollar pro Tonne. Die November-Futures (RSX6) fielen sogar um 11,80 US-Dollar auf 734,30 US-Dollar. Damit setzt sich ein Abwärtstrend fort, der die gesamte Woche über anhält.

Rohölpreise auf Tiefstand seit Ende Februar

Die Rohölpreise fielen am Donnerstag auf den niedrigsten Stand seit der Zeit vor Beginn des Iran-Konflikts Ende Februar. Das Interimsabkommen sieht die Beendigung der Feindseligkeiten, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus sowie eine Lockerung der Sanktionen gegen Teheran vor. Diese Entwicklungen verbessern die globalen Angebotsaussichten für Rohöl erheblich.

Für den Rapsmarkt ist der Zusammenhang mit Rohöl besonders relevant: Eine geringere weltweite Ölnachfrage führt zu einer sinkenden Nachfrage nach Biokraftstoffen. Da Raps und andere Pflanzenöle als Rohstoff für die Biodieselproduktion dienen, reagieren ihre Preise sensibel auf Bewegungen am Energiemarkt. Dieser Mechanismus erklärt, warum die Raps-Futures parallel zum Sojaöl nachgaben.

Experte sieht weiteres Abwärtspotenzial

Tony Tryhuk, Direktor für Rohstoff-Futures bei RBC Dominion Securities, warnt vor weiterem Druck auf die Rapspreise. Er erklärte, dass die Notierungen noch mehr Spielraum nach unten hätten, falls Rohöl weiter nachgebe und Rohstofffonds ihre Positionen weiterhin liquidierten. Die Kombination aus fallenden Energiepreisen und Verkaufsdruck durch institutionelle Anleger könnte den Markt zusätzlich belasten.

Für deutsche Landwirte und Agrarhändler ist diese Entwicklung von unmittelbarer Bedeutung. Deutschland gehört zu den größten Rapsanbauländern in Europa, und die ICE-Futures in Kanada gelten als wichtige Referenzpreise für den globalen Rapshandel. Sinkende Futures-Preise können sich zeitverzögert auf die Erlöse heimischer Erzeuger auswirken.

Die Entwicklung verdeutlicht einmal mehr, wie eng die Agrarmärkte mit geopolitischen Ereignissen und dem Energiemarkt verknüpft sind. Ein Friedensabkommen am Persischen Golf kann innerhalb weniger Stunden die Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe in Kanada, Europa und weltweit bewegen – ein Phänomen, das Anleger und Erzeuger gleichermaßen im Blick behalten sollten.

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