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Porsche senkt Jahresziele für 2024 drastisch

Lieferengpässe, Managementprobleme und Absatzrückgänge setzen dem Sportwagenbauer zu.

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Porsche senkt Jahresziele für 2024 drastisch

Die Bilanz des Sportwagenbauers Porsche wird derzeit durch Lieferengpässe erheblich belastet. Der Dax-Konzern teilte in der Nacht zu Dienstag mit, dass eine Überschwemmung bei einem wichtigen europäischen Zulieferer zu einer Knappheit bei speziellen Aluminiumlegierungen geführt habe, die mehrere Porsche-Lieferanten betreffen. Der Konzern nennt jedoch keine Details zu dem betroffenen Zulieferer.

Infolgedessen rechnet Porsche für das laufende Geschäftsjahr nur noch mit einer Marge von 14 bis 15 Prozent, nachdem bisher ein Korridor von 15 bis 17 Prozent angestrebt wurde. Auch die Prognosen für Umsatz, Netto-Cashflow und den Anteil von Elektrofahrzeugen an der Flotte wurden nach unten korrigiert. Die Lieferprobleme könnten zu Produktionsstillständen bei einzelnen oder mehreren Fahrzeugbaureihen führen, wie der Sportwagenhersteller in einer Pflichtmitteilung schreibt. Die „Stuttgarter Zeitung“ berichtete kürzlich, dass Porsche plant, die Fertigung seines Elektrosportwagens Taycan nur noch in einer Schicht fortzusetzen.

Der Aktienkurs von Porsche fiel im frühen Handel um fast sieben Prozent und erholte sich bis zum Mittag leicht. Am Mittwoch will der Konzern wie geplant seine Halbjahreszahlen vorlegen. Der Druck auf Porsche-CEO Oliver Blume, der auch den VW-Konzern leitet, wächst. In den vergangenen Jahren stieg Porsches Marge kontinuierlich, was auch für VW von Vorteil war. Trotz der Elektrowende plant Porsche, weiterhin 20 Prozent Rendite zu erreichen. Die aktuelle Gewinnwarnung erhöht jedoch den Druck auf Blumes Pläne.

Porsche musste im ersten Quartal 2024 bereits einen Gewinnrückgang um 30 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Anfang Juli meldete der Konzern einen Absatzrückgang von sieben Prozent im ersten Halbjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr. Die Erneuerung von fünf der sechs Modellreihen führte zu vorübergehenden Angebotslücken. Zudem hatte der Konzern kürzlich bekannt gegeben, dass der Wandel zur Elektromobilität aufgrund der allgemeinen Kaufzurückhaltung bei E-Autos länger dauert als ursprünglich erwartet. Porsche hatte sich eine Elektroquote von 80 Prozent bis 2030 vorgenommen, betont nun jedoch, dass diese Ziele vom Kunden- und Marktverhalten abhängen.

Analysten sehen nicht nur höhere Gewalt als Ursache für die aktuelle Gewinnwarnung, sondern auch strategische Managemententscheidungen und Probleme in wichtigen Regionen wie China. Dort stritt Porsche zuletzt mit einigen Händlern, die aufgrund ambitionierter Verkaufsvorgaben des Konzerns Autos mit Verlust verkaufen mussten. Als Reaktion entließ Blume kürzlich den China-Chef Michael Kirsch und ernannte Alexander Pollich zum neuen Leiter für China.

Im ersten Halbjahr 2024 ging der Absatz des Macan um 18 Prozent zurück, da das Modell in der EU aufgrund fehlender Cybersicherheitsmodernisierungen nicht mehr verkauft werden darf. Experten sehen dies als weiteres hausgemachtes Problem. Die Herausforderungen im wichtigsten Automobilmarkt der Welt, Brüche in den Lieferketten und ein schwacher Elektroabsatz könnten die bisherige Erfolgsbilanz von Blume beeinträchtigen.

Die Porsche SE, Großaktionär bei Porsche und Volkswagen, hat ihre Gewinnprognose bisher nicht korrigieren müssen. Doch nach der Gewinnwarnung dürfte die Diskussion über Blumes Doppelrolle als CEO von Porsche und VW weiter an Fahrt gewinnen. Analysten wie Patrick Hummel von der UBS erwarten trotz der aktuellen Probleme ein solides zweites Quartal, werfen jedoch Fragen zum Supply-Chain-Management bei Porsche auf. Die Engpässe könnten wochenlang andauern, und die Ausfälle im Jahresverlauf wohl nicht mehr kompensiert werden.

Die Probleme haben den Börsengang von Porsche im September 2022 erheblich getrübt. Die Aktie liegt derzeit bei knapp 70 Euro, nachdem sie Ende Mai 2023 noch bei 120 Euro stand. Analysten erwarten, dass das Risikomanagement von Porsche nun genauer unter die Lupe genommen wird.

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