Pony.ai startet Robotaxi-Testlauf in Kasachstan mit Nvidia und inDrive
Pony.ai, inDrive und Nvidia testen Level-4-Robotaxis in Astana – die Aktie steigt um 2,8 Prozent.

Der chinesische Robotaxi-Spezialist Pony.ai hat eine strategische Partnerschaft mit dem Fahrdienstleister inDrive und dem Technologiekonzern Nvidia angekündigt. Ziel der Kooperation ist die Erprobung autonomer Fahrdienste in Kasachstan, wobei die Hauptstadt Astana als erster Testmarkt dient. Im Rahmen des Projekts wollen die Partner die technische, operative, regulatorische und kommerzielle Machbarkeit von Level-4-autonomen Fahrzeugen evaluieren, die über die inDrive-App gebucht werden können.
Die Aufgabenverteilung ist klar geregelt: Pony.ai stellt seine Robotaxis der siebten Generation bereit, inDrive übernimmt die Plattform sowie den operativen Betrieb, und Nvidia liefert die notwendige KI-Infrastruktur. Damit bündeln die drei Unternehmen ihre jeweiligen Stärken – chinesische Fahrtechnologie, eine etablierte Ride-Hailing-Plattform und amerikanische Rechenleistung. Die Vereinbarung wurde in enger Abstimmung mit der kasachischen Regierung getroffen.
An der Börse kam die Nachricht gut an. Die Aktien von Pony.ai stiegen im Handel in Hongkong um 2,8 Prozent auf 38,50 HK$. Marktbeobachter ordnen diesen Anstieg als Erholung ein, nachdem die Aktie in den vorangegangenen Handelstagen aufgrund einer allgemeinen Verkaufswelle bei KI-Werten unter Druck geraten war. Der Kursanstieg wird zudem durch eine Kombination aus Schnäppchenkäufen und dem Vertrauen in die neue Partnerschaft gestützt. Der breitere Hang-Seng-Index verzeichnete am selben Tag ebenfalls leichte Gewinne.
Die Details
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Bewertung der Machbarkeit in vier Dimensionen: Technik, operative Abläufe, Regulierung und Kommerzialisierung. Konkret geht es um Level-4-autonome Fahrzeuge – also Fahrzeuge, die in einem definierten geografischen Gebiet ohne menschlichen Eingriff fahren können. Gebucht werden die Fahrten über die App von inDrive, einem international tätigen Fahrdienstleister.
Pony.ai bringt seine Robotaxis der siebten Generation in das Projekt ein. inDrive verantwortet die Plattform und den laufenden Betrieb vor Ort. Nvidia steuert die KI-Infrastruktur bei, die für das Training und den Betrieb autonomer Fahrfunktionen benötigt wird.
Als Standort fiel die Wahl bewusst auf Kasachstan. Das Land hat nach Angaben der Unternehmen einen strukturierten Rechtsrahmen für fahrerlose Transportsysteme geschaffen und damit die notwendigen regulatorischen Voraussetzungen für solche Tests erfüllt. Astana ist als erster Testmarkt vorgesehen. Die Zusammenarbeit unterstreicht zugleich die bestehende enge Verbindung zwischen Pony.ai und Nvidia, die bereits in mehreren Bereichen der physischen KI und Rechenleistung kooperieren.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 26.03.2026 berichtete aktien.news, dass Pony.ai seine Robotaxi-Flotte auf mehr als das Doppelte der damaligen Größe ausweiten will. Fast die Hälfte der neuen Fahrzeuge sollte auf internationalen Märkten eingesetzt werden. Als erstes europäisches Ziel hatte das Unternehmen die kroatische Hauptstadt Zagreb auserkoren, wo der erste kommerzielle Robotaxi-Dienst in Europa entstehen sollte. Das kroatische Startup Verne sollte dabei die Verwaltung der Flotte sowie den laufenden Betrieb vor Ort übernehmen, und der Dienst sollte in eine bestehende Ride-Hailing-Plattform integriert werden.
Am 17.03.2026 meldete aktien.news, dass der Wettbewerber WeRide auf der Nvidia GTC 2026 in San Jose sein neues Robotaxi GXR vorgestellt hat. Das Fahrzeug basiert auf der autonomen Fahrplattform DRIVE Hyperion von Nvidia sowie dem System-on-Chip DRIVE AGX Thor. WeRide versprach dabei Kostensenkungen bei den autonomen Fahrsystemen und bei den Gesamtbetriebskosten. Damit wird deutlich, dass Nvidia längst eine zentrale Rolle im Ökosystem des autonomen Fahrens spielt – ein Muster, das sich nun auch in der Kasachstan-Partnerschaft wiederfindet.
Am 12.03.2026 berichtete aktien.news über eine Kooperation von Nissan Motor, Uber Technologies und dem britischen KI-Startup Wayve für den Betrieb von Robotaxis in Japan. Das Pilotprogramm sollte bis Ende 2026 in Tokio starten und markierte Ubers ersten Vorstoß in den japanischen Markt für autonomes Fahren. Geplant war, Elektrofahrzeuge des Typs Nissan Leaf mit der selbstfahrenden Technologie von Wayve auszustatten und über die Uber-Plattform anzubieten. In der Anfangsphase sollte ein geschulter Sicherheitsfahrer an Bord sein.
Einen Tag zuvor, am 11.03.2026, hatte aktien.news über die mehrjährige Partnerschaft von Uber Technologies und Zoox berichtet, dem Amazon-Tochterunternehmen. Es handelte sich um die erste Kooperation von Zoox mit einem externen Fahrdienstvermittler überhaupt. Der Start war für diesen Sommer in Las Vegas geplant, die Einführung in Los Angeles sollte bis Mitte 2027 folgen. Die Robotaxis sollten sowohl über die Zoox-App als auch über die Uber-Plattform verfügbar sein.
Was das für Anleger bedeutet
Die Nachricht zeigt, dass sich das Geschäftsmodell der Robotaxi-Anbieter zunehmend über Partnerschaften statt über Alleingänge entfaltet. Pony.ai kombiniert seine Fahrzeugtechnologie mit der Nutzerbasis eines lokalen Fahrdienstleisters und der Recheninfrastruktur eines großen Chipkonzerns. Für Anleger ist dabei relevant, dass Pony.ai mit Kasachstan einen weiteren internationalen Markt erschließt, nachdem bereits Zagreb als europäisches Ziel genannt wurde.
Die Kursreaktion von plus 2,8 Prozent auf 38,50 HK$ fällt in ein Umfeld, das zuletzt von einer allgemeinen Verkaufswelle bei KI-Werten geprägt war. Marktbeobachter werten den Anstieg als Erholung, gestützt durch Schnäppchenkäufe und die neue Partnerschaft. Anleger sollten jedoch beachten, dass es sich zum aktuellen Zeitpunkt um eine Machbarkeitsprüfung handelt und nicht um einen bereits kommerziell laufenden Dienst. Ob und wann daraus ein reguläres Angebot wird, ist im Quelltext nicht genannt. Der breitere Hang-Seng-Index legte am selben Tag ebenfalls leicht zu.
Ausblick
Die Partner wollen im Rahmen des Projekts die technische, operative, regulatorische und kommerzielle Machbarkeit von Level-4-autonomen Fahrzeugen bewerten. Astana dient dabei als erster Testmarkt, weitere Standorte werden im Quelltext nicht genannt. Ein konkreter Zeitplan für den Beginn der Tests oder für einen möglichen Regelbetrieb wird in den vorliegenden Informationen nicht angegeben. Auch die Höhe eines Investitionsvolumens oder die Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge bleibt offen.
Kurz erklärt
- Level 4: Stufe des autonomen Fahrens, auf der ein Fahrzeug in einem festgelegten Gebiet ohne menschlichen Eingriff fährt.
- Robotaxi: Fahrzeug, das Fahrgäste ohne Fahrer befördert und über eine App gebucht wird.
- Ride-Hailing: Vermittlung von Fahrten über eine digitale Plattform statt über ein klassisches Taxiunternehmen.
- KI-Infrastruktur: Rechenleistung und Systeme, die für das Training und den Betrieb künstlicher Intelligenz benötigt werden.
