Pepsi verliert weiter an Boden: KFC stellt auf Coca-Cola um
Die Hähnchenkette Yum Brands wechselt in den USA von Pepsi zu Coca-Cola – ein weiterer Rückschlag im Cola-Krieg.

Im jahrzehntelangen Duell zwischen Coca-Cola und PepsiCo hat der Erzrivale einen weiteren Kunden verloren. Die Hähnchen-Schnellrestaurantkette KFC, die zum Konzern Yum Brands gehört, kündigte am Donnerstag an, ab Januar eine Partnerschaft mit Coca-Cola einzugehen. Bis zum Frühjahr sollen die Getränke des Getränkeriesen in allen US-amerikanischen Restaurants der Kette angeboten werden.
KFC ist damit nicht der erste prominente Abwanderer. Wie aus dem Bericht hervorgeht, schließen sich die Hähnchenkette damit Marriott und Costco an, die den Schritt von Pepsi zu Coca-Cola bereits vollzogen haben. Für PepsiCo bedeutet der Verlust eines so bekannten Partners einen weiteren Rückschlag in einem Markt, in dem der Konzern ohnehin unter Druck steht.
Beobachter reagieren entsprechend sensibel. Während immer mehr Konsumenten zu Coke wechseln, äußern einige Analysten zunehmende Besorgnis über die Lage des Erzrivalen Pepsi. Der Wechsel von KFC ist dabei nur ein Baustein einer größeren Entwicklung, die sich über Monate abgezeichnet hat.
Die Details
Der Zeitplan ist klar umrissen: Ab Januar will KFC die Partnerschaft mit Coca-Cola aufnehmen, bis zum Frühjahr soll die Umstellung in allen US-Filialen abgeschlossen sein. Betroffen sind ausschließlich die amerikanischen Restaurants der Kette. Coca-Cola trägt das Kürzel KO, Yum Brands wird unter YUM geführt.
Für Coca-Cola ist der Zugewinn ein Ausbau der Präsenz im US-Gastronomiesegment. Für PepsiCo bedeutet der Verlust der KFC-Getränkerechte das Gegenteil: Ein langjähriger Vertriebskanal fällt weg, und das in einem Markt, der für den Konzern zuletzt ohnehin schwierig war. Der Bericht von MarketWatch ordnet den Vorgang ausdrücklich als Teil einer Serie vergleichbarer Wechsel ein – Marriott und Costco werden als weitere Beispiele genannt.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der PepsiCo bereits mit anderen Baustellen beschäftigt ist. Der nordamerikanische Heimatmarkt entwickelt sich schwächer als geplant, während das internationale Geschäft solide Ergebnisse liefert. Der Verlust eines weiteren Großkunden verschärft den Druck auf das Kerngeschäft in den USA.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die Entwicklung bei KFC ist kein isoliertes Ereignis. Bereits am 15.06.2026 berichtete aktien.news, dass KFC eine umfassende Strategie startet, um Kunden zurückzugewinnen. Im Mittelpunkt standen damals knochenlose Hähnchengerichte, ein erweitertes Saucenangebot und neue Restaurantkonzepte. Der Hintergrund: In den USA hatte die Kette in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile verloren – an Newcomer wie Raising Cane's, aber auch an etablierte Konkurrenten wie McDonald's, die verstärkt auf Geflügel setzen. Laut Barclays hielt KFC im Jahr 2021 noch 16 Prozent des US-Marktes für Hähnchen-Schnellrestaurants und lag damit auf Platz zwei hinter Chick-fil-A. Bis 2024 schrumpfte dieser Anteil auf 9,4 Prozent.
Auch auf der Pepsi-Seite gab es in diesem Jahr mehrere relevante Meldungen. Am 14.04.2026 berichtete aktien.news, dass PepsiCo sieben Monate nach der Bekanntgabe einer Beteiligung des aktivistischen Investors Elliott Investment Management in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar unter Druck steht. Der Markt erwartete handfeste Beweise für die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen; am 16. April legte PepsiCo seine Ergebnisse für das erste Quartal vor. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit strukturellen Problemen: Seit 2021 verzeichnet PepsiCo rückläufige jährliche Absatzvolumina, und in den vergangenen fünf Jahren blieben die Aktien deutlich hinter dem Erzrivalen Coca-Cola zurück.
Nur eine Woche später, am 21.04.2026, folgte eine positive Meldung: PepsiCo hatte die Konsumenten zurückgewonnen. Nach Jahren aggressiver Preiserhöhungen, die Käufer zu günstigeren Handelsmarken trieben, zeigte die neue Strategie erste messbare Erfolge. Der Konzern meldete einen Quartalsgewinn, der die Erwartungen übertraf, und bestätigte zugleich seine Prognose für das Gesamtjahr. Besonders bemerkenswert war die Entwicklung in der nordamerikanischen Lebensmittelsparte mit Marken wie Lay's und Doritos.
Doch die Erholung hielt nicht überall an. Am 08.10.2026 berichtete aktien.news, dass PepsiCo seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr gesenkt hat. Während das internationale Geschäft weiterhin solide Ergebnisse liefert, verläuft die Erholung auf dem wichtigen nordamerikanischen Heimatmarkt deutlich schleppender als geplant. Im dritten Quartal übertraf PepsiCo zwar die Erwartungen der Analysten: Der Nettogewinn stieg auf 3,05 Milliarden US-Dollar, was 2,23 Dollar pro Aktie entspricht. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 2,6 Milliarden Dollar oder 1,90 Dollar erzielt. Für Anleger war die Prognosesenkung dennoch ein klares Signal, dass der Druck im Kerngeschäft noch nicht überwunden ist.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die in PepsiCo oder Coca-Cola investiert sind, liefert der KFC-Wechsel einen weiteren Datenpunkt in einer längeren Reihe. Die Nachrichtenlage der vergangenen Monate zeichnet ein gemischtes Bild: Einerseits konnte PepsiCo zuletzt Konsumenten zurückgewinnen und im dritten Quartal die Analystenerwartungen übertreffen. Andererseits wurde die Jahresprognose gesenkt, das Nordamerika-Geschäft bleibt die Schwachstelle, und mit KFC verliert der Konzern nun einen weiteren Vertriebspartner an den Erzrivalen.
Der Cola-Krieg ist dabei mehr als ein Marketingduell. Gastronomiepartnerschaften sichern langfristige Absatzkanäle und sorgen für stabile Volumina außerhalb des Einzelhandels. Fällt ein solcher Kanal weg, wirkt das unmittelbar auf die Mengenentwicklung – ein Aspekt, der angesichts der seit 2021 rückläufigen Absatzvolumina von PepsiCo besondere Beachtung verdient. Gleichzeitig zeigt die Serie von Wechseln bei Marriott, Costco und nun KFC, dass die Entscheidungen einzelner Großkunden durchaus Signalwirkung für den Wettbewerb haben können.
Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Festhalten lässt sich jedoch, dass sich die operative Lage von PepsiCo in Nordamerika weiterhin schwierig darstellt, während Coca-Cola im US-Gastronomiesegment Boden gutmacht.
Ausblick
Konkrete Termine nennt der Bericht nur für die KFC-Umstellung: Der Start der Partnerschaft mit Coca-Cola ist für Januar geplant, bis zum Frühjahr sollen alle US-Restaurants der Kette auf die Getränke des Konzerns umgestellt sein. Ob weitere Großkunden dem Beispiel von Marriott, Costco und KFC folgen, ist im Quelltext nicht angelegt und bleibt offen. Auch zur Frage, wie PepsiCo auf den Verlust des KFC-Kanals reagieren will, enthält der Bericht keine Angaben.
Kurz erklärt
- Cola-Krieg: Der langjährige Wettbewerb zwischen Coca-Cola und PepsiCo um Marktanteile, Gastronomiepartner und Regalplätze.
- Gastronomiepartnerschaft: Ein Vertrag, über den ein Getränkehersteller seine Produkte exklusiv in den Filialen einer Restaurantkette anbietet.
- Absatzvolumen: Die verkaufte Menge eines Produkts, unabhängig vom erzielten Preis – eine Kennzahl für die tatsächliche Nachfrage.
