Pepsi verlängert Taco-Bell-Vertrag bis 2036 – KFC wechselt zu Coca-Cola
PepsiCo und Taco Bell verlängern ihre Partnerschaft bis 2036, eine Woche nachdem Schwesterkette KFC in den USA zu Coca-Cola wechselt.

PepsiCo und die Schnellrestaurantkette Taco Bell haben ihre langjährige Partnerschaft bis zum Jahr 2036 verlängert. Das teilte das Lebensmittel- und Getränkeunternehmen am Donnerstag mit. Die Ankündigung erfolgt nur eine Woche, nachdem Taco Bells Schwesterkette KFC bekannt gegeben hatte, in den USA auf Coca-Cola als Getränkelieferanten umzusteigen.
Damit setzt PepsiCo ein Zeichen in einem Duell, das die US-Getränkebranche seit Jahrzehnten prägt. Beide Ketten – Taco Bell und KFC – gehören zum Mutterkonzern Yum Brands. Während KFC in den USA künftig Coca-Cola ausschenkt, bleibt Pepsi dem mexikanisch inspirierten Fast-Food-Restaurant und den internationalen Märkten der Gruppe erhalten.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Es ist unüblich, dass große Restaurantketten ihren Getränkeanbieter wechseln. Beispiellos ist ein solcher Schritt allerdings nicht, denn sowohl Coca-Cola als auch Pepsi versuchen, Verträge mit Zugeständnissen und anderen Anreizen für sich zu gewinnen.
Die Details
Die erneuerte Vereinbarung zwischen PepsiCo und Taco Bell läuft bis 2036. Sie umfasst ausdrücklich auch die internationalen Märkte der Kette. Genannt werden in der Mitteilung Kanada, Großbritannien, Irland und Thailand, wo Taco-Bell-Restaurants künftig Pepsi-Produkte anbieten werden.
Die Verbindung zwischen Taco Bell und Pepsi ist eng und reicht weit über einen reinen Liefervertrag hinaus. Dank der Partnerschaft serviert Taco Bell seit Langem exklusive Menüpunkte, die auf Pepsi-Produkten basieren. Zu den bekanntesten zählen der Mountain Dew Baja Blast und die Doritos Locos Tacos. Solche nur bei einer Kette erhältlichen Produkte binden Kunden stärker an die Marke und machen den Getränkepartner zu einem Teil des Markenkerns.
Auf der anderen Seite steht der Abfall von KFC. Trotz des Wechsels in den USA bleibt Pepsi ein wichtiger Partner für Yum Brands und die internationalen Märkte der Hähnchenkette. Das schrieb Catherine Tan-Gillespie, Präsidentin von KFC USA, in einem Memo vom 15. Oktober, das dem US-Sender CNBC vorliegt. Der Schritt ist also nicht als vollständige Trennung zu verstehen, sondern als regional begrenzte Neuordnung.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 16.10.2026 berichtete aktien.news, dass Pepsi weiter an Boden verliert und KFC auf Coca-Cola umstellt. Damals kündigte die Hähnchen-Schnellrestaurantkette, die zu Yum Brands gehört, an, ab Januar eine Partnerschaft mit Coca-Cola einzugehen. Bis zum Frühjahr sollten die Getränke des Konkurrenten in allen US-amerikanischen Restaurants der Kette angeboten werden. KFC war damit nicht der erste prominente Abwanderer: Wie aus dem Bericht hervorgeht, schließen sich die Hähnchenkette damit Marriott und Costco an, die den Schritt von Pepsi zu Coca-Cola bereits vollzogen haben.
Auch die Geschäftsentwicklung von Yum Brands war zuletzt Thema. Am 04.02.2026 berichtete aktien.news über gemischte Quartalsergebnisse für das vierte Quartal 2025. Der Mutterkonzern von Taco Bell, KFC und Pizza Hut profitierte vor allem von der starken Nachfrage nach mexikanisch inspirierten Fast-Food-Produkten. Der Nettogewinn stieg auf 535 Millionen US-Dollar oder 1,91 Dollar je Aktie, verglichen mit 423 Millionen Dollar oder 1,49 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Steuervorteile und Sondereffekte erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 1,73 Dollar je Aktie. Die weltweiten vergleichbaren Umsätze legten um 3 Prozent zu, wobei Taco Bell und die internationalen KFC-Märkte die Haupttreiber waren.
Am 29.04.2026 meldete aktien.news, dass Yum Brands im ersten Quartal 2025 die Erwartungen der Wall Street übertraf. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 1,50 US-Dollar und lag damit über der Konsensschätzung von 1,38 US-Dollar. Der weltweite flächenbereinigte Umsatz stieg um 3 Prozent, während Analysten laut LSEG-Daten lediglich ein Plus von 2,51 Prozent erwartet hatten. Die Aktie legte im frühen Handel um 2 Prozent zu.
Und am 15.06.2026 berichtete aktien.news über eine umfassende Strategie von KFC, um Kunden zurückzugewinnen. Im Mittelpunkt standen knochenlose Hähnchengerichte, ein erweitertes Saucenangebot und neue Restaurantkonzepte. Der Hintergrund: In den USA hatte die Kette in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile verloren. Laut Barclays hielt KFC im Jahr 2021 noch 16 Prozent des US-Marktes für Hähnchen-Schnellrestaurants und lag damit auf Platz zwei hinter Chick-fil-A. Bis 2024 schrumpfte dieser Anteil auf 9,4 Prozent.
Was das für Anleger bedeutet
Für Anleger ist die Vertragsverlängerung vor allem ein Signal für die Stabilität der Beziehung zwischen PepsiCo und Yum Brands. Der Verlust von KFC in den USA war für Pepsi ein Rückschlag, doch die nun gesicherte Partnerschaft mit Taco Bell bis 2036 zeigt, dass die Verbindung zum Konzern nicht grundsätzlich infrage steht. Pepsi bleibt nach den Worten von KFC-USA-Präsidentin Tan-Gillespie ein wichtiger Partner für Yum und dessen internationale Märkte.
Zugleich macht der Fall deutlich, wie hart der Wettbewerb zwischen Coca-Cola und Pepsi um Großkunden ist. Cokes Sieg über Pepsi war eher symbolisch, stellt aber ein weiteres Beispiel dafür dar, wie das Unternehmen mit Sitz in Atlanta seinen Rivalen in der Kategorie Softdrinks schlägt. Solche Verträge werden mit Zugeständnissen und Anreizen ausgehandelt – ein Hinweis darauf, dass Margen und Konditionen in diesem Geschäft unter Druck stehen können.
Für Yum Brands wiederum ist die Getränkefrage nur ein Baustein. Die jüngsten Quartalszahlen zeigten, dass Taco Bell und die internationalen KFC-Märkte die Haupttreiber des Wachstums sind, während Pizza Hut schwächelte. Die exklusiven Pepsi-Produkte bei Taco Bell wie Mountain Dew Baja Blast und Doritos Locos Tacos sind Teil dieser Erfolgsgeschichte. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Die verlängerte Vereinbarung gilt bis 2036 und erstreckt sich auf die internationalen Märkte von Taco Bell, darunter Kanada, Großbritannien, Irland und Thailand. Bei KFC beginnt die Coca-Cola-Partnerschaft in den USA im Januar, bis zum Frühjahr sollen die Getränke in allen US-Restaurants der Kette angeboten werden. Pepsi bleibt zugleich Partner für die internationalen Märkte von Yum Brands. Wie sich diese Aufteilung auf die künftigen Quartalszahlen auswirkt, wird sich erst mit den kommenden Berichten zeigen.
Kurz erklärt
- Softdrink-Kategorie: Sammelbegriff für kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke, in der sich Coca-Cola und PepsiCo gegenüberstehen.
- Vergleichbare Umsätze: Kennzahl, die die Entwicklung bestehender Restaurants ohne Neueröffnungen misst.
- Flächenbereinigter Umsatz: Umsatzwachstum, das Zu- und Abgänge von Verkaufsflächen herausrechnet.
