SCA übertrifft Erwartungen: Zellstoffgeschäft treibt Q3-Gewinn um 6 Prozent
Das EBITDA von Svenska Cellulosa Aktiebolaget liegt bei SEK 1.634 Millionen und übertrifft die Konsensschätzungen um 6 Prozent.

Svenska Cellulosa Aktiebolaget (SCA) hat im dritten Quartal 2026 ein EBITDA von SEK 1.634 Millionen ausgewiesen und damit die Konsensschätzungen von SEK 1.545 Millionen um 6 Prozent übertroffen. Der schwedische Forst- und Verpackungskonzern steigerte sein Ergebnis damit deutlich gegenüber dem zweiten Quartal 2026, in dem das EBITDA bei SEK 1.303 Millionen gelegen hatte. Treiber der Entwicklung war vor allem das Zellstoffgeschäft.
Der Vorsprung ist allerdings mit Vorsicht zu lesen. In den ausgewiesenen Zahlen sind Rückerstattungen in Höhe von SEK 42 Millionen aufgrund von Zöllen enthalten. Bereinigt um diese Einmaleffekte übertraf SCA die Markterwartungen noch um 3 Prozent. Der Löwenanteil des Ergebnisses stammt damit aus dem operativen Geschäft, ein Teil des Vorsprungs ist jedoch auf einen Sondereffekt zurückzuführen, der sich im Schlussquartal nicht wiederholen wird.
Auf Segmentebene stach der Bereich Zellstoff klar hervor: Mit SEK 198 Millionen lag das Ergebnis deutlich über dem Konsens von SEK 118 Millionen. Auch die Bereiche Erneuerbare Energien und Frischfaser-Kartonkarton übertrafen die Erwartungen. Sie konnten die schwächeren Ergebnisse im Holzspartenbereich aufwiegen, sodass unter dem Strich ein klarer Gewinnüberschuss stand.
Die Details
Für das vierte Quartal rechnet SCA mit höheren Instandhaltungskosten in Höhe von SEK 130 Millionen. Hinzu kommen niedrigere Volumina sowie der Wegfall der Zollrückerstattungen, die das dritte Quartal gestützt hatten. Analysten halten vor diesem Hintergrund ein konsenses EBITDA von SEK 1,7 Milliarden für das vierte Quartal für erreichbar.
Das Unternehmen wies darauf hin, dass der Markt für Papier und Verpackungen weiterhin herausfordernd bleibt. Im Forstbereich bezeichnet SCA die Märkte für Sägewipfel- und Zellholzzuschlag als ausgeglichen. Das Unternehmen verarbeitet nach eigenen Angaben weiterhin Mengen aus Windbeschädigungen, die im vierten Quartal 2025 aufgetreten waren. Die Kraftstoffkosten belasteten die Forstergebnisse zusätzlich.
Bei den Holzpreisen zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Preise für Schnittholz sanken leicht gegenüber dem vorherigen Quartal. Die Produzentenbestände sind bei Kiefer hoch und bei Fichte normal, während die Kundenbestände niedrig bleiben. Bei Nadelholz-Zellstoff blieben die Produzentenbestände trotz robuster Produktion erhöht.
Der Bereich Kartonkarton profitierte von Preiserhöhungen im dritten Quartal, wobei zusätzliche Gewinne im vierten Quartal erzielt wurden. Die Nachfrage wurde durch industrielle Aktivitäten sowie starke E-Commerce- und Verbrauchsgütersektoren gestützt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 12.03.2026 berichtete aktien.news, dass die Investmentbank Jefferies Mondi, SCA und Stora Enso als potenzielle Gewinner im europäischen Markt für Wellpappenrohpapier identifiziert hatte. Hintergrund waren jüngste Preiserhöhungen und gestiegener Kostendruck durch höhere Energiepreise. Die Analysten sahen die drei Frischfaser-Produzenten klar im Vorteil gegenüber Recyclingpapier-Herstellern.
Zum damaligen Zeitpunkt stiegen die Preise für Recycling-Wellpappenrohpapier in Deutschland im März um 40 Euro pro Tonne – ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Weitere energiebedingte Preiserhöhungen von 100 Euro pro Tonne wurden bereits angekündigt. Dieser Anstieg folgte auf kumulierte Rückgänge von 112,50 Euro pro Tonne oder 15 Prozent im Zeitraum von Juli bis zu diesem Berichtszeitpunkt.
Die aktuelle Quartalsbilanz von SCA fügt sich damit in das Bild ein, das Analysten bereits im Frühjahr 2026 gezeichnet hatten: Frischfaserbasierte Produzenten profitieren von der Preisentwicklung im Verpackungsmarkt, während die Kostenentwicklung bei Energie und Rohstoffen den Sektor insgesamt belastet.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die wichtigste Botschaft, dass SCA die Erwartungen übertroffen hat – aber nicht in vollem Umfang aus eigener Kraft. Der um Zollrückerstattungen bereinigte Überschuss von 3 Prozent zeigt, dass das operative Geschäft solide, aber nicht spektakulär lief. Der Zellstoffbereich lieferte dabei den entscheidenden Beitrag, während das Holzgeschäft schwächelte.
Interessant ist die Struktur des Ergebnisses: Während Zellstoff, Erneuerbare Energien und Frischfaser-Kartonkarton überzeugten, blieb der Forstbereich hinter den Möglichkeiten zurück. Belastend wirkten dort Kraftstoffkosten und leicht gesunkene Schnittholzpreise. Gleichzeitig deuten die niedrigen Kundenbestände bei Holz darauf hin, dass auf der Nachfrageseite noch Potenzial besteht, während die hohen Produzentenbestände bei Kiefer und Nadelholz-Zellstoff auf ein Überangebot hindeuten.
Anleger sollten zudem die Belastungen des vierten Quartals im Blick behalten. Die angekündigten Instandhaltungskosten von SEK 130 Millionen, niedrigere Volumina und der Wegfall der Zollrückerstattungen dürften das Ergebnis drücken. Ob das von Analysten als erreichbar eingestufte konsense EBITDA von SEK 1,7 Milliarden tatsächlich erreicht wird, hängt maßgeblich davon ab, wie stark die Preiserhöhungen im Kartonkartonbereich durchschlagen.
Ausblick
Für das vierte Quartal erwartet SCA höhere Instandhaltungskosten von SEK 130 Millionen sowie niedrigere Volumina. Die Zollrückerstattungen aus dem dritten Quartal werden sich nicht wiederholen. Analysten halten ein konsenses EBITDA von SEK 1,7 Milliarden für erreichbar.
Im Kartonkartonbereich sollen zusätzliche Gewinne aus Preiserhöhungen im vierten Quartal erzielt werden. Der Markt für Papier und Verpackungen bleibt nach Einschätzung des Unternehmens herausfordernd. Im Forstbereich verarbeitet SCA weiterhin Mengen aus den Windbeschädigungen, die im vierten Quartal 2025 aufgetreten waren.
Kurz erklärt
- EBITDA: Kennzahl für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, die die operative Ertragskraft eines Unternehmens zeigt.
- Konsensschätzung: Durchschnitt der Prognosen mehrerer Analysten, an dem die tatsächlichen Unternehmenszahlen gemessen werden.
- Frischfaser-Kartonkarton: Verpackungskarton aus neu gewonnenem Holzfasermaterial statt aus recyceltem Altpapier.
- Zellstoff: Aus Holz gewonnener Faserrohstoff, der die Basis für Papier- und Verpackungsprodukte bildet.
