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Palantir übertrifft Erwartungen: Ist die Aktie trotz hoher Bewertung ein Kauf?

Palantir beschleunigt sein Wachstum im dritten Quartal auf 96 Prozent und überschreitet erstmals die Marke von zwei Milliarden Dollar Umsatz.

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Palantir übertrifft Erwartungen: Ist die Aktie trotz hoher Bewertung ein Kauf?

Palantir Technologies hat mit seinen Zahlen für das dritte Quartal erneut die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz des Datenanalyse- und KI-Unternehmens belief sich im dreimonatigen Zeitraum bis zum 30. September auf 2,31 Milliarden Dollar und lag damit über den Analystenprognosen von 2,18 Milliarden Dollar. Es war das erste Mal überhaupt, dass Palantir in einem einzelnen Quartal mehr als zwei Milliarden Dollar Umsatz generierte.

Bemerkenswert ist vor allem die Dynamik: Die Wachstumsrate beschleunigte sich auf 96 Prozent, nachdem sie im Vorquartal bei 93 Prozent gelegen hatte. Für ein Unternehmen dieser Größe ist das eine außergewöhnliche Entwicklung. Zum Vergleich: Der Jahresumsatz des Konzerns lag im Jahr 2022 gerade einmal knapp unter der Zwei-Milliarden-Dollar-Marke, die nun in einem einzigen Quartal erreicht wurde.

Der kommerzielle Umsatz in den USA übersteigt erstmals den staatlichen

Ein weiterer wichtiger Meilenstein war die Verschiebung der Umsatzstruktur. Zum ersten Mal übertraf der kommerzielle Umsatz in den USA den staatlichen Umsatz in den USA – mit 984 Millionen Dollar gegenüber 953 Millionen Dollar. Dies wertet das Unternehmen als Zeichen dafür, dass es wächst und sich zunehmend in Bereiche außerhalb von Regierungsbehörden ausweitet. Lange Zeit galt Palantir als stark abhängig von öffentlichen Auftraggebern, weshalb dieser Wandel für Anleger von besonderer Bedeutung ist.

Auch bei der Profitabilität überzeugte das Unternehmen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 44 Cent und damit über den von Analysten erwarteten 41 Cent. Insgesamt war es nach Einschätzung des Autors ein weiteres herausragendes Quartal, das das beeindruckende Wachstum unterstreicht.

Die Aktie fiel – doch die Bewertung bleibt hoch

Trotz der starken Zahlen wurde die Aktie in den letzten Tagen niedriger gehandelt, da der Technologiesektor insgesamt stark unter Druck stand. Auch im Nachbörsehandel zeigte sie einen deutlichen Rückgang. Als möglicher Grund gilt die Sorge des Marktes über die hohe Bewertung, während Technologieaktien als Ganzes schwächelten.

Denn das Geschäft läuft außergewöhnlich gut, doch die Rentabilität bleibt im Verhältnis zum Gewinn relativ niedrig. Bei einem Gewinn je Aktie von 0,44 Dollar ergäbe sich hochgerechnet ein jährliches Lauftempo von 1,76 Dollar, wenn das Unternehmen dieses Profitabilitätsniveau vier Quartale lang beibehielte. Die Aktie schloss am Montag bei etwas über 178 Dollar – das entspricht einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als dem 100-Fachen. Ein solch steiler Multiplikator ist selbst angesichts der hohen Wachstumsrate schwer zu rechtfertigen.

Für Anleger bleibt die Bewertung der entscheidende Faktor

Für deutsche Privatanleger, die einen Einstieg erwägen, lohnt daher ein differenzierter Blick. Zwar mag die Aktie bei Kursverlusten wie ein attraktiver Kauf erscheinen, und langfristig orientierte Anleger könnten angesichts der durchweg starken Ergebnisse einen Kauf in Betracht ziehen. Der Autor des zugrunde liegenden Beitrags würde sie jedoch nicht einfach als „offensichtlichen Kauf" bezeichnen, da die Bewertung bereits recht hoch ist.

Beeindruckende Wachstumsraten sind aus seiner Sicht bereits eingepreist, weshalb die Aktie selbst nach diesen starken Zahlen keine sichere Wette auf einen weiteren Anstieg ist. Die Diskrepanz zwischen operativer Entwicklung und Kursreaktion zeigt, wie stark die Erwartungen an das Unternehmen mittlerweile sind. Anleger sollten daher sowohl das starke operative Momentum als auch das hohe Bewertungsniveau sorgfältig gegeneinander abwägen.

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