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Oracle: Milliarden-Wette auf KI zwischen Riesenchance und Klumpenrisiko

Cloud-Riese investiert Milliarden in KI – doch Anleger bleiben skeptisch

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Oracle: Milliarden-Wette auf KI zwischen Riesenchance und Klumpenrisiko

**Oracles Milliarden-Wette auf KI: Zwischen Riesenchance und Klumpenrisiko

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Der Cloud- und Datenbankspezialist Oracle hat sich frühzeitig im KI-Boom positioniert, kämpft aber mit Skepsis an der Börse. Während Tech-Giganten wie Nvidia und Micron Technology mit Kursgewinnen von 885 Prozent beziehungsweise 1.212 Prozent in fünf Jahren glänzten, legte Oracles Aktie im selben Zeitraum nur um vergleichsweise bescheidene 69 Prozent zu. Eine aktuelle Analyse des Finanzportals Motley Fool zeigt nun, warum Anleger trotz massiver Investitionen in KI-Infrastruktur zurückhaltend bleiben – und wie viel aus einer 1.000-Dollar-Position bis 2030 werden könnte.

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Der teure Umbau zum KI-Infrastrukturanbieter

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Oracles Management erkannte das Potenzial der generativen KI frühzeitig. Das Unternehmen positionierte sich auf der sogenannten "Pick-and-Shovels"-Seite des Booms – es stellt die Rechenleistung und Datenspeicher bereit, die für den Betrieb großer Sprachmodelle (LLMs) unverzichtbar sind. Um diesen Schub im Cloud-Infrastrukturgeschäft zu finanzieren, leitete der Konzern eine umfassende Umstrukturierung ein. Bereits in diesem Jahr wurden 21.000 Mitarbeiter entlassen. Der Umstrukturierungsplan beläuft sich mittlerweile auf 2,8 Milliarden Dollar, wobei ein Großteil der Mittel für Abfindungen und Ausstiegskosten vorgesehen ist.

Normalerweise begrüßen Anleger Entlassungen, da sie langfristig die Margen und den Cashflow verbessern können. Doch Oracle lenkt die eingesparten Personalkosten nicht in Aktienrückkäufe oder Dividenden, sondern in den weiteren Ausbau seiner KI-Rechenzentren. Im Geschäftsjahr 2026, das am 31. Mai endete, gab das Unternehmen satte 55,7 Milliarden Dollar für Investitionsausgaben (CapEx) aus. Für das Geschäftsjahr 2027 werden sogar 90 bis 95 Milliarden Dollar erwartet. Viele Anleger sind nervös, weil unklar ist, ob sich diese gewaltigen Ausgaben langfristig auszahlen werden.

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Die OpenAI-Abhängigkeit als Risikofaktor

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Auf den ersten Blick erscheint die Skepsis gegenüber Oracle ungerechtfertigt. Analysten von Goldman Sachs erwarten, dass die weltweiten Gesamtausgaben für KI im Jahr 2026 die Marke von einer Billion Dollar überschreiten. Allein Amazon plant in diesem Jahr Investitionen von bis zu 220 Milliarden Dollar, wogegen Oracles Budget vergleichsweise konservativ wirkt.

Doch es gibt wesentliche Unterschiede. Anders als Amazon oder andere diversifizierte Tech-Giganten verfügt Oracle nicht über eine breite Palette etablierter, profitabler Geschäftsbereiche, auf die es im Falle eines Scheiterns seiner KI-Strategie zurückgreifen könnte. Hinzu kommt eine enorme Abhängigkeit von einem einzigen Kunden: OpenAI. Im Jahr 2025 unterzeichnete Oracle einen Cloud-Computing-Vertrag über 300 Milliarden Dollar mit dem Hersteller von ChatGPT. Der Konzern verpflichtete sich, OpenAI enorme Mengen an Cloud-Kapazität bereitzustellen, im Gegenzug für einen erheblichen wiederkehrenden Umsatzstrom.

Dieses Klumpenrisiko macht viele Anleger nervös. Oracle muss zunächst zig Milliarden ausgeben, um die Vertragserfüllung sicherzustellen, während gleichzeitig das Risiko besteht, dass OpenAI möglicherweise nicht in der Lage ist, für die gesamte reservierte Rechenkapazität zu zahlen. Zwar ist OpenAI mit einem geschätzten privaten Marktwert von 852 Milliarden Dollar weiterhin äußerst erfolgreich, doch das Unternehmen kämpft mit erheblichen Herausforderungen beim Cash-Burn und dem Wettbewerb durch Konkurrenten wie Anthropic. Der langfristige Erfolg ist keineswegs garantiert.

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Ausblick: Moderate Renditen erwartet**

Die anhaltende Unsicherheit und das Fehlen einer überzeugenden Bullen-These deuten laut der Analyse darauf hin, dass die Oracle-Aktie in den kommenden Jahren wahrscheinlich im Einklang mit den historischen Marktdurchschnitten performen wird. Bei jährlichen Renditen von rund zehn Prozent würde eine 1.000-Dollar-Position bis 2030 auf etwa 1.464 Dollar anwachsen – wobei es auf dem Weg dorthin zu erheblichen Kursschwankungen kommen dürfte.

Oracle bleibt damit eine relativ risikoreiche Wette auf den KI-Megatrend. Das Unternehmen hat zwar eine große Chance, gemeinsam mit Branchenführern wie OpenAI zu wachsen, doch der Wert dieses Potenzials wird durch die hohen Vorabinvestitionen in Rechenzentren und das erhebliche Abwärtsrisiko überschattet. Für Anleger, die auf KI setzen wollen, bietet Oracle eine spekulative, aber potenziell lohnende Möglichkeit – mit allen Risiken, die ein derart konzentriertes Geschäftsmodell mit sich bringt.

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