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Nvidia-Zahlen bewegen Börsen in den USA

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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Nvidia-Zahlen bewegen Börsen in den USA

An den US-Börsen herrschte am Mittwoch eine abwartende Stimmung, die ganz im Zeichen der mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Nvidia stand. Vor Veröffentlichung der Ergebnisse hielten sich viele Anleger zurück, da die Zahlen des Chipkonzerns als entscheidender Impulsgeber für die weitere Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten galten. Nachbörslich veröffentlichte Nvidia schließlich seine Bilanz, die weitgehend den Erwartungen entsprach. Dennoch geriet die Aktie des weltgrößten Börsenkonzerns unter Druck und verlor zeitweise bis zu vier Prozent.

Der Dow Jones schloss den Handelstag mit einem Plus von 0,32 Prozent bei 45.565 Punkten. Der S&P 500, in dem Nvidia mit einem Gewicht von 8,1 Prozent vertreten ist, legte um 0,3 Prozent zu und markierte damit einen neuen Rekordstand. An der Technologiebörse Nasdaq zeigten sich die Anleger vorsichtiger. Der Nasdaq 100 stieg lediglich um 0,17 Prozent auf 23.565 Punkte. Die Nervosität spiegelte die hohen Erwartungen an die Nvidia-Zahlen wider, die als Abschluss und zugleich Höhepunkt der Berichtssaison betrachtet wurden.

Mit einer Marktkapitalisierung von 4,44 Billionen Dollar ist Nvidia aktuell das wertvollste Unternehmen der Welt. Dahinter folgen Microsoft mit 3,75 Billionen und Apple mit 3,37 Billionen Dollar. Analysten stuften die Zahlen des Chip-Herstellers als Lackmustest für die KI-getriebene Börsenrally ein. Zwar erfüllte das Unternehmen die Schätzungen: Der Quartalsumsatz lag bei 46,7 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn bei 1,05 Dollar je Aktie. Damit traf Nvidia im Wesentlichen die Prognosen der Analysten, die mit 46 Milliarden Dollar Umsatz und 1,01 Dollar Gewinn je Aktie gerechnet hatten. Für das dritte Quartal kündigte der Konzern einen Umsatzanstieg auf 54 Milliarden Dollar an, womit er leicht über den Erwartungen liegt. Trotz dieser Entwicklung reagierte der Markt mit Gewinnmitnahmen.

Im Jahresverlauf zeigt die Nvidia-Aktie ein starkes Wachstum. Seit Jahresbeginn verzeichnet sie ein Plus von rund einem Drittel, seit Ende 2022 summiert sich der Zuwachs sogar auf mehr als 1.100 Prozent. Erst vor zwei Wochen hatte das Papier ein Rekordhoch von 184,48 Dollar erreicht. Doch wie bei vielen Technologiewerten bleibt die Frage bestehen, ob die hohen Bewertungen auf Dauer gerechtfertigt sind.

Auch der deutsche Aktienmarkt stand am Mittwoch im Zeichen der Nvidia-Zahlen. Der DAX verlor nach schwungvollem Start an Boden und fiel zeitweise unter die Marke von 24.000 Punkten. Am Ende des Handelstages notierte der Leitindex 0,44 Prozent im Minus bei 24.046 Punkten. Unter den größten Verlierern befanden sich die Aktien von Commerzbank und Deutscher Bank. Goldman Sachs hatte die Commerzbank von „Neutral“ auf „Sell“ herabgestuft und die Empfehlung für die Deutsche Bank von „Buy“ auf „Neutral“ gesenkt.

Der Devisenmarkt reagierte ebenfalls bewegt. Der Dollar erholte sich leicht, während der Euro 0,1 Prozent auf 1,1630 Dollar nachgab. Zuvor hatte die Entlassung von Fed-Gouverneurin Lisa Cook durch US-Präsident Donald Trump die US-Währung belastet. Analysten äußerten Sorge um die Unabhängigkeit der Federal Reserve. Experten betonten, dass eine Politisierung der Notenbank langfristig den Wert des Dollar schwächen könnte.

Am Rohstoffmarkt bewegte sich der Goldpreis kaum. Eine Feinunze kostete am Abend 3.394 Dollar, was einem minimalen Anstieg von 0,1 Prozent entsprach. Die Ölpreise zeigten sich dynamischer. Die Nordseesorte Brent stieg um 0,76 Prozent auf 67,24 Dollar pro Barrel. Auslöser waren unerwartet stark gesunkene Rohölvorräte in den USA, die um 2,4 Millionen auf 418,3 Millionen Barrel zurückgingen.

Unternehmensnachrichten aus Europa und den USA bestimmten ebenfalls den Handel. Bei ProSiebenSat.1 bahnt sich ein Machtwechsel an. Die Berlusconi-Familie steht über ihre Gesellschaft Media for Europe kurz vor der Mehrheit an dem Medienkonzern. Mit dem geplanten Kauf der Anteile des tschechischen Investors PPF würde MFE auf fast 60 Prozent der Aktien kommen. Damit könnten die Italiener Umsätze und Gewinne von ProSiebenSat.1 in ihre Bilanz einbeziehen, für eine volle Kontrolle wäre jedoch eine Dreiviertel-Mehrheit notwendig.

Die Aktie der Porsche AG erhielt Unterstützung durch Berichte über einen möglichen Wechsel an der Konzernspitze. Volkswagen-Chef Oliver Blume will seinen Posten bei der Sportwagentochter offenbar abgeben, was an den Märkten als Schritt zur Auflösung einer seit Langem kritisierten Doppelrolle gewertet wurde.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall weihte im niedersächsischen Unterlüß ein neues Werk für Artilleriemunition ein. Das Unternehmen will damit seine Position als führender Hersteller von 155-Millimeter-Geschossen im Westen stärken. Zudem kündigte der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin an, Raketen der Typen ATACMS und Hellfire künftig in Kooperation mit Rheinmetall in Deutschland zu produzieren. Gleichzeitig gibt es Hinweise auf ein mögliches Interesse Rheinmetalls am militärischen Teil der Bremer Lürssen-Werft.

Bei Delivery Hero sorgte eine gesenkte Gewinnprognose für Kursverluste. Der Essenslieferdienst erwartet nun ein bereinigtes Ergebnis von 900 bis 940 Millionen Euro, nachdem zuvor noch 975 bis 1.025 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren. Für den Umsatz zeigt sich das Unternehmen dagegen optimistischer und rechnet mit einem Zuwachs von 22 bis 24 Prozent.

Auf dem französischen Bankenmarkt standen BNP Paribas und Société Générale unter Druck. Politische Unsicherheiten in Paris belasten die Kurse weiter, nachdem bereits am Vortag deutliche Verluste verzeichnet wurden. In den USA kündigte Boeing eine beschleunigte Auslieferung von 25 Maschinen des Typs 737 MAX an Ryanair an. Die Übergabe soll nun schon im Oktober erfolgen, statt wie ursprünglich geplant im kommenden Frühjahr.

Der Blick richtet sich auch auf Apple, das seine nächste Produktvorstellung für den 9. September angekündigt hat. Erwartet werden neue iPhones und eine aktualisierte Version der Apple Watch. Anleger interessieren sich dabei besonders für mögliche Fortschritte im Bereich Künstliche Intelligenz, da der Konzern im Wettbewerb mit anderen Technologiefirmen an Boden verloren haben könnte.

Marktberichte

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