Nvidia hält 18 Milliarden Dollar an SpaceX: Was Jensen Huang sieht
Die 13F-Meldung zeigt: Nvidia besitzt rund 122,8 Millionen SpaceX-Anteile im Wert von etwa 18 Milliarden Dollar – die zweitgrößte Beteiligung des Chipkonzerns.

Nvidia hat Ende August im Rahmen seiner Ergebnisse für das zweite Quartal auch seine 13F-Meldung veröffentlicht. Diese Meldung listet die öffentlich gehandelten Aktien auf, in denen das Unternehmen Positionen hält. Sie zeigt: Nvidia besaß rund 122,8 Millionen Anteile an Space Exploration Technologies, kurz SpaceX, dem Unternehmen von Elon Musk. Damit ist SpaceX die zweitgrößte Position des Chipkonzerns – vor CoreWeave und hinter Intel.
Der Wert dieser Beteiligung lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei rund 18 Milliarden Dollar. Für Anleger ist die Offenlegung ein seltener Einblick in die Kapitalallokation eines Unternehmens, das selbst zu den wichtigsten Lieferanten der KI-Industrie gehört und zugleich an einem der größten Kunden im Markt beteiligt ist. Am Berichtstag notierte die SpaceX-Aktie 2,37 Prozent im Minus, Nvidia 1,17 Prozent im Minus.
Auf den ersten Blick wirkt es ungewöhnlich, dass ein Chiphersteller in ein Raketenstart- und Satellitenkommunikationsgeschäft investiert. Der Anteil von Nvidia an SpaceX geht jedoch auf eine frühere Investition in xAI zurück, das KI-Geschäft von Musk, das in SpaceX aufgegangen ist. Die xAI-Einheit wurde anschließend in XSI umbenannt, wobei „SI“ in diesem Akronym für „Super Intelligence“ steht.
Die Details
Nvidias Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen konzentrieren sich stark auf KI-fokussierte Geschäftsmodelle – und SpaceX hat sich zu einem Unternehmen entwickelt, das den Großteil seiner Umsätze mit künstlicher Intelligenz erwirtschaftet. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 161 Prozent im Jahresvergleich auf 14,6 Milliarden Dollar. Das Segment Super Intelligence spielte dabei die führende Rolle: Es steigerte seinen Absatz um 830 Prozent im Jahresvergleich auf 7,56 Milliarden Dollar und stand damit für mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes in diesem Zeitraum. Die Segmente Konnektivität und Raumfahrt erzielten Umsätze von 5,25 Milliarden bzw. 1,77 Milliarden Dollar.
Neben dem Fokus auf KI-Modelle investiert Nvidia typischerweise in Unternehmen, zu denen bereits Kundenbeziehungen und Partnerschaften bestehen. Genau das trifft hier zu, denn SpaceX ist schnell zu einem der größten Kunden von Nvidia geworden. In einer Telefonkonferenz zum dritten Quartal skizzierte Elon Musk massive Rechenzentrumsvorhaben und erklärte, die Rechenzentren seines Unternehmens würden ausschließlich Prozessoren von Nvidia nutzen. Am 25. Oktober gab Musk bekannt, dass SpaceX 40 Milliarden Dollar an Schuldfinanzierungen gesichert habe, um Grafikprozessoren zu kaufen. Gemessen an seinen vorherigen Aussagen deutet dies auf einen Auftragswert von rund 40 Milliarden Dollar für Nvidia hin. Die GPUs sollen laut Musk im ersten Halbjahr 2027 geliefert werden.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 15.08.2026 berichtete aktien.news, dass Nvidia in einer SEC-Meldung fast 123 Millionen SpaceX-Aktien offengelegt hatte, die Ende Juni einen Wert von knapp 21 Milliarden US-Dollar besaßen. Der Bericht hielt außerdem fest, dass die SpaceX-Aktien seit dem Börsengang im Juni stark gefallen waren und der Anteil dadurch nur noch rund 17 Milliarden US-Dollar wert war. Die Beteiligung gehe auf Nvidias Investition in xAI zurück, die im Januar abgeschlossen wurde – kurz bevor Elon Musk das KI-Labor mit SpaceX fusionierte.
Am 10.10.2026 meldete aktien.news, dass Musk künftig ausschließlich Chips von Nvidia einsetzen will und zur Finanzierung des Hardware-Ausbaus eine Finanzierungsrunde in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar anstrebt. Am 15.10.2026 folgte der Bericht, dass eine Google-Tochter monatlich 920 Millionen US-Dollar an SpaceX zahlt und dafür Zugang zu rund 110.000 Nvidia-GPUs erhält; der Mietvertrag läuft von Oktober 2026 bis Juni 2029 und summiert sich über 33 Monate auf rund 30 Milliarden US-Dollar. Am 25.10.2026 berichtete aktien.news schließlich über die vorgelegten Q3-Zahlen von SpaceX, in denen Musk zusätzlich 20 Gigawatt Rechenkapazität in Aussicht stellte – verbunden mit einem Investitionsbedarf von rund 500 Milliarden bis einer Billion Dollar.
Was das für Anleger bedeutet
Die Offenlegung macht sichtbar, wie eng die Geschicke von Nvidia inzwischen mit dem KI-Ausbau bei SpaceX verknüpft sind. Auf der Umsatzseite ist die Beziehung längst konkret: Die gesicherte Schuldfinanzierung von 40 Milliarden Dollar für GPU-Käufe und der Vertrag mit der Google-Tochter zeigen, dass SpaceX Rechenkapazität in industriellem Maßstab nachfragt – und dafür auf Nvidia-Hardware setzt. Für deutsche Privatanleger, die Nvidia im Depot halten, ist das ein zusätzlicher Indikator für die Auftragslage des Konzerns, der über die klassischen Hyperscaler-Kunden hinausgeht.
Zugleich zeigt der Buchwert der Beteiligung, wie stark solche Positionen schwanken: Aus knapp 21 Milliarden US-Dollar Ende Juni wurden laut dem Bericht vom 15.08.2026 zeitweise rund 17 Milliarden, nun werden rund 18 Milliarden Dollar genannt. Ein Minderheitsanteil verschafft Nvidia keine Kontrolle über Entscheidungen bei SpaceX, macht aber die eigene Bilanz empfindlich gegenüber Kursschwankungen der Beteiligung. Hinzu kommt die Konzentration: SpaceX ist innerhalb des Nvidia-Portfolios bereits die zweitgrößte Position. Anleger sollten daher zwischen der operativen Kundensichtbarkeit und dem reinen Bewertungseffekt unterscheiden. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Die nächsten harten Termine stehen im Quelltext: Musk erwartet die Lieferung der GPUs im ersten Halbjahr 2027, der Mietvertrag mit der Google-Tochter läuft bis Juni 2029. Mittelfristig verweist Musk auf zusätzliche 20 Gigawatt Rechenkapazität und einen daraus folgenden Investitionsbedarf von rund 500 Milliarden bis einer Billion Dollar. Nvidia wiederum dürfte seine Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen quartalsweise über die 13F-Meldung transparent machen – die nächste Offenlegung wird zeigen, wie sich der Wert der SpaceX-Position entwickelt hat.
Kurz erklärt
- 13F-Meldung: Eine bei der US-Börsenaufsicht eingereichte Quartalsmeldung, in der institutionelle Anleger ihre Positionen in börsennotierten Aktien auflisten.
- Grafikprozessor (GPU): Ein Prozessor, der viele Rechenoperationen parallel ausführt und deshalb besonders für KI-Anwendungen genutzt wird.
- Buchgewinn: Der rechnerische Wertzuwachs einer Beteiligung auf Basis des aktuellen Marktpreises, ohne dass die Position verkauft wurde.
- Schuldfinanzierung: Kapital, das ein Unternehmen über Kredite oder Anleihen aufnimmt, statt neue Anteile auszugeben.
- Capex: Investitionsausgaben eines Unternehmens für langfristige Anlagen wie Rechenzentren.
