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Nord Stream 2 bleibt vorerst am Netz

US-Investoren zeigen Interesse – Berlin und Brüssel zögern bei Genehmigung und Gasstrategie

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 Nord Stream 2 bleibt vorerst am Netz

Der Betreiber der Nord Stream 2 Pipeline, die nie in Betrieb genommen wurde, kann seine Suche nach einem neuen Investor fortsetzen. Ein Gericht im Schweizer Kanton Zug genehmigte einen Nachlassvertrag, der eine Sanierung durch Schuldenschnitt ermöglicht. Ohne diese Entscheidung wäre ein Konkurs nach Schweizer Recht unausweichlich gewesen. Die Nord Stream 2 AG mit Sitz in Zug gehört zum russischen Staatskonzern Gazprom. Westeuropäische Großgläubiger wie Engie, OMV, Shell, Uniper und Wintershall hatten dem Vertrag bereits Ende April zugestimmt. Über Details äußerte sich das Gericht nicht, da noch Beschwerde eingelegt werden kann.

Die Gläubiger sollen erhebliche Abschläge auf ihre Milliardeninvestitionen akzeptiert haben. Der Bau der Pipeline hatte rund zehn Milliarden Euro gekostet. Der juristische Weg zum Nachlassvertrag zog sich über zweieinhalb Jahre hin. Kleingläubiger, darunter zahlreiche Baufirmen aus Mecklenburg-Vorpommern, wurden laut Gerichtsverfügung vollständig entschädigt. Einige Unternehmen bestätigten inzwischen, dass ihre Forderungen beglichen wurden.

Nord Stream 2 sollte Gas aus Russland über zwei jeweils 1.200 Kilometer lange Leitungen durch die Ostsee nach Deutschland liefern. Die Fertigstellung war bereits erfolgt, doch der Betrieb wurde kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 von der deutschen Bundesregierung gestoppt. Im September 2022 wurde einer der beiden Stränge durch einen Anschlag zerstört. Auch die bereits betriebene Nord Stream 1 Pipeline war betroffen.

In den USA gibt es unterdessen Interesse an einem Einstieg. Der Unternehmer Stephen P. Lynch, ein Unterstützer von US-Präsident Donald Trump, äußerte öffentlich seine Kaufabsichten. Er sieht darin die Chance, die europäische Energieversorgung unter amerikanischen Einfluss zu bringen. Lynch ist seit zwei Jahrzehnten in Osteuropa und Russland geschäftlich aktiv. Allerdings verhindern die Schäden an der Leitung derzeit eine Nutzung. Eine Inbetriebnahme müsste außerdem von der neuen Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz genehmigt werden. Eine Positionierung der Koalition aus CDU und SPD steht noch aus.

Die Bundesregierung kauft seit dem russischen Angriff kein Pipeline-Gas aus Russland mehr. Die EU bezog zuletzt noch 19 Prozent ihres Gases aus Russland, plant jedoch, diesen Anteil bis 2027 auf null zu senken. Analysten bezweifeln eine Zukunft der Pipeline als Gastransportweg, selbst bei einem künftigen Friedensabkommen.

Nord Stream SanierungGasGaspipelineInvestitionen

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