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Neuwelt-Schraubenwurmfliege breitet sich rasant Richtung US-Grenze aus

243 neue Fälle in einer Woche – die Ausbreitung beschleunigt sich und bedroht den US-Rindfleischmarkt erheblich.

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Neuwelt-Schraubenwurmfliege breitet sich rasant Richtung US-Grenze aus

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat in der Woche bis zum 26. April 243 neue Fälle der Neuwelt-Schraubenwurmfliege (New World Screwworm) gemeldet. Wie die Investmentbank Raymond James berichtet, markiert dies eine deutliche Beschleunigung gegenüber den Vorwochen. Seit Anfang März stiegen die wöchentlichen Fallzahlen kontinuierlich von einem Niveau im niedrigen 100er-Bereich an – ein besorgniserregender Trend für die US-Landwirtschaft.

Besonders alarmierend ist das Tempo der Zunahme: Während die wöchentlichen Zuwächse zuvor bei 10 bis 20 neuen Fällen lagen, verzeichnete die jüngste Woche einen Sprung von fast 50 zusätzlichen Fällen im Vergleich zur Vorwoche. Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege ist ein parasitärer Schädling, dessen Larven lebendes Gewebe von Tieren – insbesondere Rindern – befallen und schwere Schäden verursachen können.

Ausbreitung nähert sich der US-Grenze

Die geografische Ausbreitung des Schädlings gibt besonders Anlass zur Sorge. In der aktuellen Woche wurde erstmals ein Fall im mexikanischen Bundesstaat Coahuila gemeldet, der westlich von Nuevo León und Tamaulipas liegt und außerhalb der Zone für die Ausbringung steriler Fliegen liegt. Die Bundesstaaten, die direkt an Texas grenzen, verzeichnen steigende Fallzahlen:

Tamaulipas

: 132 aktive Fälle, 48 Neuinfektionen in der jüngsten Woche -

Nuevo León

: 11 aktive Fälle, 3 Neuinfektionen in der vergangenen Woche -

Hidalgo

: 107 aktive Fälle, 56 Neuinfektionen in der jüngsten Woche -

San Luis Potosí

: 146 aktive Fälle, 53 Neuinfektionen in der jüngsten Woche

Diese Zahlen spiegeln die anhaltende Ausbreitung des Schädlings von Veracruz aus in Richtung Norden wider – direkt auf die US-amerikanische Grenze zu.

Folgen für den US-Rindfleischmarkt

Der bereits verhängte Stopp der US-Rinderimporte aus Mexiko hat das Rindfleischangebot unter Druck gesetzt. Mexikanische Rinderimporte machten im Jahr 2024 rund 4 Prozent des gesamten US-Rinderbestands aus – ein nicht zu vernachlässigender Anteil. Die beschleunigte Ausbreitung des Schädlings schränkt die Vorhersehbarkeit ein, wann diese Importe wieder aufgenommen werden können.

Das Risiko einer Ausbreitung nach Texas selbst ist dabei besonders gravierend: Eine Infektion auf US-amerikanischem Boden würde die Rinderbewegungen erheblich einschränken und das Angebot weiter unter Druck setzen. Für Investoren im Agrar- und Fleischsektor bleibt die Lage damit schwer kalkulierbar.

Gegenmaßnahmen laufen auf Hochtouren

US-amerikanische und mexikanische Behörden setzen auf die bewährte Sterile-Insekten-Technik (SIT), um die Ausbreitung einzudämmen. Die USA verteilen derzeit sterile Fliegen von der Moore Air Base aus, um die Reproduktion des Schädlings zu unterbrechen. Mitte April legten das USDA und das Army Corps of Engineers zudem den Grundstein für eine neue Produktionsstätte für sterile Fliegen, die voraussichtlich bis Ende 2027 in Betrieb gehen soll.

Darüber hinaus erteilte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA Anfang dieser Woche mehrere Notfallzulassungen (Emergency Use Authorizations) für Medikamente zur Vorbeugung und Behandlung der Neuwelt-Schraubenwurmfliege. Diese Maßnahmen zeigen die Dringlichkeit, mit der die Behörden auf die eskalierte Lage reagieren – eine schnelle Eindämmung bleibt jedoch angesichts der aktuellen Fallzahlen ungewiss.

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