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Nestlé-Zahlen zeigen: Asien und Lateinamerika treiben globalen Konsum

Schwellenländer überholen den Westen beim Konsumwachstum – Masse macht's trotz knapper Budgets

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Nestlé-Zahlen zeigen: Asien und Lateinamerika treiben globalen Konsum

Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller Nestlé liefert einen aufschlussreichen Einblick in die Verschiebung globaler Konsummuster. Was zur Jahrtausendwende noch ein westliches Phänomen war, hat sich grundlegend gewandelt: Die neue Konsumentenklasse kommt aus Asien.

Heute lebt die Hälfte aller weltweiten Konsumenten in Asien, angeführt von China und Indien. In beiden Ländern steigen jährlich jeweils rund 30 Millionen Menschen in die kaufkräftige Mittelschicht auf. Als Konsument gilt nach Definition der Weltbank, wer mindestens zwölf Dollar täglich ausgibt.

Die Zahlen offenbaren ein interessantes Paradoxon: Chinesen geben durchschnittlich 7.300 Dollar jährlich für Konsum aus, Inder nur 1.700 Dollar. Zum Vergleich: Deutsche Verbraucher konsumieren für 33.600 Dollar pro Jahr. Dennoch erzielt Nestlé in China fünf Prozent seines Weltumsatzes, in Indien zwei Prozent – genauso viel wie in Deutschland. Die schiere Masse an Konsumenten macht den Unterschied.

Asien im Fokus der Konzernstrategie

Vietnam mit seinen 100 Millionen Einwohnern entwickelt sich zum attraktiven Wachstumsmarkt. Die Pro-Kopf-Konsumausgaben stiegen zuletzt auf 2.600 Dollar. Nestlé führt dort mit seinem Mineralwasser "La Vie" den Markt an. Der Erfolgsschlüssel: lokale Produktion zu lokalen Kosten. Insgesamt betreibt der Konzern 81 Fabriken in Asien.

Die Weltbank sieht in der Privatwirtschaft den Haupttreiber für Arbeitsplätze und Wohlstand. Ihr aktueller "Business Ready Report" analysiert 101 Länder und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Die meisten Volkswirtschaften haben erst 60 Prozent des Weges zu einem unternehmensfreundlichen Umfeld zurückgelegt.

Lateinamerika reift zum Premiummarkt

Während Asien aufholt, hat Lateinamerika bereits einen beachtlichen Entwicklungssprung vollzogen. Die Bevölkerung muss sich längst nicht mehr primär um Grundnahrungsmittel sorgen. Ein bemerkenswertes Detail: Seit zwei Jahren verkauft Nestlé die Katzenfuttermarke "Felix" in der Region – ein Indikator für gestiegenen Wohlstand.

Brasilien trieb im vergangenen Jahr das Wachstum besonders stark an. Mit durchschnittlichen Konsumausgaben von 8.000 Dollar pro Kopf greifen Brasilianer gerne zu lokalen Produkten wie der Nestlé-Schokolade "Garato". Getränke, Süßigkeiten und Fertiggerichte verkaufen sich prächtig.

Afrika bleibt wirtschaftlich weitgehend abgehängt. Von 54 Staaten des Kontinents verzeichnet laut World Data Lab nur Nigeria eine stark wachsende Mittelschicht. Die Brookings Institution nennt zusätzlich Ägypten. Für die 42 Prozent der nigerianischen Bevölkerung, die mit weniger als drei Dollar täglich auskommen müssen, bleibt die Entwicklung jedoch abstrakt.

Langfristiger Trend trotz regionaler Unterschiede

Nestlé betreibt in Nigeria ein Tochterunternehmen, von dem 30 Prozent an der lokalen Börse notiert sind. Mit dem Tütensnack "Milo" gibt es sogar ein exklusives Produkt für die 233 Millionen Nigerianer. Genaue Umsatzzahlen für Afrika nennt der Konzern allerdings nicht.

Die globale Armutsbekämpfung zeigt Erfolge, wenn auch langsam: Heute leben gut zehn Prozent der Weltbevölkerung von weniger als drei Dollar täglich – vor zwanzig Jahren waren es noch dreimal so viele. Die Entwicklung erfolgreicher Unternehmen und einer wachsenden Mittelschicht erleichtert Schwellenländern den Weg aus der Armut, auch wenn der Prozess Jahrzehnte dauert.

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