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US-Möbelbranche kämpft ums Überleben: Zölle treffen kleine Händler existenziell

Importzölle von bis zu 50% bedrohen amerikanische Möbelhändler – unabhängig von möglichen Gerichtsentscheidungen gegen Trumps Handelspolitik.

US-Möbelbranche kämpft ums Überleben: Zölle treffen kleine Händler existenziell

Die amerikanische Möbelindustrie steht vor einer existenziellen Krise. Während der Oberste Gerichtshof der USA diese Woche über die Rechtmäßigkeit von Präsident Donald Trumps "reziproken Zöllen" entscheiden könnte, bietet ein mögliches Urteil der Branche kaum Hoffnung. Denn die spezifischen Möbelzölle in Höhe von rund 25% auf Produkte wie Sofas, Küchenschränke und Waschtische bleiben bestehen – sie wurden bereits im Herbst unter Abschnitt 232 des Trade Expansion Act verhängt und unterliegen nicht der aktuellen Prüfung.

Die Unsicherheit belastet die Branche zusätzlich schwer. Ursprünglich sollten die Zölle im Januar 2025 auf 50% steigen, doch Ende Dezember wurde dieser Plan überraschend auf 2027 verschoben. "Die ständige Unsicherheit plagt die gesamte Branche", erklärt Peter Theran, CEO der Home Furnishings Association, dem Branchenverband der Möbelhändler. Diese Unberechenbarkeit macht langfristige Planungen nahezu unmöglich.

Branche bereits vor Zöllen unter Druck

Die Zölle treffen eine Industrie, die bereits seit vier Jahren kämpft. Nach einem Boom während der Covid-19-Pandemie, als Amerikaner ihre Wohnungen renovierten und von niedrigen Zinsen profitierten, folgte ab 2022 ein drastischer Einbruch. Steigende Inflation und Zinsen bremsten die Nachfrage, der Sektor verzeichnete laut Euromonitor den ersten Rückgang seit mindestens sieben Jahren. Als die Zölle eingeführt wurden, hatten sich die Hausverkäufe bereits deutlich verlangsamt.

Die Folgen sind dramatisch: American Signature Furniture, Muttergesellschaft von Value City Furniture, meldete nach fast 80 Jahren Geschäftstätigkeit Ende 2024 Insolvenz an. Das Unternehmen begann im vergangenen Monat mit Räumungsverkäufen in seinen verbleibenden 89 Filialen. In Gerichtsunterlagen führte das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 27% zwischen 2023 und 2025 an. Die Netto-Betriebsverluste weiteten sich im gleichen Zeitraum von 18 Millionen auf 70 Millionen Dollar aus.

"Erhebliche Liquiditätsengpässe" hätten sich durch die "Einführung neuer Zollvorgaben weiter verschärft und beschleunigt", heißt es im Insolvenzantrag. Laut einer Analyse von CNBC-Gerichtsunterlagen haben im vergangenen Jahr mindestens zehn weitere Möbelunternehmen Insolvenz angemeldet, einige wurden vollständig liquidiert.

Kleine Betriebe besonders hart getroffen

Bei den meisten insolventen Unternehmen handelt es sich um kleinere Betriebe, die über deutlich weniger Ressourcen verfügen als ihre größeren Konkurrenten. Joseph Cozza, dessen kleines Unternehmen East Coast Innovators Einzelhändler wie Macy's und Raymour & Flanigan beliefert, musste die Preise um 15% bis 18% erhöhen, um die höheren Zollkosten auszugleichen. Die Folge: ein spürbarer Nachfragerückgang über die Feiertage.

Vorerst kann Cozza sein Geschäft weiterführen, hofft aber auf Zinssenkungen, eine Belebung des Immobilienmarktes und höher als erwartete Steuerrückerstattungen. Andernfalls müsse er sein Unternehmen möglicherweise von Philadelphia nach North Carolina verlegen, wo die Betriebskosten niedriger sind. Die Zollpolitik eröffnet größeren Unternehmen unterdessen die Möglichkeit, Marktanteile zu gewinnen – auf Kosten der kleineren Wettbewerber.

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