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Morgan Stanley: Milliarden-Zuflüsse für chinesische KI-Aktien erwartet

Zwei chinesische KI-Unternehmen sollen im Juni in den Hang Seng Tech Index aufgenommen werden und massive passive Kapitalzuflüsse auslösen.

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Morgan Stanley: Milliarden-Zuflüsse für chinesische KI-Aktien erwartet

Morgan Stanley erwartet, dass die Aufnahme zweier chinesischer KI-Unternehmen in den Hang Seng Tech Index Kapitalzuflüsse von 1,25 bis 1,75 Milliarden US-Dollar auslösen wird. Betroffen sind Knowledge Atlas Technology, der Betreiber von Zhipu AI, sowie MiniMax – beide seit ihrem Börsengang in Hongkong im Januar stark gestiegen. Die Aufnahme in den Index ist für den 8. Juni geplant, wie Morgan-Stanley-Analysten in einem Bericht vom 27. April mitteilten.

Der Hang Seng Tech Index, der Technologieaktien aus Hongkong bündelt, hat seit Jahresbeginn trotz der breiten Begeisterung für chinesische KI-Technologien mehr als 11 Prozent an Wert verloren. Nur sieben der im Index enthaltenen Werte konnten im bisherigen Jahresverlauf 2026 zulegen – darunter Hua Hong Semiconductor, Lenovo, JD, Midea sowie mehrere Elektroauto-Aktien. Auch die Schwergewichte Tencent und Alibaba, die beiden nach Marktkapitalisierung größten Werte im Index, verzeichneten zweistellige Verluste.

Kursziele deutlich angehoben

Die Morgan-Stanley-Analysten reagierten auf die positive Entwicklung mit deutlichen Kurszielhebungen. Das Kursziel für Knowledge Atlas wurde von 560 Hongkong-Dollar auf 990 Hongkong-Dollar (umgerechnet rund 126,37 US-Dollar) angehoben. Für MiniMax stieg das Kursziel von 990 auf 1.100 Hongkong-Dollar. Beide Unternehmen gelten als Pioniere unter den börsennotierten chinesischen KI-Modellanbietern.

Die beiden Unternehmen unterscheiden sich in ihren Stärken: Die Modelle von Zhipu AI sind vor allem für ihre Programmierfähigkeiten bekannt. MiniMax hingegen überzeugt durch die Breite seiner KI-Funktionen, die von der Textgenerierung bis hin zur Audiogenerierung reichen. MiniMax ist zudem eine beliebte Wahl für Nutzer von OpenClaw-KI-Agenten und gilt – wie viele chinesische KI-Modelle – im Vergleich zu US-Wettbewerbern als kostengünstig.

Chinesische KI-Modelle holen bei den Preisen auf

Dieser Kostenvorteil schwindet jedoch zunehmend. Morgan-Stanley-Analysten wiesen darauf hin, dass die Kosten für den Zugriff auf chinesische KI-Modelle im ersten Quartal auf mindestens 17 Prozent der Gebühren für US-amerikanische KI-Modelle gestiegen sind – ein deutlicher Anstieg gegenüber lediglich 5 Prozent im Vorjahr. Dies spiegelt die wachsende Nachfrage nach chinesischen KI-Tools wider.

Die Analysten prognostizieren, dass jedes der führenden chinesischen KI-Modelle in diesem Jahr einen Umsatz von mindestens 1 Milliarde US-Dollar erzielen kann. Im nächsten Jahr soll sich dieser Wert mehr als verdoppeln. Wettbewerber wie Moonshot, das das KI-Modell Kimi betreibt, und StepFun befinden sich weiterhin in Privatbesitz und sind damit noch nicht an der Börse handelbar.

Hongkong als KI-Börsenplatz im Aufwind

Morgan Stanley sieht KI- und Large-Language-Model-Werte als künftig wesentlich bedeutenderen Treiber der Hongkonger Aktienmärkte. „Wir glauben, dass KI- und Large-Language-Model-Werte zu einem wesentlich größeren Treiber der Hongkonger Aktienmärkte werden und die Indexzusammensetzung, Performance, Liquidität und Mittelflüsse neu gestalten werden", so die Analysten.

Die regulatorische Unterstützung für den Technologiesektor in Hongkong ist dabei laut Morgan Stanley klar erkennbar: Der Sektor macht seit Jahresbeginn 40 Prozent des Kapitals bei Börsengängen in Hongkong und 43 Prozent der IPO-Pipeline aus. Dies festige KI als dauerhafte Kraft am Hongkonger Aktienmarkt, so die Einschätzung der Analysten.

Unter den etablierten chinesischen Internetwerten bleibt Alibaba die bevorzugte Wahl von Morgan Stanley. Die Analysten sehen den E-Commerce-Riesen nicht nur als klassisches Handelsunternehmen, sondern auch als Wette auf KI über den gesamten Technologie-Stack hinweg – von Cloud-Computing bis hin zu eigenen KI-Modellen.

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