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MMG sichert EU Nickelversorgung zu – Bedenken zum Anglo-Deal

MMG sichert EU Nickelversorgung zu – Bedenken zum 500-Millionen-Dollar-Deal mit Anglo American

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MMG sichert EU Nickelversorgung zu – Bedenken zum Anglo-Deal

Der chinesische Bergbaukonzern MMG (HKEX: 1208) hat der Europäischen Kommission zugesichert, die Nickelversorgung für Europa nach der geplanten Übernahme der brasilianischen Nickelgeschäfte von Anglo American (LON: AAL) aufrechtzuerhalten oder sogar auszubauen. Das rund 500 Millionen US-Dollar schwere Geschäft stößt auf regulatorische Bedenken in Brüssel.

Die Europäische Kommission teilte MMG am Mittwoch mit, dass sie befürchtet, die Transaktion könnte den kohlenstoffarmen Ferronickel vom europäischen Markt abziehen und dadurch die Kosten für Edelstahlproduzenten in der Region erhöhen. „Eine solche Verlagerung des Angebots, kombiniert mit begrenzten alternativen Versorgungsquellen, könnte sich nachteilig auf den Preis von kohlenstoffarmem Ferronickel auswirken“, erklärte die Kommission und verwies auf potenzielle Folgen für europäische Edelstahlproduzenten und deren Kostenstruktur.

MMG entgegnete umgehend, dass Europa weiterhin der attraktivste Markt für den brasilianischen Ferronickel sei. Das Unternehmen habe weder Anreize noch Pläne, die Lieferungen nach China umzuleiten. MMG sei bereit, europäischen Kunden oder der Kommission Garantien zu erteilen und beabsichtige, Europa mindestens mit den derzeitigen Volumina zu beliefern, die Anglo American aktuell liefert – mit der Möglichkeit, diese sogar zu steigern.

Hintergrund des Lieferstreits

Anglo American hatte im vergangenen Jahr zugestimmt, seine brasilianischen Nickelgeschäfte an MMG zu verkaufen, was eine regulatorische Prüfung hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf die Ferronickelversorgung ausgelöst hat. Der Rohstoff wird vor allem bei der Edelstahlproduktion eingesetzt und ist für viele europäische Stahlhersteller von strategischer Bedeutung.

Anglo American selbst wies die Bedenken der Kommission zurück und verwies auf das erhebliche Wachstum der Ferronickelversorgung in den letzten zwölf Monaten. „Europäische Kunden von Ferronickel profitieren von einem wettbewerbsfähigen, vielfältigen und steigenden Angebot zahlreicher Produzenten in Lateinamerika, Neukaledonien, Südkorea, Indonesien, Japan und anderen Regionen“, sagte ein Anglo-Sprecher in einer E-Mail an Bloomberg. Die Transaktion werde die Anzahl der Lieferanten, die den Markt bedienen, eher erhöhen als verringern, fügte der Sprecher hinzu.

MMG expandiert in die Nickelproduktion

Der Erwerb würde MMGs Eintritt in die Nickelproduktion markieren und die Präsenz chinesischer Unternehmen in der globalen Bergbaubranche weiter ausweiten. Bereits heute investieren chinesische Konzerne massiv in die Nickelproduktion, insbesondere in Indonesien. Der in Hongkong notierte Bergbaukonzern betreibt Projekte in Australien, Afrika und Südamerika und steht unter der Kontrolle des staatlichen Bergbau- und Handelsriesen China Minmetals Corp.

Konkret würde der Deal die brasilianischen Anlagen Barro Alto und Codemin von Anglo American zum Portfolio von MMG hinzufügen. Zusammen produzieren die Standorte jährlich etwa 40.000 Tonnen Nickel in Form von Ferronickel. MMG würde zudem zwei unerschlossene Projekte übernehmen.

Durch die Einwände der EU rückt die Verfügbarkeit von kohlenstoffarmem Ferronickel nun in den Mittelpunkt der regulatorischen Prüfung. MMG kann auf die Einwände der Kommission reagieren und eine mündliche Verhandlung beantragen. Die Kommission hat bis zum 30. November Zeit, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Für die europäischen Edelstahlproduzenten steht viel auf dem Spiel: Sollte der Deal scheitern oder mit strengen Auflagen versehen werden, könnte dies die Versorgungssicherheit mit einem wichtigen Rohstoff beeinträchtigen.

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