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Mieter träumen wieder von Eigenheim

Günstige Zinsen und steigende Nachfrage machen Immobilienkauf attraktiver

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Mieter träumen wieder von Eigenheim

Der Traum von der eigenen Immobilie wird für Mieterinnen und Mieter wieder realistischer. Eine Umfrage des Finanzierungsvermittlers Interhyp zeigt, dass 52 Prozent der Befragten glauben, sich in ihrer Region eine Immobilie leisten zu können. Im Jahr 2023 war weniger als die Hälfte der Teilnehmer so optimistisch. Laut der regelmäßig erhobenen Leistbarkeitsstudie geht inzwischen sogar jeder Zwölfte davon aus, sich leicht bis sehr leicht Wohneigentum leisten zu können. Befragt wurden 1000 Käufer und Kaufinteressenten der Interhyp, und das Interesse an einer eigenen Immobilie ist groß: Verschiedenen Studien zufolge wären 60 bis 75 Prozent der Mieter in Deutschland lieber Eigentümer.

Interhyp-Vorstandschef Jörg Utecht spricht von einer „Rückkehr des Optimismus“ und betont, dass der Immobilienmarkt seit der Zinswende selten so attraktiv war wie aktuell. Reiner Braun, Leiter des Immobilienanalysehauses Empirica, erklärt den Stimmungsumschwung damit, dass bei sinkenden Preisen niemand zugreifen wollte, doch bei drohendem Einbruch im Wohnungsbau und stark steigenden Mieten sich die Einschätzung allmählich dreht. Utecht nennt als Beleg die aktuellen Finanzierungen: Das Institut vergibt monatlich Kredite in einer Höhe von einer Milliarde Euro mehr als im Vorjahreszeitraum, was die ersten fünf Monate des Jahres zeigt.

Ein wesentlicher Grund für diesen Anstieg sind die gesunkenen Zinsen. Im November 2023 mussten Darlehensnehmer für einen Kredit mit zehn Jahren Laufzeit noch 4,23 Prozent zahlen, nun sind es 3,69 Prozent. Marktkenner wie Max Herbst von der FMH-Finanzberatung erwarten, dass diese Bedingungen auch in den nächsten Monaten stabil bleiben. Ein Darlehen in Höhe von 320.000 Euro kostet monatlich nun 1520 Euro anstatt 1650 Euro wie im Herbst 2023. Doch die vorteilhaften Bedingungen für Kreditnehmer könnten sich bald ändern, denn in einigen Regionen ziehen die Preise für Wohneigentum bereits wieder an. Laut dem Interhyp-Immobilienpreisindex, der die Entwicklung in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Stuttgart und im Bundesdurchschnitt abbildet, steigen die Preise seit dem Frühjahr wieder leicht. Lediglich in Hamburg stagnieren sie. Experten der Maklerhäuser Colliers und CBRE sehen ebenfalls eine erhöhte Nachfrage, die sich auf die Preise auswirken könnte.

Interhyp-Chef Utecht verweist auf die derzeit große Zahl an Angeboten und die Verhandlungsbereitschaft vieler Verkäufer. Allerdings handelt es sich bei den Objekten mit Preisnachlass häufig um ältere Gebäude, die saniert werden müssen. Laut der aktuellen Leistbarkeitsstudie schrecken jedoch 53 Prozent der Befragten davor zurück, eine sanierungsbedürftige Immobilie zu kaufen. Um diesen Vorbehalten entgegenzuwirken, bieten einige Institute günstigere Zinsen an, wenn durch eine Sanierung die Energieeffizienzklasse der Immobilie verbessert wird, sagt Utecht.

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