Immobilienbranche vor Herausforderungen durch Extremwetter
Innovative Technologien und mehr Investitionen dringend benötigt

Die Immobilienbranche steht aufgrund von Extremwetterereignissen vor erheblichen Herausforderungen. In Süddeutschland haben diese Woche Überschwemmungen zu gefluteten Gebäuden und gesperrten Straßen geführt, was die Dringlichkeit der Problematik verdeutlicht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass solche Extremwetterereignisse in Zukunft häufiger auftreten werden. Um diesen Entwicklungen zu begegnen, muss sich die Immobilienwirtschaft rüsten. Starkregen, Stürme sowie extreme Hitze oder Kälte können Gebäude stark beeinträchtigen und damit auch das Leben der Menschen gefährden.
Innovative Technologien könnten dabei helfen, die Auswirkungen des Klimawandels besser zu bewältigen. Dazu zählen Klimawandelmodelle zur Simulation zukünftiger Risiken, Frühwarnsysteme für Hochwasser oder Waldbrände, effiziente Wassermanagementsysteme und neue Baustoffe. Diese Technologien, auch als AdaptationTech-Lösungen bekannt, sind jedoch kostenintensiv und benötigen mehr finanzielle Unterstützung. Besonders Start-ups in diesem Bereich leiden unter Finanzierungsengpässen. Ein aktueller Report der Venture-Capital-Plattform PT1 und der Cleantech-Strategieberatung DWR Eco, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, zeigt eine Finanzierungslücke von rund 44 Milliarden Euro pro Jahr weltweit auf.
Junge Unternehmen sind auf Venture-Capital-Gesellschaften angewiesen, die hohe Renditen anstreben. Laut Nikolas Samios, Managing Partner beim Berliner Investor PT1, gibt es viele Start-ups, die an innovativen Lösungen für die Bewältigung der Klimawandelfolgen im Immobiliensektor arbeiten. Der Sektor ist jedoch massiv unterfinanziert, wie der Report zeigt. Derzeit fließen jährlich 63 Milliarden Euro in diesen Bereich, was nach Ansicht der Autoren nicht ausreicht. Der wesentliche Grund für die niedrigen Finanzmittel liegt in der geringen Beteiligung von Privatkapital. Der größte Teil der Mittel, etwa 98 Prozent, stammt aus dem öffentlichen Sektor. Deutlich mehr Kapital fließt hingegen in den Bereich der Mitigation, also Strategien zur Reduktion oder Vermeidung von Treibhausgasemissionen, in den jährlich 430 Milliarden Euro investiert werden.
Kai Panitzki, Geschäftsführer der Bitstone Capital Management GmbH, betont, dass technische Lösungen mit einem funktionierenden Geschäftsmodell kombiniert werden müssen, um Investoren zu gewinnen. Firmen, die CO2-arme Baustoffe entwickeln, könnten bei Investoren durchaus Interesse wecken. Enrico Reiche, Leiter des Bereichs Venture Deals bei PwC, fügt hinzu, dass Geschäftsmodelle, die auf Nachhaltigkeit setzen, vergleichsweise leichter Kapital erhalten. Allerdings hätten hardwarelastige und investitionsintensive Firmen, die beispielsweise neuartige Baustoffe entwickeln, größere Schwierigkeiten, Geldgeber zu finden. Investoren bevorzugen Geschäftsmodelle, die schnell skalieren und sich rentieren, wie digitale Geschäftsmodelle.
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Zur AktienanalyseNikolas Samios hebt hervor, dass es nicht ausreicht, energieeffiziente Gebäude zu bauen, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Es sei notwendig, widerstandsfähigere Immobilien zu errichten, die Extremwettersituationen standhalten. Die Finanzierung neuer Technologien sei entscheidend, um die durch den Klimawandel verursachten Probleme zu bewältigen. Nur durch diese Investitionen könnten die Immobilienwirtschaft und die betroffenen Gemeinden zukünftigen Herausforderungen begegnen.


