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Metas KI-Agent Muse: 10 Millionen Downloads, aber zweifelhafter Ertrag

Die Muse-App von Meta erreicht schnell 10 Millionen Downloads, doch ob das die Milliardeninvestitionen rechtfertigt, ist fraglich.

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Metas KI-Agent Muse: 10 Millionen Downloads, aber zweifelhafter Ertrag

Meta Platforms hat mit seinem KI-Agenten „Muse" ein seltenes Erfolgserlebnis vorzuweisen. Die Aktie des Konzerns gab am Mittwoch um 6,98 Prozent nach, während das nach unten weisende Dreieckssymbol auf einen Lichtblick hindeutet. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob dieser Erfolg ausreicht, um die milliardenschweren Investitionen in das Anlagevermögen zu rechtfertigen. Die Antwort darauf ist nach Einschätzung des Marktes nahezu sicher nein.

Mehr als 10 Millionen Menschen in den USA und Kanada haben die Muse-App heruntergeladen. Das teilte Meta-Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch im Rahmen des Quartalsergebnis-Calls des Unternehmens mit. Diese Zahl ist beeindruckend, denn sie übertrifft die Konkurrenz deutlich. Laut Daten der Marktdatenfirma Sensor Tower benötigte die ChatGPT-App etwa dreimal so lange, bis sie die Marke von 10 Millionen Downloads erreichte. Noch länger brauchten Elon Musks Grok sowie Anthropics Claude, um eine vergleichbare Reichweite zu erzielen.

Meta monetarisiert das Wachstum bereits

Meta versucht bereits, das Wachstum von Muse in Einnahmen umzuwandeln. Für intensivere Nutzer bietet das Unternehmen Abonnementstufen zu Preisen von 20 US-Dollar beziehungsweise 100 US-Dollar pro Monat an. Damit reiht sich Meta in eine wachsende Gruppe von KI-Anbietern ein, die kostenpflichtige Premium-Zugänge als Erlösquelle erschließen wollen.

Bereits im vergangenen Monat hatte Zuckerberg die Möglichkeit angedeutet, dass Muse für Transaktionen eine geringe Gebühr erheben könnte. Am Mittwoch schlug er zudem vor, dass kleine Unternehmen den Agenten einsetzen könnten, um Kunden zu gewinnen und effizienter zu arbeiten. Damit skizziert der Konzern mehrere Wege, wie sich die hohen Investitionen in die KI-Infrastruktur langfristig refinanzieren ließen.

Ein weiterer Hebel ist Metas starke Stellung im Online-Werbungsgeschäft. Der Konzern ist in diesem Bereich weltweit führend, was durch In-App-Anzeigen oder gesponserte Empfehlungen zusätzliche Einnahmequellen erschließen könnte. Kombiniert mit den Abonnement-Modellen und möglichen Transaktionsgebühren ergibt sich ein breites Spektrum an Monetarisierungsoptionen.

Milliardeninvestitionen stehen auf dem Prüfstand

Trotz dieser Ansätze bleibt die zentrale Frage offen, ob die Erlöse mit den getätigten Milliardeninvestitionen Schritt halten können. Der Kursrückgang von 6,98 Prozent am Mittwoch deutet darauf hin, dass die Anleger Zweifel hegen. Die schnelle Verbreitung der Muse-App allein genügt offenbar nicht, um das Vertrauen in die Rentabilität der KI-Strategie zu festigen.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung bei Meta ein anschauliches Beispiel dafür, wie der Markt KI-Investitionen zunehmend kritisch bewertet. Nicht die Nutzerzahlen allein, sondern der konkrete finanzielle Ertrag entscheidet über die Bewertung. Meta muss nun beweisen, dass aus 10 Millionen Downloads auch nachhaltige Umsätze werden – und dass die Abonnement-Stufen, mögliche Transaktionsgebühren sowie Werbeeinnahmen zusammen ausreichen, um die getätigten Ausgaben zu rechtfertigen.

Die Diskrepanz zwischen beeindruckenden Download-Zahlen und dem skeptischen Markt zeigt: Im KI-Wettbewerb zählt am Ende nicht die Reichweite, sondern die Fähigkeit, diese in profitable Geschäftsmodelle zu überführen. Ob Meta das gelingt, wird sich an den kommenden Quartalszahlen messen lassen müssen.

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