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Meta in Indien unter Druck: Kindesmissbrauch-Anzeigen auf Instagram

Indiens Regierung fordert von Meta binnen sieben Tagen eine Erklärung zu Kindesmissbrauch-Werbung auf Instagram.

• 2 Min
Meta in Indien unter Druck: Kindesmissbrauch-Anzeigen auf Instagram

Die indische Regierung hat Meta mit einer scharfen Rüge konfrontiert: Das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie übermittelte eine „strenge Mitteilung" an den US-Konzern, nachdem auf Instagram bezahlte Werbeanzeigen mit Material über sexuellen Kindesmissbrauch (CSEAM) entdeckt worden waren. Die Behörde fordert von Meta innerhalb von sieben Tagen eine detaillierte Erklärung und hat Instagram angewiesen, alle entsprechenden Anzeigen und Inhalte sofort zu deaktivieren.

Ausgelöst wurde die Warnung durch eine Untersuchung der BBC, die am Freitag enthüllte, dass Instagram in Indien bezahlte Werbeanzeigen schaltete, die Material über sexuellen Kindesmissbrauch bewarben. Der indische Staatssender DD News berichtete über die offizielle Reaktion der Regierung. Es ist bereits die zweite regulatorische Warnung, die Meta in Indien innerhalb einer einzigen Woche erhielt.

Metas Reaktion und globale Dimension

Ein Meta-Sprecher erklärte gegenüber CNBC, das Unternehmen verfolge eine „Null-Toleranz-Politik" gegenüber Inhalten im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch. Man setze „KI-Technologie ein, um verstoßende Inhalte und Personen proaktiv zu erkennen, aber wir befinden uns in einem ständigen Kampf gegen Kriminelle, die sich unter unseren 3,5 Milliarden Nutzern verstecken und versuchen, sich unserer Entdeckung zu entziehen", so der Sprecher weiter.

Der Fall reiht sich in eine Serie regulatorischer Probleme für Meta ein. Anfang dieses Jahres stellte die Europäische Kommission fest, dass der Konzern gegen EU-Recht verstieß, indem er Kinder unter 13 Jahren nicht daran hinderte, auf seine Plattformen zuzugreifen. Meta widersprach den vorläufigen Ergebnissen, doch dem Unternehmen könnten Geldstrafen von bis zu 6 Prozent seines gesamten weltweiten Jahresumsatzes drohen, sollten sich die Feststellungen bestätigen.

Indiens strategische Bedeutung für Meta

Indien ist für Meta kein Randmarkt – es ist der wichtigste überhaupt. Laut Daten von Statista zählt das Land mit mehr als 480 Millionen Nutzern die weltweit größte Instagram-Zielgruppe – mehr als doppelt so viele wie in den USA. Zudem verzeichnet Indien mit über 400 Millionen Facebook-Nutzern die höchste Anzahl weltweit. Unmittelbare Geldstrafen drohen Meta in Indien zwar nicht, doch der Konzern steht in seinem wichtigsten Markt unter verschärfter regulatorischer Beobachtung.

Neil Shah, Vice President of Research bei Counterpoint Research, kommentierte den Vorfall als „Weckruf für Meta, die Compliance und Kontrolle auf seinen Plattformen zu verschärfen". Die indische Regierung sei bestrebt, „die Zügel bei diesen massiven digitalen Plattformen enger zu ziehen", so Shah.

Auch WhatsApp im Visier der Behörden

Parallel dazu geriet auch Metas Messaging-Dienst WhatsApp in den Fokus der indischen Behörden. Die App, die in Indien über eine halbe Milliarde Nutzer hat, wurde wegen der Einführung einer neuen Benutzernamen-Funktion verwarnt. Die Regierung behauptete, die Funktion könne die Zahl der Cyberkriminalitätsvorfälle erhöhen, und wies die Plattform an, ihre Pläne vorerst auszusetzen.

Meta verteidigte die Einführung von Benutzernamen und bezeichnete sie als „wichtige Datenschutzfunktion", die Menschen helfen solle, in Kontakt zu bleiben, ohne Telefonnummern preiszugeben. Die Häufung der Konflikte mit der indischen Regulierungsbehörde innerhalb kurzer Zeit verdeutlicht die wachsenden regulatorischen Risiken, denen Meta in einem seiner bedeutendsten Wachstumsmärkte gegenübersteht.

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