Merck-Aktie steigt nach starken Quartalszahlen und angehobenen Analystenzielen
Der US-Pharmakonzern Merck überzeugt im dritten Quartal, Analysten heben die Kursziele an – die Aktie legt mehr als 2 Prozent zu.

Die Aktie des US-Pharmakonzerns Merck ist am Freitag um mehr als 2 Prozent gestiegen. Auslöser waren die am Donnerstag veröffentlichten Ergebnisse für das dritte Quartal sowie mehrere Analysten, die ihre Kursziele für den Titel anhoben. Der Kursgewinn fiel besonders auf, weil der breite Markt nachgab: Der S&P-500-Index verlor im selben Zeitraum 1,8 Prozent. Merck wird an der New Yorker Börse unter dem Ticker MRK gehandelt.
Die positive Stimmung, die Mercks solide Quartalszahlen auslösten, strahlte also in die folgende Handelsperiode aus. Es ging dabei nicht nur um die allgemeine Atmosphäre, sondern um konkrete Anpassungen der Kursziele durch Analysten, die das langlebige Pharmaunternehmen seit Langem beobachten.
Die Anleger fanden reichlich Anlass, die Quartalszahlen positiv aufzunehmen. Der Gesamtumsatz stieg um 5 Prozent auf über 18 Milliarden US-Dollar, vorhersehbar getrieben vom Blockbuster-Krebsmedikament Keytruda. Das Nettoergebnis nach US-GAAP-Vorschriften, bereinigt (non-GAAP), ging um 4 Prozent zurück, lag jedoch weiterhin deutlich im Milliardenbereich bei nahezu 6,2 Milliarden US-Dollar.
Der Umsatz steigt um 5 Prozent auf über 18 Milliarden US-Dollar
Beide Werte übertrafen die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten mühelos. Ebenso übertraf die Guidance des Managements für Umsatz und Gewinn für das gesamte Jahr 2026 die Erwartungen. Merck lieferte damit ein Ergebnisbild ab, das sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Gewinnseite überzeugte.
Mehrere Beobachter von Merck zögerten nicht lange, ihre Kursziele für die Aktie anzuheben. Genau die Hälfte der „Big Four“-Banken dieses Landes tat dies. Jason Gerberry von Bank of America Securities erhöhte sein Ziel auf 165 US-Dollar pro Aktie, nach zuvor 163 US-Dollar. Sein Kollege Chris Schott von J. P. Morgan, einer Einheit von JPMorgan Chase, hob sein Ziel auf 175 US-Dollar pro Aktie an, nach zuvor 165 US-Dollar. Beide Analysten behielten ihre jeweiligen Kaufempfehlungen bei.
Zwei Analysten der großen US-Banken heben ihre Kursziele an
Bemerkenswert ist, dass beide Häuser an ihrer positiven Einschätzung festhielten, obwohl die Aktie bereits deutlich gestiegen war. Der Markt nahm diese Signale am Freitag auf und trieb den Kurs weiter nach oben. Die Anhebung der Kursziele durch gleich zwei der großen US-Banken dürfte die Wahrnehmung des Titels bei institutionellen Anlegern zusätzlich stützen.
Bereits am 3. Februar 2026 trübte der Ausblick für 2026 die Stimmung
Der Blick zurück zeigt, wie schwankend die Stimmung rund um Merck in diesem Jahr war. Bereits am 3. Februar 2026 berichtete aktien.news, dass Merck im vierten Quartal sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Erwartungen der Analysten übertroffen hatte. Haupttreiber war damals die anhaltend starke Nachfrage nach dem Krebsmedikament Keytruda, der umsatzstärksten Immuntherapie des Unternehmens; auch mehrere neuere Produkte trugen zum positiven Ergebnis bei. Allerdings trübte die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 die Stimmung erheblich: Merck rechnete mit einem Umsatz zwischen 65,5 und 67 Milliarden US-Dollar, deutlich unter der Analystenschätzung von 67,6 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie sollte zwischen 5,00 und 5,15 US-Dollar liegen, während Experten 5,36 US-Dollar erwartet hatten.
Am 15. Juli 2026 berichtete aktien.news, dass die Merck-Aktie am Dienstag um 2,5 Prozent zulegte. Auslöser war eine positive Meldung des chinesischen Biotechpartners Kelun-Biotech, der vielversprechende Ergebnisse aus einer Spätphasenstudie zu Lungenkrebs veröffentlichte. Im vorbörslichen Handel notierte die Merck-Aktie bei 123,91 US-Dollar. Kelun-Biotech gab bekannt, dass sein experimentelles Krebsmedikament sac-TMT in Kombination mit Mercks Blockbuster-Immuntherapie Keytruda das primäre Studienziel erreicht hatte. Die Studie untersuchte Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs in der sogenannten Erstlinienbehandlung, also der ersten Therapie nach der Diagnose, deren Tumore keine PD-L1-Expression aufwiesen.
Zu beachten ist, dass aktien.news am 7. August 2026 über einen anderen Merck berichtete: Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck hob damals seine Jahresziele nach einem unerwartet starken zweiten Quartal an, Rückenwind lieferten die boomende Halbleiterindustrie und das florierende Life-Science-Geschäft. Konzernchef Kai Beckmann sagte: „Die steigenden KI-Kosten sind ein Treiber unseres Halbleitergeschäfts.“ Für das Gesamtjahr 2026 stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 21,0 und 21,8 Milliarden Euro in Aussicht, das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sollte zwischen 5,9 und 6,3 Milliarden Euro liegen. Dieser Darmstädter Konzern ist nicht mit dem hier behandelten US-Pharmakonzern Merck & Co. identisch.
Für Anleger bleibt Merck eine solide Gesundheitsaktie mit bescheidenem Wachstumspotenzial
Der Autor der Quelle zeigte sich von den überzeugenden Übererzielungen bei Umsatz und Gewinn nicht allzu überrascht. Merck verfüge generell über eine solide Palette beliebter Medikamente, angeführt von Keytruda, auch wenn es angesichts der Tatsache, dass das Medikament seinem Patentablauf nahekommt, gewisse Zukunftsängste gebe. Zudem verfüge das Unternehmen über eine recht aktive Forschungs- und Entwicklungspipeline, sodass die Chance hoch sei, dass noch ein weiterer Blockbuster in das Portfolio aufgenommen werde.
Derzeit notiert Merck zu Vorwärtswerten, die im Wesentlichen mit denen anderer Pharmakonzerne übereinstimmen. Gleichzeitig schüttet das Unternehmen eine relativ großzügige Dividende aus, die aktuell eine Rendite von 2,3 Prozent erzielt. Der Autor hält Merck für eine solide Anlage im Gesundheitssektor mit – wenn auch bescheidenem – Wachstumspotenzial und zudem für eine gute Einkommensaktie. Für deutsche Privatanleger ist dabei wichtig, dass es sich um eine US-Aktie handelt, deren Kurs in US-Dollar notiert und die damit auch einem Wechselkursrisiko unterliegt.
Der nahende Patentablauf von Keytruda bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor
Die wichtigste offene Frage betrifft den Patentschutz von Keytruda. Das Medikament nähert sich seinem Patentablauf, was die künftige Umsatzentwicklung belasten könnte. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt auch davon ab, ob Merck rechtzeitig neue Produkte aus der eigenen Pipeline auf den Markt bringt. Konkrete Termine für einen Patentablauf oder für Zulassungen nennt die Quelle nicht.
Für das Gesamtjahr 2026 hatte Merck bereits im Februar einen Umsatz zwischen 65,5 und 67 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 5,00 und 5,15 US-Dollar in Aussicht gestellt. Diese Guidance wurde im dritten Quartal übertroffen. Weitere Angaben zu künftigen Erwartungen, etwa zu einzelnen Produkten oder zur Dividendenpolitik, enthält die Quelle nicht.
Diese drei Fachbegriffe sollten Anleger kennen
- Non-GAAP: Bereinigte Kennzahl, bei der Sondereffekte aus dem Ergebnis herausgerechnet werden, um die operative Entwicklung vergleichbar zu machen.
- Kursziel: Die von einem Analysten erwartete Kurshöhe einer Aktie innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
- Dividendenrendite: Das Verhältnis der jährlichen Dividende zum aktuellen Aktienkurs einer Aktie.
