McDonald's vor Quartalszahlen: Analysten erwarten 3,38 Dollar Gewinn
Der Fast-Food-Konzern legt am Mittwoch vor Börsenbeginn seine Zahlen für das dritte Quartal vor – die Erwartungen sind gedämpft.

McDonald's legt an diesem Mittwoch vor Börsenbeginn seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Die von LSEG befragten Wall-Street-Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 3,38 Dollar und einen Umsatz von 7,29 Milliarden Dollar. Für den Fast-Food-Konzern ist der Berichtstermin ein wichtiger Gradmesser, denn das US-Geschäft hat zuletzt enttäuscht.
Die McDonald's-Aktie ist im Laufe des vergangenen Jahres um rund 11 Prozent gefallen. Als Belastungsfaktoren nennt die Berichterstattung die Sorgen der Anleger hinsichtlich des US-Geschäfts, kostspielige Pläne zur Modernisierung der Restaurants und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 186 Milliarden Dollar.
Im vergangenen Quartal hatte CEO Chris Kempczinski zugegeben, dass das US-Geschäft des Konzerns hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Als Gründe nannte er eine uneinheitliche Umsetzung der Preisangebote und komplizierte Einführungen neuer Menüpunkte. Als Reaktion darauf bestellte das Unternehmen Skye Anderson als neue Präsidentin für den US-Markt.
Analysten rechnen mit 3,38 Dollar Gewinn je Aktie
Die Erwartungen der von LSEG befragten Analysten sind konkret: Beim Gewinn je Aktie wird ein Wert von 3,38 Dollar erwartet, beim Umsatz ein Wert von 7,29 Milliarden Dollar. Beide Größen beziehen sich auf das dritte Quartal, das McDonald's am Mittwoch vor Börsenbeginn veröffentlicht.
Noch schwächer als der Gesamtkonzern dürfte sich der Heimatmarkt entwickeln. Laut Schätzungen von StreetAccount wird an der Wall Street mit einem Rückgang der gleichen-Laden-Umsätze (Same-Store-Sales) um 0,5 Prozent gerechnet. Analysten prognostizieren für das US-Geschäft im dritten Quartal also sogar noch schwächere Werte als zuletzt.
Die gleichen-Laden-Umsätze sind für die Bewertung eines Restaurantkonzerns zentral, weil sie nur die Entwicklung der bereits länger geöffneten Filialen abbilden. Sie blenden Effekte aus, die durch Neueröffnungen oder Schließungen entstehen. Ein Rückgang von 0,5 Prozent würde bedeuten, dass die bestehenden Restaurants in den USA weniger umsetzen als im Vorjahreszeitraum.
Das US-Geschäft belastet den Konzern seit Monaten
Die Schwäche in den USA ist kein neues Phänomen. Bereits am 5. August 2026 berichtete aktien.news, dass McDonald's im zweiten Quartal sein schwächstes Umsatzwachstum in den USA seit über einem Jahr verzeichnet hatte. Die Rabatt-Strategie des Konzerns – darunter ein „3-Dollar-and-under"-Menü sowie 5-Dollar-Kombi-Angebote – zeigte bei preisbewussten Kunden kaum Wirkung. Insgesamt ging die Zahl der US-Kunden zurück.
Kempczinski räumte die Schwäche damals offen ein. „Wir haben im zweiten Quartal schlichtweg nicht auf dem erforderlichen Niveau agiert", erklärte er in einer Mitteilung. Das Unternehmen müsse „die Messlatte in den USA höher legen und die Performance in unserem größten Markt beschleunigen". Führungskräfte des Konzerns gaben zudem zu, man habe zu viele Sparangebote gleichzeitig ausgerollt.
Am 24. September 2026 folgte der nächste Dämpfer. Wie aktien.news berichtete, rechnete McDonald's nicht mit einer schnellen Entspannung im US-Restaurantgeschäft. Kempczinski sagte, dass stagnierende Kundenzahlen und eine höhere Inflation weiterhin Belastungsfaktoren für die gesamte Branche bleiben dürften. Der Fast-Food-Riese meldete im jüngsten Quartal in den USA ein Wachstum der flächenbereinigten Verkäufe von lediglich 0,8 Prozent, während die Kundenfrequenz in den eigenen Restaurants im Inland zurückging.
Nur einen Tag später, am 25. September 2026, berichtete aktien.news über ein schwaches Jahr für McDonald's. Der weltweit größte Fast-Food-Konzern mit nahezu zwei Millionen Mitarbeitern sieht sich demnach einer ganzen Reihe von Belastungen ausgesetzt: steigende Kosten, eine Kundschaft, die finanziell am Limit wirtschaftet, ein im Wandel begriffenes Restaurantumfeld sowie ein harter Wettbewerb. Die Nachricht stammte aus dem Umfeld der US-Berichterstattung von NBC News Markets.
Am 27. September 2026 schließlich berichtete aktien.news über die Aktie, die damals bei 341 Dollar notierte. Nach Einschätzung des US-Finanzportals The Motley Fool könnte der Kurs bei 341 US-Dollar pro Aktie seinen Zenit erreicht haben. Als Belastungsfaktoren nannte die Quelle das schwache Wachstum der vergleichbaren Umsätze, den wachsenden Druck auf die Franchisenehmer und die hartnäckige Inflation.
Die Branche meldet im Oktober rückläufige Kundenzahlen
Ein aktueller Branchenhinweis kommt von einem Wettbewerber. Die Executives von Chipotle Mexican Grill hatten am vergangenen Mittwoch angegeben, dass die Restaurantbranche im Oktober einen Rückgang der Kundenzahlen verzeichnete. Diese Aussage dürfte auch für die Erwartungen an McDonald's relevant sein, da sie auf eine allgemeine Zurückhaltung der Verbraucher hindeutet.
Für deutsche Privatanleger ist der Bericht aus mehreren Gründen interessant. McDonald's gilt traditionell als robustes Schwergewicht der Gastronomie und ist auch an deutschen Börsenplätzen handelbar. Die Kombination aus schwachem US-Geschäft, hohen Modernisierungskosten und einer allgemein zurückhaltenden Konsumstimmung zeigt, wie stark der Konzern von der Entwicklung seines größten Marktes abhängt. Die Aktie hat im vergangenen Jahr rund 11 Prozent verloren, während die Marktkapitalisierung bei rund 186 Milliarden Dollar liegt.
Ein Blick auf die jüngsten Vergleichswerte macht die Erwartungshaltung deutlich: Im September hatte McDonald's in den USA noch ein Wachstum der flächenbereinigten Verkäufe von 0,8 Prozent gemeldet, für das dritte Quartal rechnen Analysten nun mit einem Rückgang von 0,5 Prozent. Diese Gegenüberstellung zeigt, wie stark sich die Stimmung innerhalb weniger Wochen eingetrübt hat. Ob sich der Trend bestätigt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich Preise, Menüangebot und Kundenfrequenz in den USA weiterentwickeln.
Anleger richten den Blick auf die Kommentare zum vierten Quartal
Neben den reinen Quartalszahlen werden die Anleger die Kommentare der Führungskräfte zum vierten Quartal genau verfolgen. Solche Aussagen liefern Hinweise darauf, wie das Management die weitere Entwicklung einschätzt – etwa mit Blick auf Preise, Menüänderungen und die Nachfrage. Konkrete Prognosen für das Schlussquartal hat das Unternehmen im vorliegenden Material allerdings nicht genannt.
Klar ist: Mit dem Wechsel an der Spitze des US-Geschäfts hin zu Skye Anderson hat McDonald's eine personelle Konsequenz aus der Schwäche gezogen. Ob die neue US-Präsidentin die Trendwende einleiten kann, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. Der Mittwoch liefert zunächst die Zahlen für das dritte Quartal und damit eine erste Standortbestimmung.
Diese drei Fachbegriffe helfen beim Einordnen der Zahlen
- Gewinn je Aktie: Der auf eine einzelne Aktie entfallende Anteil am Gewinn eines Unternehmens, eine zentrale Kennzahl für die Bewertung.
- Gleichen-Laden-Umsätze: Die Umsatzentwicklung der bereits länger geöffneten Filialen, die Neueröffnungen und Schließungen ausblendet.
- Marktkapitalisierung: Der Börsenwert eines Unternehmens, der sich aus dem Aktienkurs und der Zahl der ausgegebenen Aktien ergibt.
