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Liquid-Hack und Zinsangst: Bitcoin fällt unter 80.000 Dollar

Bitcoin fällt unter 80.000 Dollar – Liquid-Hack und Zinsangst belasten den Markt

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Liquid-Hack und Zinsangst: Bitcoin fällt unter 80.000 Dollar

Der Kryptomarkt steht zu Wochenbeginn unter Druck: Ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall beim Liquid Network und veränderte Zinserwartungen an die US-Notenbank setzen Bitcoin massiv zu. Die älteste und größte Kryptowährung fiel am Montag unter die psychologisch wichtige Marke von 80.000 Dollar und notierte bei rund 79.724,8 Dollar – ein Minus von 0,3 Prozent.

Anleger verdauen gleich zwei Belastungsfaktoren: den technischen Schaden durch den Liquid-Hack und eine zunehmend hawkishe Haltung der Federal Reserve. Die Kombination aus Sicherheitsrisiken und makroökonomischem Gegenwind bestimmt derzeit die Stimmung im gesamten digitalen Asset-Sektor.

Liquid Network erleidet Sicherheitsverletzung in Milliardenhöhe

Das Liquid Network, eine prominente Bitcoin-basierte Zahlungs- und Abwicklungsinfrastruktur, bestätigte über das Wochenende einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall. Nach Angaben des Netzwerks wurden rund 320 Millionen US-Dollar in Bitcoin aus dem sogenannten Federation Wallet abgezogen. Konkret seien etwa 4.000 der insgesamt 4.200 im Wallet gehaltenen Bitcoin von Personen entfernt worden, die sich als "angebliche White-Hat-Hacker" bezeichneten.

Als Reaktion auf den Vorfall hat das Liquid Network sämtliche neuen Transaktionen gestoppt, um die Lage einzudämmen. Die Gelder wurden über SideSwap abgezogen, eine Abwicklungsplattform, die offiziell für Auszahlungen aus dem Netzwerk zugelassen ist. Das Liquid Network stellte klar, dass der konkret verwendete Schlüssel bei dem Prozess nicht kompromittiert wurde. Die genaue Art des Exploits wird derzeit noch untersucht. Vorsorglich haben Kryptobörsen sämtliche Ein- und Auszahlungen des nativen LBTC-Tokens ausgesetzt. Das Netzwerk bedauerte die Unannehmlichkeiten und erklärte: "Liquid-Wallets werden betroffen sein, und wir entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten."

Makroökonomischer Druck durch robuste US-Arbeitsmarktdaten

Der Sicherheitsvorfall trifft auf einen Markt, der ohnehin hochsensibel auf die Geldpolitik der US-Notenbank reagiert. Bitcoin hatte sich erst am vergangenen Donnerstag von einem Drei-Monats-Hoch bei 82.178,6 Dollar zurückgezogen. Auslöser waren überraschend starke Arbeitsmarktdaten aus den USA: Im August wurden 162.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen – fast dreimal so viele wie von Ökonomen erwartet. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,1 Prozent.

Diese robusten Daten haben die Markterwartungen für die Fed-Sitzung vom 15. bis 16. September deutlich verändert. Laut dem CME FedWatch Tool ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf rund 60 Prozent gestiegen, verglichen mit 49 Prozent vor dem Arbeitsmarktbericht. Höhere Zinssätze üben in der Regel Abwärtsdruck auf spekulative Anlagen wie Bitcoin aus, da sie die Opportunitätskosten für das Halten von ertragslosen Investments erhöhen und die finanziellen Bedingungen insgesamt verschärfen.

Geopolitische Spannungen und steigende Ölpreise belasten zusätzlich

Verschärft wird die vorsichtige Marktstimmung durch einen sprunghaften Anstieg der Ölpreise, der weitere Volatilität in Risikoanlagen gebracht hat. Die Rohölsorte Brent kletterte auf rund 97 Dollar pro Barrel, während sich die militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran verschärften. Das US-Militär hatte am Samstag nach eigenen Angaben drei iranische Öltanker angegriffen – als Vergeltung für Angriffe iranischer Streitkräfte auf Schiffe der US-Marine mit ballistischen Raketen.

Diese angebotsseitige Unsicherheit, kombiniert mit der Aussicht auf eine straffere Geldpolitik, hält die Anleger in einer abwartenden Haltung. Die Marktteilnehmer richten ihren Blick nun auf die anstehenden Inflationsdaten: Die Erzeugerpreise werden am Donnerstag veröffentlicht, die Verbraucherpreise am Freitag. Ein heißer als erwartet ausfallender Inflationsbericht könnte die Argumente für eine Fed-Zinserhöhung weiter untermauern und zusätzlichen Druck auf den Kryptosektor ausüben.

Institutionelle Nachfrage bleibt trotz Gegenwind stabil

Trotz der zahlreichen Belastungsfaktoren zeigt sich eine bemerkenswerte institutionelle Widerstandsfähigkeit. Daten von SoSoValue zufolge verzeichneten US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs in der vergangenen Woche Nettozuflüsse von rund einer Milliarde Dollar. Dies deutet darauf hin, dass die langfristige institutionelle Nachfrage anhält, selbst wenn kurzfristige technische und makroökonomische Risiken zunehmen.

Breitere Auswirkungen auf den Kryptomarkt

Die vorsichtige Stimmung hat sich auf den gesamten digitalen Asset-Markt ausgeweitet. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung, gab um 0,4 Prozent auf 2.502,11 Dollar nach. XRP fiel um 1,1 Prozent auf 1,4086 Dollar. Auch andere große Assets wie Solana, Cardano und BNB gerieten unter Druck und verloren 1,1 Prozent, 0,9 Prozent beziehungsweise 2 Prozent. Selbst Meme-Token wie Dogecoin blieben nicht verschont und rutschten im Montagshandel um 1,8 Prozent ab. Die Kombination aus dem Liquid-Network-Exploit und der drohenden Zinserhöhung dominiert weiterhin die Erzählung für digitale Assets zu Beginn dieser Handelswoche.

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