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Pfund und Euro profitieren von Dollar-Schwäche nach Yen-Schock

GBP/USD steigt auf 1,3499, EUR/USD auf 1,1609 – Japan bleibt in höchster Alarmbereitschaft.

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Pfund und Euro profitieren von Dollar-Schwäche nach Yen-Schock

Das britische Pfund und der Euro haben am Donnerstag von einer deutlichen Schwäche des US-Dollars profitiert. Auslöser war eine markante Abwärtsbewegung beim USD/JPY-Paar, die den Greenback insgesamt unter Druck setzte. Der Kurs von GBP/USD stieg um 0,09 Prozent auf 1,3499, während EUR/USD um 0,18 Prozent auf 1,1609 zulegte.

Die Aufwärtsbewegung des Pfunds war dabei weniger auf fundamentale Daten aus Großbritannien zurückzuführen, sondern primär auf die allgemeine Dollar-Schwäche, die durch den Schock am Yen-Markt ausgelöst wurde. Der japanische Yen sorgte damit indirekt für Bewegung an den wichtigsten Devisenmärkten der Welt.

Japan bleibt in höchster Alarmbereitschaft

Parallel zu den Kursgewinnen von Pfund und Euro signalisierte Japan eine anhaltende Besorgnis über die Währungsentwicklung. Atsushi Mimura, Japans stellvertretender Finanzminister für internationale Angelegenheiten, betonte, dass die Behörden weiterhin in höchster Alarmbereitschaft seien. Obwohl Mimura keine spezifischen Kursniveaus kommentierte, erklärte er, er sei mit den jüngsten Entwicklungen am Devisenmarkt „weder zufrieden noch beruhigt“.

Marktbeobachter diskutieren angesichts der jüngsten Volatilität erneut über mögliche Interventionen der Bank of Japan. Bereits Ende Juli und Anfang August waren Devisen im Wert von 96 Milliarden Dollar verkauft worden, um den Yen zu stützen. Die japanischen Behörden haben in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass sie bereit sind, massiv in den Markt einzugreifen.

ING sieht weiterhin Aufwärtspotenzial für den Dollar

Experten der ING, darunter der FX-Stratege Francesco Pesole, sehen trotz der aktuellen Dollar-Schwäche weiterhin Aufwärtspotenzial für den Greenback. Als Begründung führen sie sowohl die kurzfristigen Zinsen als auch die steigenden Energiepreise an. Die Erwartungen für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im September sanken zwar leicht von 18 auf 15 Basispunkte. Laut ING ist dies jedoch eher auf eine Konsolidierung der Ölpreise als auf eine grundlegende geldpolitische Wende zurückzuführen. Der ISM-Dienstleistungsindex wird weiterhin bei 54,1 erwartet.

EZB-Sitzung: Märkte möglicherweise zu optimistisch

Mit Blick auf die Europäische Zentralbank (EZB) warnt die ING davor, dass die Märkte für die kommende Sitzung möglicherweise zu optimistisch in Bezug auf eine restriktive Geldpolitik positioniert sind. Pesole merkt an, dass die EZB angesichts der ausufernden europäischen Anleihen-Spreads möglicherweise weniger „falkenhaft“ agieren könnte als vom Markt eingepreist.

Da die Kerninflation jedoch moderat bleibt, sieht die ING für das Paar EUR/USD kurzfristig eher ein Abwärtsrisiko in Richtung der Spanne von 1,150 bis 1,155. Dies gelte allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die EZB keine deutlichen Signale für eine Straffung gibt oder der Inflationsdruck durch die Energiepreise nicht nachhaltig zunimmt. Der TTF-Gaspreis erreichte zuletzt 75 Euro pro Megawattstunde und bleibt damit ein wichtiger Faktor für die Inflationsentwicklung im Euroraum.

Für Anleger bleibt die Lage an den Devisenmärkten angespannt. Während Pfund und Euro kurzfristig vom schwachen Dollar profitieren, könnten eine mögliche Yen-Intervention Japans oder eine überraschende EZB-Entscheidung die Richtung schnell wieder ändern.

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