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Lime plant US-Börsengang mit 887 Millionen Dollar Umsatz

Der E-Scooter-Anbieter Lime reicht IPO-Antrag an der Nasdaq ein und meldet starkes Umsatzwachstum von 29 Prozent.

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Lime plant US-Börsengang mit 887 Millionen Dollar Umsatz

Der von Uber unterstützte Mikromobilitätsanbieter Lime hat offiziell Unterlagen für einen Börsengang in den USA eingereicht. Das in San Francisco ansässige Unternehmen plant eine Notierung an der Nasdaq unter dem Tickersymbol „LIME" und firmiert rechtlich unter dem Namen Neutron Holdings. Angaben zu den konkreten Bedingungen des Börsengangs – etwa zum angestrebten Ausgabepreis oder dem geplanten Emissionsvolumen – machte das Unternehmen in seinem Antrag nicht.

Lime wurde 2017 gegründet und wird heute vom ehemaligen Uber-Manager Wayne Ting geleitet. Das Unternehmen bietet die Kurzzeitmiete von Elektrofahrrädern und E-Scootern an. Zum 31. Dezember 2025 war Lime in rund 230 Städten in 29 Ländern aktiv und zählt damit zu den global führenden Anbietern im Bereich der geteilten Elektromobilität.

Starkes Umsatzwachstum, aber weiterhin Verluste

Die eingereichten Unterlagen zeigen ein beeindruckendes Wachstumsbild: Für das Geschäftsjahr 2025 meldete Lime einen Umsatz von 886,7 Millionen US-Dollar – ein Anstieg von 29,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem verzeichnete das Unternehmen das dritte volle Jahr in Folge einen positiven freien Cashflow, was die operative Reife des Geschäftsmodells unterstreicht.

Dennoch bleibt ein zentrales Problem bestehen: Lime schreibt weiterhin Verluste. Lukas Mühlbauer, Research Associate bei IPOX, kommentierte dies kritisch: „Während sich das zugrunde liegende Bild deutlich verbessert hat, bleibt der größte Vorbehalt, dass das Unternehmen weiterhin Verluste schreibt. Die Anleger werden genau darauf achten, ob es gelingt, die starken Umsatzzahlen in eine beständigere Profitabilität umzumünzen."

Den Erlös aus dem Börsengang plant Lime für mehrere Zwecke einzusetzen: zur Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs, zur vollständigen Rückzahlung bestehender Schulden sowie für Investitionen in oder den Erwerb von ergänzenden Technologien, Vermögenswerten oder geistigem Eigentum. Als Konsortialbanken der Emission fungieren Goldman Sachs, J.P. Morgan und Jefferies – drei der renommiertesten Investmentbanken der Wall Street.

Günstiges IPO-Umfeld nach schwachem Jahresstart

Der Zeitpunkt des Börsengangsantrags ist kein Zufall. Die Aktivität am US-IPO-Markt hat sich nach einer Verlangsamung zu Beginn des Jahres – verursacht durch volatile Aktienmärkte und den Krieg im Nahen Osten – wieder spürbar erholt. Zahlreiche Unternehmen aus verschiedenen Sektoren, darunter KI-Infrastrukturanbieter, Verteidigungs-Startups und Biotechnologieunternehmen, haben zuletzt Anträge für US-Börsengänge eingereicht.

Mühlbauer von IPOX ordnet den Schritt von Lime in diesen Kontext ein: „Der Antrag von Lime spiegelt sowohl einen besseren IPO-Markt als auch ein stärkeres Unternehmensprofil als in den Vorjahren wider. Die starke Performance jüngster Börsengänge hat dazu beigetragen, das Zeitfenster für Unternehmen wieder zu öffnen, die überzeugende Wachstumsgeschichten vorweisen können."

Schatten von SpaceX und Branchenpleiten

Analysten weisen darauf hin, dass kleinere Startups bewusst einen Börsengang noch vor Elon Musks Raketenunternehmen SpaceX anstreben. SpaceX hat im vergangenen Monat vertraulich einen IPO-Antrag gestellt und strebt eine potenzielle Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar an – ein Volumen, das voraussichtlich einen Großteil des Anlegerinteresses im Bereich der Neuemissionen auf sich ziehen wird.

Lime selbst liebäugelt bereits seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt. Die Branche hat in der Vergangenheit jedoch mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen gehabt: regulatorische Hürden, hohe Betriebskosten und in einigen Fällen sogar Insolvenzen. Der bekannteste Fall ist der E-Scooter-Betreiber Bird, der Insolvenz anmelden musste. Vor diesem Hintergrund kommt dem positiven Cashflow von Lime eine besondere Signalwirkung für potenzielle Investoren zu.

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