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Leichenhaut als Schönheitsmittel: Südkoreas umstrittener K-Beauty-Trend

Südkoreanische Kliniken injizieren Patienten Präparate aus gespendeter Leichenhaut – ein neuer, kontroverser Trend im K-Beauty-Boom.

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Leichenhaut als Schönheitsmittel: Südkoreas umstrittener K-Beauty-Trend

Kliniken in ganz Südkorea bieten ihren Patienten eine ungewöhnliche Anti-Aging-Behandlung an: Injektionen mit Präparaten, die aus gespendeter Leichenhaut hergestellt werden. Das berichtet Bloomberg. Wer ein jugendlicheres Aussehen anstrebt, kann sich in Seoul und anderen südkoreanischen Städten mit diesen Substanzen behandeln lassen – ein Angebot, das die Grenzen zwischen moderner Medizin und Science-Fiction zu verwischen scheint.

Die Amerikanerin Sara Yoon schildert gegenüber Bloomberg einen eindrücklichen Moment in einer Seouler Dermatologiepraxis. Ihr Arzt beschrieb das neue Behandlungsangebot der Klinik auf Englisch – und seine Worte klangen dabei mehr nach einem Horrorfilm als nach einem Schönheitssalon. „Es wird aus toten Menschen hergestellt", sagte er ihr schlicht.

K-Beauty auf neuen Wegen

Südkorea gilt weltweit als Vorreiter in der Schönheits- und Hautpflegebranche. Der Begriff „K-Beauty" steht international für innovative Hautpflegeprodukte, ausgefeilte Pflegeroutinen und medizinische Ästhetik auf höchstem Niveau. Koreanische Kliniken und Kosmetikmarken genießen einen exzellenten Ruf – und ziehen jährlich zahlreiche sogenannte „Beauty-Touristen" aus aller Welt an, darunter auch viele Deutsche und Europäer.

Vor diesem Hintergrund erscheint der neue Trend mit Leichenhaut-Präparaten als besonders markanter Schritt. Die Behandlung richtet sich laut Bloomberg an Patienten, die ein jüngeres Erscheinungsbild anstreben. Dabei werden Präparate aus gespendeter menschlicher Haut – sogenannte Kadaverhaut-Derivate – direkt in die Haut injiziert.

Ethische und medizinische Fragen

Die Verwendung von menschlichem Gewebe in der ästhetischen Medizin ist kein völlig neues Konzept. In der rekonstruktiven Chirurgie und der Wundversorgung werden seit Jahrzehnten Hauttransplantate und Gewebepräparate eingesetzt. Der Einsatz solcher Substanzen als routinemäßige Schönheitsbehandlung in Dermatologiepraxen ist jedoch eine neue Entwicklung, die ethische und regulatorische Fragen aufwirft.

Für deutsche Verbraucher und Anleger, die den globalen Kosmetik- und Medizintechnikmarkt beobachten, ist dieser Trend ein weiteres Zeichen dafür, wie dynamisch und bisweilen überraschend sich die Schönheitsindustrie entwickelt. Südkorea bleibt dabei ein Innovationszentrum, das immer wieder neue Standards setzt – und dabei auch gesellschaftliche Debatten auslöst.

Die Bloomberg-Berichterstattung beleuchtet, wie weit die Suche nach ewiger Jugend inzwischen reicht. Ob sich Präparate aus menschlicher Leichenhaut als fester Bestandteil des K-Beauty-Repertoires etablieren werden, bleibt abzuwarten. Die Diskussion darüber hat jedoch bereits begonnen.

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