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Gesunde Füße für Athleten: Expertentipps gegen Blasen und Verletzungen

Podologen und Profisportler verraten, wie Läufer und Ausdauersportler ihre Füße besser schützen und Verletzungen vermeiden können.

Gesunde Füße für Athleten: Expertentipps gegen Blasen und Verletzungen

Fünf verlorene Zehennägel, Dutzende Blasen und eine hartnäckige Gelenkverletzung – für viele Ausdauersportler klingt das vertraut. Doch laut Denzil Trebilcock, Podologe am Gait and Posture Centre in der Londoner Harley Street, müssen diese Beschwerden nicht zwangsläufig zum Sport dazugehören. „Wir hatten Patienten, die lange Zeit gelitten haben und dann sagten: ‚Ich wusste gar nicht, dass Sport so angenehm sein kann'", erklärt er. „Die Menschen glauben nicht, dass sie viel Einfluss auf ihre Füße haben. Sie werden immer übersehen."

Trebilcock ist auch leitender Podologe des Royal Ballet und vermittelt dort Schülern eine gute Fußhygiene. Sein Rat beginnt bei den Grundlagen: täglich zwischen den Zehen waschen und die Füße vollständig trocknen lassen, bevor man Socken anzieht. Übermäßiger Schweiß und Feuchtigkeit können Bakterien begünstigen und Blasen verschlimmern. Als zusätzliche Maßnahme empfiehlt er Fuß-Antitranspirantien, um die Haut zu schützen.

Für die Tänzerin und Choreografin Patricia Zhou ist das bewährte Mittel gegen schmerzende Füße ein Wechselbad: 20 Minuten im Eisbad, 20 Minuten in heißem Wasser, abgeschlossen mit weiteren 20 Minuten im Eisbad. „Am Morgen fühlen sich meine Füße wie neu an", sagt sie.

Die richtige Schuhpassform ist entscheidend

Bei Sportarten wie Laufen und Radfahren sind Reibung und Abschürfungen häufig auf schlecht sitzende Schuhe zurückzuführen. Wenn Müdigkeit einsetzt, „entsteht mehr Bewegung im Fuß, weil die Spannung in den Muskeln nachlässt", erklärt Trebilcock. Entscheidend sei dabei weniger die bekannte Schuhgröße, sondern das Maß von der Ferse bis zum Ballen. Schuhe, die sich der natürlichen Bewegung anpassen, helfen gegen Blasen, Krämpfe und Ermüdung.

Schwielen und Blasen lassen sich mit Harnstoff (Urea) behandeln – einer organischen Verbindung, die Feuchtigkeit in die Haut zieht und gleichzeitig abgestorbene Zellen abträgt. Trebilcock empfiehlt Produkte mit einem Harnstoffgehalt von über 25 Prozent, dick aufgetragen und über Nacht einwirken gelassen. Für Blasen und Abschürfungen rät er zu Compeed-Pflastern, deren Extreme-Versionen 20 Prozent zusätzliche Polsterung bieten.

Alex Townsend, mehrfacher Ironman-Läufer und Podologe bei Pure Sports Medicine, schwört zudem auf eine Schuh-Rotation. „Ich mag eine Schuh-Rotation, damit man anpassungsfähiger bleibt", sagt er. Mehrere Paare Laufschuhe im Wechsel zu tragen, kann die Belastung für Füße und Gelenke deutlich reduzieren.

Wenn Unbehagen zu echten Schmerzen wird

Bei ernsteren Beschwerden wie Achillessehnenschmerzen empfiehlt Townsend Schuhe mit einer höheren Sprengung – also einem größeren Höhenunterschied von der Ferse zu den Zehen. Die meisten modernen Schuhe haben eine Sprengung zwischen 6 mm und 8 mm. Wer mehr Unterstützung benötigt, kann auf Modelle mit 12 mm Sprengung zurückgreifen, um die mechanische Belastung zu verringern.

Bei Plantarfasziitis – Schmerzen an der Fußsohle und Fersenbasis – entsteht der eigentliche Schaden laut Trebilcock nicht beim Sport, sondern „wenn man barfuß oder in flachen Hausschuhen herumläuft". Das Tragen von Regenerations-Slippern im Haus kann hier Abhilfe schaffen. Royal-Ballet-Solotänzerin Francesca Hayward bewahrt ein Paar solcher Schuhe neben ihrem Bett auf, um sicherzustellen, dass ihre „nackten Füße niemals den Boden berühren".

Barfußschuhe und das richtige Trainingsmaß

Barfußschuh-Marken wie Altra Running und Vivobarefoot erleben derzeit ein Comeback und werben damit, mit der natürlichen Biomechanik der Füße zu arbeiten. Sowohl Townsend als auch Trebilcock warnen jedoch davor, diese Schuhe bei bestehenden Problemen einzusetzen. „Wenn ich mir einen Bizeps reiße, gehe ich auch nicht ins Fitnessstudio und fange an, Gewichte zu heben", verdeutlicht Trebilcock.

Verletzungsprävention beginnt letztlich mit dem Kennen der eigenen Grenzen. Townsend beobachtet, dass viele ambitionierte Hobbysportler ein höheres Trainingsvolumen absolvieren als Profis. „Wenn man die Fitness sehr langsam aufbaut, ist es weniger wahrscheinlich, dass man sich verletzt", lautet sein klarer Rat. Wer die Grundlagen der Fußpflege beherzigt und auf die Signale seines Körpers hört, kann Sport langfristig beschwerdefreier genießen.

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