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KNDS: Enders hält trotz Staatseinstieg am Börsengang fest

Der frühere Airbus-Chef warnt vor einer dauerhaften Staatsbeteiligung beim Panzerbauer KNDS und fordert einen zügigen Börsengang.

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KNDS: Enders hält trotz Staatseinstieg am Börsengang fest

Thomas Enders pocht auf einen Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS – und das trotz des geplanten Einstiegs des deutschen Staates. In einem Gastbeitrag für das Handelsblatt bezeichnet der frühere Airbus-Chef eine vorübergehende staatliche Beteiligung als pragmatische Lösung, warnt aber zugleich davor, diese mit einem dauerhaften Unternehmensmodell zu verwechseln. Der Börsengang solle zügig weiterverfolgt werden, sobald die Marktvoraussetzungen gegeben seien. Danach sollten die staatlichen Beteiligungen schrittweise und parallel zurückgeführt werden.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters liegt der Börsengang derzeit allerdings auf Eis. Als Grund gilt ein Bewertungskonflikt: Investoren sehen Insidern zufolge eine deutlich niedrigere Bewertung, als die beteiligten Familien akzeptieren wollen. Angestrebt wird ein Firmenwert von rund 15 Milliarden Euro. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass Familien und Frankreich jeweils zehn Prozent der KNDS-Aktien am Markt platzieren, während der deutsche Staat 40 Prozent übernehmen sollte.

Aktuell verhandelt die Bundesregierung mit der Wegmann-Holding über die Übernahme von 50 Prozent der KNDS-Anteile. Die restlichen 50 Prozent liegen bereits beim französischen Staat. Damit rückt ein Szenario in den Fokus, das Enders als problematisch einstuft: Bei zwei staatlichen Eigentümern drohe ein Interessenkonflikt. Deutschland und Frankreich wären dann zugleich wichtigste Kunden und einzige Eigentümer des Unternehmens.

Die Lehre aus Airbus

Enders verweist in seinem Beitrag auf seine eigene Erfahrung bei Airbus, den er von 2005 bis 2019 führte. Dort gelang es ihm, den Einfluss von Deutschland und Frankreich in den Jahren 2012 und 2013 zurückzudrängen. Diese Entwicklung dient ihm nun als Argument für eine klare unternehmerische Struktur bei KNDS. Der frühere Airbus-Chef warnt davor, dass politische Aushandlungsprozesse unternehmerische Entscheidungen dauerhaft lähmen könnten.

"Sollte der vollständige Rückzug des bisherigen deutschen privaten Anteilseigners nun dazu führen, dass die Bundesregierung vorübergehend selbst als Aktionär einsteigt, mag dies unter den gegebenen Umständen eine pragmatische Lösung sein", schreibt Enders. Zugleich stellt er klar: "Aber eine Übergangslösung darf nicht mit einem langfristig tragfähigen Unternehmensmodell verwechselt werden."

Mit Blick auf die Sicherheitslage in Europa wird Enders noch deutlicher. "Gerade angesichts der sicherheitspolitischen Bedrohung Europas dürfen unternehmerische Entscheidungen nicht Gegenstand permanenter politischer Aushandlungsprozesse werden", so der Manager. Damit positioniert er sich klar gegen eine dauerhafte Doppelherrschaft zweier Staaten über den Panzerbauer.

Was das für Anleger bedeutet

Für Privatanleger ist die Botschaft zwiespältig. Einerseits bleibt ein Börsengang von KNDS grundsätzlich im Gespräch – ein Unternehmen der Rüstungsbranche, das angesichts steigender Verteidigungsausgaben auf großes Interesse stoßen könnte. Andererseits zeigt der aktuelle Stillstand, dass Bewertungsfragen und die komplizierte Eigentümerstruktur den Zeitplan erheblich verzögern können.

Wer einen möglichen Börsengang verfolgt, sollte daher vor allem drei Punkte im Auge behalten: die endgültige Bewertung, die künftige Aktionärsstruktur und den Zeitpunkt der Platzierung. Solange unklar ist, wie stark der deutsche und der französische Staat Einfluss nehmen, bleibt die Frage offen, wie unternehmerisch frei KNDS künftig agieren kann. Genau diese Frage dürfte auch für die Bewertung durch Investoren entscheidend sein.

Enders liefert mit seinem Vorstoß eine klare Richtung vor: Der Staat soll nur übergangsweise einspringen, danach aber wieder auf Abstand gehen. Ob sich diese Linie durchsetzt, hängt von den laufenden Verhandlungen zwischen Bundesregierung und Wegmann-Holding ab – und davon, wann die Marktbedingungen einen Börsengang wieder zulassen.

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