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Kaffeepreise steigen deutlich über Inflationsniveau

Importe aus Brasilien, Vietnam und Honduras treiben die Kosten spürbar nach oben

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 Kaffeepreise steigen deutlich über Inflationsniveau

Die Preise für Bohnenkaffee in Deutschland sind im April deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag die Teuerung bei 12,2 Prozent im Vergleich zum April des Vorjahres. Damit übertraf der Anstieg nicht nur die Inflationsrate von 2,1 Prozent, sondern auch den durchschnittlichen Preisanstieg bei Nahrungsmitteln, der 2,8 Prozent betrug. Im Vergleich zum April 2021 lagen die Preise für Bohnenkaffee im April 2025 sogar fast ein Drittel höher. Damals entsprach die Entwicklung in etwa dem Anstieg der Nahrungsmittelpreise, lag aber deutlich über der allgemeinen Teuerung, die sich in diesem Zeitraum auf knapp 19 Prozent belief.

Als Hauptursache für die Preissteigerungen gelten höhere Importpreise für Rohkaffee. Diese stiegen infolge von Ernteausfällen, die durch Extremwetterereignisse verursacht wurden, deutlich an. Die Einfuhrpreise für ungeröstete Kaffeebohnen lagen im April um 53 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Auch bei entkoffeiniertem oder geröstetem Kaffee wurden deutliche Preissteigerungen verzeichnet: Hier lag das Plus bei 35,8 Prozent.

Besonders stark fiel der Preisanstieg bei Rohkaffee aus Amerika aus. Die Importpreise aus dieser Region lagen um 61,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Aus Asien und anderen Weltregionen erhöhten sich die Preise um 43,8 Prozent, während der Anstieg aus afrikanischen Herkunftsländern bei 23,2 Prozent lag.

Brasilien blieb 2024 mit einem Anteil von 41,4 Prozent der wichtigste Kaffeehandelspartner Deutschlands. Insgesamt wurden 516.000 Tonnen Kaffee aus dem südamerikanischen Land importiert. Jedoch war 2024 dort das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dürreperioden und großflächige Waldbrände führten zu Ernteausfällen, was sich auf die Exportmengen und Preise auswirkte.

Weitere bedeutende Herkunftsländer für Kaffeeimporte nach Deutschland waren Vietnam mit 202.000 Tonnen (16,2 Prozent) und Honduras mit 68.000 Tonnen (5,5 Prozent). Insgesamt belief sich die importierte Kaffeemenge 2024 auf 1,25 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Anstieg um 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber dem Jahr 2015 nahm die Einfuhrmenge um knapp 8 Prozent zu.

Trotz der Preissteigerungen blieb der Kaffeekonsum in Deutschland relativ stabil. Im Jahr 2024 wurden pro Kopf durchschnittlich 163 Liter Kaffee konsumiert. Während der Corona-Pandemie war der Verbrauch auf 169 Liter gestiegen, ging seitdem jedoch leicht zurück.

KaffeePreiserhöhungLebensmittel Deutschland

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