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Justin Sun attackiert Trump-Kryptoprojekt World Liberty Financial öffentlich

Einst großer Unterstützer, wirft Krypto-Milliardär Justin Sun World Liberty Financial nun vor, ihn als „persönlichen Geldautomaten" zu missbrauchen.

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Justin Sun attackiert Trump-Kryptoprojekt World Liberty Financial öffentlich

Der Krypto-Unternehmer Justin Sun hat sich von einem der lautstärksten Befürworter des Trump-Familienprojekts World Liberty Financial zu dessen schärfstem Kritiker gewandelt. Sun wirft dem Unternehmen vor, ihn und andere Unterstützer als seinen „persönlichen Geldautomaten" zu behandeln – ein schwerer Vorwurf gegen ein Projekt, das eng mit dem Namen des US-Präsidenten verbunden ist.

Sun hatte seine Beteiligung an World Liberty Financial Ende 2024 erworben, kurz nachdem Donald Trump für eine zweite Amtszeit gewählt worden war. Zu diesem Zeitpunkt stand der in China geborene Milliardär selbst unter erheblichem Druck: Die US-Börsenaufsicht SEC hatte ihn wegen Betrugs und Marktmanipulation angeklagt. Im vergangenen Monat legte Sun diesen Rechtsstreit durch einen Vergleich bei, ohne dabei ein Fehlverhalten einzugestehen.

Der Auslöser: Eingefrorene Token und Buchgewinne für die Trumps

Suns Unmut begann im September, als World Liberty 20 Prozent seiner digitalen Token für den freien Handel freigab. Dieser Schritt ermöglichte es Investoren erstmals, Teile ihrer Bestände auf dem offenen Markt zu verkaufen – und bescherte der Trump-Familie Buchgewinne in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar. Für Sun jedoch blieb der erhoffte Zugang verwehrt: Er kritisierte auf der Social-Media-Plattform X, dass seine WLFI-Token „unangemessen eingefroren" worden seien.

World Liberty Financial reagierte damals nicht direkt auf Suns Vorwürfe. Das Unternehmen erklärte lediglich in einer Stellungnahme auf X, man reagiere auf „böswillige oder hochriskante Aktivitäten, die Community-Mitgliedern schaden könnten". Eine konkrete Erklärung für die Einschränkungen bei Suns Token blieb das Unternehmen schuldig.

Anfang dieses Monats eskalierte der Streit weiter. Hintergrund war eine Transaktion, über die zunächst das Krypto-Fachmedium CoinDesk berichtete: World Liberty hatte eigene WLFI-Token als Sicherheit hinterlegt, um Stablecoins im Wert von mehr als 75 Millionen US-Dollar von der Plattform Dolomite zu leihen. Dolomite wurde vom Chief Technology Officer von World Liberty gegründet – ein Interessenkonflikt, der für erhebliche Empörung in der Krypto-Community sorgte.

Nutzer konnten Gelder nicht abheben

Die Dolomite-Transaktion hatte direkte Folgen für andere Nutzer der Plattform: Einige von ihnen konnten ihre dort hinterlegten Stablecoins nicht vollständig abheben. Sun nutzte diese Empörung, um seinen eigenen Frust öffentlich zu machen. Er warf World Liberty vor, eine geheime „Backdoor-Blacklisting-Funktion" einzusetzen, um gezielt seine Token einzufrieren.

Das Unternehmen schlug am 12. April über seinen offiziellen X-Account zurück und griff Sun persönlich an: „Justins Lieblingsmasche ist es, das Opfer zu spielen und gleichzeitig haltlose Anschuldigungen zu erheben, um sein eigenes Fehlverhalten zu vertuschen." Die Tonlage zwischen beiden Parteien ist damit auf einem neuen Tiefpunkt angelangt.

Besonders brisant ist der Konflikt auch für die vielen Privatanleger, die weiterhin von 80 Prozent ihrer WLFI-Token ausgeschlossen sind. Sun nutzte deren Unzufriedenheit gezielt, um seiner eigenen Kritik mehr Gewicht zu verleihen. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen haben Sun und World Liberty zwar Gespräche zur Beilegung des Streits geführt, bisher jedoch keine Einigung erzielen können. Der Konflikt zwischen dem Krypto-Milliardär und dem Trump-nahen Projekt bleibt damit vorerst ungelöst.

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