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JPMorgan und Bank of America prüfen Allianz zur Umgehung von Debitkarten-Gebührenobergrenzen

Große US-Banken sondieren den Kauf eines Fiserv-Netzwerks, um staatliche Deckelungen bei Debitkarten-Gebühren zu umgehen.

• 2 Min
JPMorgan und Bank of America prüfen Allianz zur Umgehung von Debitkarten-Gebührenobergrenzen

JPMorgan Chase, Bank of America, Wells Fargo und die PNC Financial Services Group haben in den vergangenen Monaten vorläufige Gespräche über den Erwerb eines Zahlungsnetzwerks des Finanztechnologie-Unternehmens Fiserv geführt. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ziel der Überlegungen ist es, ein eigenes Kartennetzwerk zu besitzen – und damit eine Befreiung von einem Bundesgesetz zu erlangen, das die Gebühren bei Debitkarten-Transaktionen begrenzt.

Die Gespräche sind bislang unverbindlich und vorläufig. Mehrere der beteiligten Banken sollen bereits zu dem Schluss gekommen sein, dass ein weiteres Vorgehen unwahrscheinlich sei. Ein Abschluss ist damit keineswegs sicher. Zudem fürchten einige Institute politische Gegenreaktionen, sollten sie tatsächlich versuchen, die bestehenden Regeln auf diesem Weg auszuhebeln.

Hintergrund: Das Vorbild Capital One und Discover

Auslöser für die Überlegungen ist die Übernahme von Discover Financial durch Capital One in einem Deal im Wert von 50,6 Milliarden US-Dollar. Durch diese Transaktion sicherte sich Capital One ein eigenes Zahlungsnetzwerk, das Zwischenhändler bei Kartentransaktionen überflüssig macht und eine direktere Interaktion mit Händlern ermöglicht. Entscheidend dabei: Der Besitz eines solchen Netzwerks kann eine Befreiung von dem Bundesgesetz bedeuten, das die Debitkarten-Gebühren deckelt.

Die großen US-Banken blicken seither mit Neid auf dieses Konstrukt. Denn die staatlich festgelegte Obergrenze für Debitkarten-Gebühren belaufen sich branchenweit auf insgesamt Milliarden von US-Dollar jährlich. Die Banken beklagen seit Langem, dass diese Deckelung ihre Möglichkeiten einschränkt, Kunden attraktive Bonusprogramme für Debitkarten und andere Dienstleistungen anzubieten.

Fiserv-Netzwerk als möglicher Ausweg

Das Fiserv-Netzwerk, das die Großbanken nun sondieren, könnte als kleineres Geschäft die bestehenden regulatorischen Regeln aushebeln. Fiserv ist ein etabliertes US-amerikanisches Finanztechnologie-Unternehmen, das Infrastruktur für den Zahlungsverkehr bereitstellt. Ein eigenes Netzwerk würde den Banken ermöglichen, Transaktionen ohne die regulierten Zwischenstufen abzuwickeln.

Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Finanzmarkts ist diese Entwicklung bedeutsam: Sie zeigt, wie stark US-Großbanken unter dem Druck staatlicher Gebührenregulierung stehen und wie aktiv sie nach strukturellen Lösungen suchen. Der Ausgang der Sondierungen bleibt offen – politischer Widerstand und regulatorische Risiken könnten ein solches Vorhaben letztlich scheitern lassen.

Die Aktien der beteiligten Institute – JPMorgan Chase, Wells Fargo und PNC Financial – reagierten zuletzt mit moderaten Kursgewinnen. Ob die Gespräche zu einem konkreten Deal führen, dürfte in den kommenden Monaten klarer werden.

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