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Abacus-Chef: Finanzdruck treibt Verkauf von Lebensversicherungen an

Steigende finanzielle Belastungen veranlassen immer mehr Verbraucher, ihre Lebensversicherungen auf dem Zweitmarkt zu verkaufen statt verfallen zu lassen.

Abacus-Chef: Finanzdruck treibt Verkauf von Lebensversicherungen an

Der wachsende finanzielle Druck auf private Haushalte beschleunigt laut Abacus Global Management das Wachstum im Markt für Lebensversicherungs-Abtretungen. Jay Jackson, Chairman und CEO des Unternehmens, erklärte in einem Gespräch mit Investing.com, dass immer mehr Verbraucher ihre Policen auf dem Zweitmarkt veräußern, anstatt sie einfach verfallen zu lassen. Dieser Trend spiegele sich bereits in den aktuellen Neugeschäftszahlen von Abacus wider.

„Die Menschen stehen unter echtem Druck, und viele wissen nicht, dass eine Police, in die sie seit Jahrzehnten einzahlen, auf dem Zweitmarkt deutlich mehr wert sein kann, als wenn sie sie einfach verfallen lassen", sagte Jackson. Der sogenannte Life-Settlement-Markt – also der Zweitmarkt für Lebensversicherungen – ist in Deutschland weniger bekannt als in den USA, bietet Versicherungsnehmern jedoch die Möglichkeit, ihre Police vor Ablauf an Dritte zu verkaufen und dabei einen höheren Erlös zu erzielen als beim bloßen Stornieren des Vertrags.

Drei Geschäftsbereiche sollen sich gegenseitig verstärken

Abacus verfolgt eine klare Diversifizierungsstrategie abseits des Kerngeschäfts mit Life Settlements. Das Unternehmen betreibt drei Geschäftsbereiche: Life Solutions, Wealth Advisors und Abacus Intel. Jackson beschrieb diese als so konzipiert, dass sie sich gegenseitig verstärken. „Life Solutions bleibt stark, und der Rest des Unternehmens wächst darum herum", sagte er. Für Investoren verwies er auf die veröffentlichten Drei- und Fünfjahresziele, die den erwarteten Wandel im Umsatzmix skizzieren.

Zentral für die Wachstumsstrategie ist der Daten- und Technologiezweig Abacus Intel. Dieser basiert laut Jackson auf monatlich rund 10.000 generierten Kundenanfragen. Der CEO betonte, dass dieser Datensatz dem Unternehmen ein Fundament biete, für dessen Aufbau die meisten Fintech-Unternehmen Jahre benötigen würden. Abacus plant, diesen Datenschatz in wiederkehrende, margenstarke Softwareumsätze umzuwandeln – durch Tools für Finanzberater, Institutionen und Kapitalallokatoren, die sich auf Lebensversicherungswerte und lebensdauerbasierte Finanzplanung konzentrieren.

Ambitionierter Vergleich mit Amazon Web Services

Jackson formulierte die langfristigen Ambitionen des Unternehmens besonders deutlich: In Anlehnung an Amazon Web Services erklärte er, Abacus wolle zu der „Ebene werden, auf die sich Finanzinstitute verlassen, unabhängig davon, ob sie jemals direkt mit uns transagieren". Als frühes Beispiel für diese Strategie nannte er LifeARC, das Programm des Unternehmens für lebensdauerbasierte Finanzplanung. Das Ziel ist demnach, fester Bestandteil der Infrastruktur der gesamten Finanzbranche zu werden.

Im vergangenen Jahr war Abacus Gegenstand eines kritischen Short-Berichts von Morpheus Research, der die Bewertungspraktiken des Unternehmens für Vermögenswerte infrage stellte. Abacus wies den Bericht entschieden zurück und bezeichnete ihn als „einen falschen und uninformierten Short-Angriff". Jackson kommentierte die anhaltende Skepsis von Leerverkäufern gelassen: „Leerverkäufer zielen auf Komplexität ab, und unser Sektor wurde in der Vergangenheit oft missverstanden, was kein Problem ist, das nur Abacus betrifft."

Der CEO zeigte sich zuversichtlich, dass die Geschäftsergebnisse letztlich für sich sprechen werden. „Ich würde sagen: Lesen Sie die Berichte, schauen Sie sich die Cashflows an und beobachten Sie, was wir aufbauen", sagte Jackson. „Die Investoren, die sich diese Mühe gemacht haben, sind zu einer anderen Einschätzung gelangt. Das Geschäft liefert im Laufe der Zeit die Argumente, und wir lassen die Ergebnisse für sich sprechen."

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